bedeckt München
vgwortpixel

Neufahrn hat gewählt:Die Grünen sind strahlende Sieger

Wahl 2020

Enttäuschung herrschte bei der Neufahrner CSU, hier beim Blick auf den Monitor mit den neuen Ergebnissen am Wahlabend. Bürgermeisterkandidat Ozan Iyibas (Mitte) fuhr zwar ein beachtenswertes Ergebnis ein, doch insgesamt hätte man mehr erwartet. Es bleibt bei sieben Gemeinderatssitzen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Nicht nur der grüne Bürgermeister Franz Heilmeier hat sich auf Anhieb gegen fünf Kandidaten durchgesetzt: Auch seine Fraktion wächst auf acht Sitze. Neu ist ein Vertreter der AfD.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Grünen sind die großen Gewinner bei den Kommunalwahlen in Neufahrn. Nicht nur, weil Bürgermeister Franz Heilmeier sein Amt trotz seiner fünf Gegenkandidaten ohne Stichwahl verteidigt hat. Sondern auch, weil die Grünen die Zahl der Sitze von drei auf acht erhöhen konnten. Damit stellen sie jetzt die stärkste Fraktion im Gemeinderat und lösen die Freien Wähler ab, die eindeutig Verlierer sind: Von den bisherigen neun sind ihnen noch sechs Sitze geblieben. Eine ganze Zeitlang hatte es sogar so ausgesehen als wären es gerade noch fünf. Zugleich hat FW- Bürgermeisterkandidat Norbert Manhart eine deutliche Abfuhr bekommen.

Auch als Spitzenkandidat auf der Liste blieb er nicht auf Platz eins: Die meisten Stimmen bei den Freien Wählern heimste dritter Bürgermeister Thomas Seidenberger ein, der von Platz 17 vor gehäufelt wurde. Nicht mehr dabei sind Matthias Caven und Michael Rottenkolber. Dafür gibt es mit Ortsvorsitzendem Manfred Holzer ein neues Gesicht in der Fraktion.

"Stimmenkönig" bei der Gemeinderatswahl war einer, der das für sich persönlich gar nicht braucht: Franz Heilmeier kam als Grünen-Spitzenkandidat auf 6500 Stimmen, von denen die Liste profitiert. Zu den Neulingen in der stark gewachsenen Fraktion gehört Johannes Steinberger, der gerade erst 18 Jahre alt geworden ist. Damit dürfte er einer der jüngsten Gemeinderäte in ganz Oberbayern sein. Verabschieden muss sich dagegen Harald Printz. Selahattin Sens Wiedereinzug hängt davon ab, ob Margarethe Heim ihr Mandat annimmt oder als Gemeindeangestellte ablehnen muss.

CSU und SPD bleiben nahezu unverändert

Nahezu unverändert geht die CSU-Fraktion in die nächste Legislaturperiode: Es bleibt bei sieben Sitzen und fast den gleichen Namen. Neu ist lediglich Frank Langwieser. Mit großem Abstand die meisten Stimmen eingefahren hat Spitzenkandidat Ozan Iyibas, der sich auch als Bürgermeisterkandidat noch bekannter gemacht hatte.

Auch für die SPD-Fraktion hat sich die Hoffnung auf mehr Mandate nicht erfüllt. Es bleibt bei drei Sitzen. Einen Personalwechsel wird es dennoch geben: Spitzen- und Bürgermeisterkandidat Maximilian Heumann wurde - hinter Beate Frommhold-Buhl - neu in den Gemeinderat gewählt, Ulla Schablitzki scheidet dagegen aus.

Bei der ÖDP ist die Rechnung von Felix Bergauer aufgegangen: Als Bürgermeister-Kandidat hatte er sich keine echte Chance ausgerechnet. Aber als Spitzenkandidat auf der Gemeinderatsliste hat er sich damit bekannter machen können und für seine Partei ein zweites Mandat geholt.

Neu im Gemeinderat ist die AfD

Die Spitzenkandidatin der "Bürger für Neufahrn", Melanie Kappel-Kleinert, geht dagegen leer aus. Das erhoffte zweite Mandat der Gruppierung bekommt mit Christian Buschendorf ein anderer. Ähnlich ging es Timo Ecker bei der FDP. Er hatte auf Platz eins kandidiert, fand sich aber nach der Auszählung auf dem dritten Platz wieder. Zum Zug kommt damit Franz Eckl, mit dem die Liberalen in den Gemeinderat zurückkehren. Zuletzt waren die beiden verbliebenen Vertreter zu den Freien Wählern gewechselt.

Ganz neu im Gemeinderat ist die AfD. Allerdings ist noch unklar, wer das einzige Mandat übernimmt, nachdem Spitzenkandidat Attila Szalontay und Michael Piechullek exakt gleich viele Stimmen bekommen haben. Jetzt muss das Los entscheiden. Ganz leer ausgegangen ist "Die Linke", die ebenfalls zum ersten Mal mit einer Liste angetreten war.

Die Gemeinderäte:

CSU: Ozan Iyibas, Hans Mayer, Christa Kürzinger, Christian Nadler, Burghard Rübenthal, Franz Langwieser, Josef Holzner;

Grüne: Christian Meidinger, Julia Mokry, Judith Mayerhanser, Frank Bandle, Johannes Steinberger, Matea Majstorovic, Melanie Fischer, Margarethe Heim oder Selahattin Sen;

Freie Wähler: Thomas Seidenberger, Norbert Manhart, Josef Eschlwech, Stephanie Pflügler Manfred Holzer, Christopher Aichinger;

AfD: Attila Szalontay oder Michael Piechullek (Losentscheid);

SPD: Beate Frommhold-Buhl, Maximilian Heumannn, Manuela Auinger;

FDP: Franz Eckl;

Bürger für Neufahrn: Johannes Häuser, Christian Buschendorf;

Der Gemeinderat

CSU23,16 %

SPD9,75 %

Grüne27,46 %

Freie Wähler 18,24 %

ÖDP6,06 %

AfD4,64 %

FDP 2,86%

BFN 6,68%

Linke 0,97%

ÖDP: Florian Pflügler, Felix Bergauer;

© SZ vom 17.03.2020/fpol
Politik in Bayern Spannender Vierkampf
Landratswahl in Freising

Spannender Vierkampf

Bis gut zur Hälfe der auszuzählenden Wahllokale liefern sich die Kandidaten ein aufregendes Rennen, in dem die Positionen ständig wechseln. Manuel Mück und Helmut Petz liegen schließlich vorne.   Von Peter Becker

Zur SZ-Startseite