Süddeutsche Zeitung

Freising:Konzepte sind in Arbeit

Planungen für Convention Center am Flughafen kommen voran

Von Petra Schnirch, Freising

Die Planungen für ein großes Convention Center in der Region kommen voran. Die Investoren haben drei Architekturbüros beauftragt, Konzepte auszuarbeiten. Sie sollen noch in diesem Jahr vorliegen. "Ich bin gespannt auf die Ergebnisse", sagt Lorenz Schmid, einer der beiden Geschäftsführer der SW Munich Real Estate GmbH. Denn es soll ein unverwechselbares Gebäude mit "Landmark-Charakter" entstehen, das eine exzellente Akustik bietet. Auch ein darauf spezialisiertes Ingenieurbüro sei bereits eingebunden.

Nach wie vor sei ein Standort am Flughafen westlich der Agip-Tankstelle für ihn als Freisinger erste Wahl. Eine Entscheidung sei aber noch nicht fallen, sagt Schmid. Er hofft auf ein zeitnahes Signal der Flughafen München GmbH, ob eine Realisierung des Projekts dort möglich sei und wenn ja, zu welchen Konditionen. Bis Ende des Jahres soll auch ein Gutachten durch ein externes Büro zur Verkehrserschließung fertig sein. Erste Ergebnisse zeigen laut Schmid bereits, dass die Anbindung mit einigen Optimierungen im Straßennetz und einer Verkehrslenkung funktionieren könne.

Die SW Munich Real Estate, ein Joint Venture der Logo Parters GmbH aus Freising der KGAL GmbH aus Grünwald, will in der Region ein Konzert- und Kongresszentrum für bis zu 20 000 Besucher errichten und es auch selbst betreiben. Der Bedarf sei da, betont Schmid. Im Großraum München fehle bisher eine Halle in dieser Größenordnung. Konkurrenz zu bestehenden Kulturstätten sieht er deshalb keine - auch nicht für Kleinkunst, Theateraufführungen oder Konzerte in Freising. Wirtschaftlich interessant seien Veranstaltungen im Convention Center erst ab 5000 Besuchern. Zwar sollen dank eines flexiblen Konzepts auch kleine Säle zur Verfügung stehen, dieses Angebot sei aber in erster Linie für Kongressveranstalter interessant, um Gruppen aufsplitten zu können.

Zusammen mit der Event-Arena sind ein Parkhaus und ein Hotel geplant. Dieses sei vor allem für Künstler und deren Crews erforderlich, um für sie "Zugriff auf Ressourcen" zu haben. Konkurrenz zum Hilton am Flughafen sieht Schmid deshalb, anders als Kritiker des Projekts, keine. Im Gegenteil: Der überwiegende Teil der Besucher, die nach einem Event übernachten wollen, werde sich in Hotels der Umgebung einbuchen. Ein externes Büro sieht eine Wertschöpfung für die Region durch das Convention Center "im dreistelligen Millionen-Bereich". Auch auf die Gewerbesteuer werde sich dies positiv auswirken.

"Priorität eins" habe für sie das Thema Nachhaltigkeit, sagt Schmid. Die SW Munich Real Estate GmbH habe deshalb einen Nachhaltigkeitsmanager eingestellt. Mehr als 50 Prozent der benötigten Energie solle die Arena selbst erzeugen. Es sei geplant, in den laufenden Betrieb Menschen mit Handicap einzubinden. Der Flächenverbrauch solle möglichst gering sein. Das anvisierte Grundstück ist laut Schmid etwa zehn Hektar groß, bebaut werden solle aber nur ein Teil davon. Die SW Munich Real Estate GmbH hat inzwischen ein Büro in der Freisinger Altstadt bezogen, weitere Informationen gibt es auf der Website www.muc-cc.com.

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Quelle:
SZ vom 11.11.2020
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