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Kommunalwahl in Freising:Paukner macht's

Richard Paukner tritt für die AfD als Bürgermeisterkandidat an.

(Foto: Marco Einfeldt)

AfD schickt in der Domstadt doch noch einen Oberbürgermeister-Kandidaten ins Rennen.

Jetzt also doch: Es sei eine Entscheidung gewesen, die länger in ihm haben reifen müssen: Mit diesen Worten kündigte Richard Paukner am vergangenen Samstag seine Oberbürgermeisterkandidatur für die AfD in der Stadt Freising an. "Wenn ich sehe, wie viele Wähler die AfD bundesweit hat, haben diese, finde ich, ein Recht darauf, dass wir uns auch kommunal zur Verfügung stellen", sagte der 58-Jährige zur Begründung. Vor allem deshalb, weil er eine Aussage bei allen anderen OB-Kandidaten vermisse: "Dass es die Aufgabe des Oberbürgermeisters ist, der Stadt Freising zu dienen. Und nicht, den Bürgern seine eigenen Interessen aufzudrücken."

Ein Dorn im Auge ist Paukner da vor allem die Diskussion um die frühere Kultkneipe "Abseits" in Neustift, die eine Mehrheit im Freisinger Stadtrat bekanntlich kaufen möchte. Da wolle man, so glaubt er, "mit Gewalt viel Geld in den Sand setzen, damit Leute da künstlerisch tätig sind". Lieber wäre es ihm, Einrichtungen wie etwa die Luitpoldhalle würden aus dem Stadtzentrum verschwinden und man würde dort "Platz machen", um den dringend notwendigen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. "Eine Stadthalle kann man besser außerhalb unterbringen", sagte der AfD-Politiker.

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Paukner möchte mehr direkte Bürgerbeteiligung

Paukner ist in Freising geboren und aufgewachsen. Er hat eine Leidenschaft für Bienen, ist Mitglied im Imkereiverein, im Traditions- und im Kriegerverein. Er solidarisiert sich mit den Bauernprotesten und macht der AfD auf Landesebene Vorwürfe, dass sie den Landwirten nicht den Rücken stärke. Als gelernter Kraftfahrzeug-Mechaniker möchte er auch seine Gedanken zum Thema Verkehr in der Politik einbringen. Er war über Jahre als Kraftverkehrsmeister in der früheren General-von-Stein-Kaserne tätig, danach bei mehreren Versorgungsbetrieben und ist heute im Großraum München bei einer Spedition angestellt.

Eine von Paukners Ideen für den Freisinger Verkehr: "Kostenfreier Nahverkehr für Senioren." Auf lange Sicht möchte er den ÖPNV am liebsten sogar für alle freistellen. Was Themen wie den Fahrradverkehr angeht, möchte der OB-Kandidat mehr direkte Bürgerbeteiligung. "Es ist ja schön und gut, dass sich der Stadtrat vor Ort Varianten des Isarstegs anschaut. Aber haben die überhaupt alle ein Fahrrad?", fragte der 58-Jährige bei der Aufstellungsversammlung der AfD im Pullinger Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Johannes Huber. Stattdessen solle man doch die Freisinger Fahrradfahrer entscheiden lassen, was Sinn macht.

Außerdem möchte Paukner sich für eine stärkere Förderung des Ehrenamts einsetzen. Er fordert beispielsweise einen Sonderausweis, damit Ehrenamtliche zu bestimmten Zeiten kostenfrei parken können.

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