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Freisinger Klinikum:Notaufnahme spürbar entlastet

Die Eröffnung der Bereitschaftspraxis hat die Notaufnahme im Freisinger Klinikum deutlich entlastet.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Einrichtung einer Bereitschaftspraxis, in der Bagatellfälle behandelt werden, hat sich bewährt.

Keiner weiß, wie lange es die Bereitschaftspraxen in Bayern noch gibt, denn gerade plant Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine komplette Erneuerung der medizinischen Notdienste. Dabei gibt es die bayernweit 108 Bereitschaftspraxen gerade mal ein gutes Jahr. Ende April vergangenen Jahres ist die am Klinikum Freising in Betrieb gegangen, hier tun im Landkreis niedergelassene Mediziner und Poolärzte außerhalb der normalen Sprechzeiten der Arztpraxen Dienst. Sinn der Einrichtung ist es, die Notaufnahme im Krankenhaus von Bagatellfällen zu entlasten. Wer Halsschmerzen oder leichtes Fieber hat, muss nicht die Notaufnahme des Krankenhauses beschäftigen, so die Idee, sondern soll erst einmal von einem Arzt untersucht werden.

Nach anfänglichen Reibereien läuft es gut

Im Fall der Bereitschaftspraxis im Landkreis Freising ist dieses Ziel wohl erreicht worden. Jüngst stellte der Geschäftsführer des Klinikums, Andreas Holzner, den Kreisräten seinen Jahresbericht vor. Dabei kam er auch auf die Bereitschaftspraxis zu sprechen. "Es ist eine merkliche Entlastung der Notaufnahme von nicht akuten Fällen festzustellen", sagte Holzner. Anfänglich habe es Reibereien gegeben, räumte er ein, ohne genauer auf deren Art einzugehen, "aber jetzt läuft es gut". Da die Bereitschaftsärzte wochentags und an Wochenenden nur bis 21 Uhr vor Ort sind, übernimmt das Krankenhaus alle Notfälle außerhalb dieser Zeit. "Der Schritt, die Bereitschaftspraxis zu etablieren, bringt etwas", lautete das Fazit des Krankenhaus-Geschäftsführers. Die Zahl der ambulanten Notfall-Behandlungen im Klinikum selbst sei jedenfalls zurückgegangen, vor allem an den Wochenenden. "Da bringt's am meisten", so Holzner.

Nachfragen der Freisinger SZ bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), die offizieller Betreiber der Bereitschaftspraxis ist und die Räume vom Klinikum anmietet, zeigen das gleiche Ergebnis. "Die Freisinger Praxis gehört zu denen in Bayern, die schon gut angenommen werden", sagte Guido Zdrenka, Regionalleiter des Bereitschaftsdiensts Südbayern der KV Bayern. Natürlich, räumte er ein, sei da noch Luft nach oben, aber, "die Leute gewöhnen sich langsam an den Dienst". Die Zusammenarbeit mit dem Freisinger Klinikum nannte Zdrenka "sehr angenehm".

Wie viele Patienten schon behandelt worden sind, konnte er allerdings nicht so genau sagen. In den drei Quartalen des Vorjahres habe man rund 5000 Patienten gezählt, für 2019 habe er aber noch keine Abrechnung. Wie viele der 219 niedergelassenen Ärzte, die es im Landkreis Freising gibt, in der Bereitschaftspraxis Dienst tun, dazu machte Zdrenka auch keine Angaben. "Ursprünglich wird jeder Arzt eingeteilt, aber die Vertragsärzte können das über ein Online-Tool modifizieren", erklärte er. Dazu gebe es auch eine Reihe von Pool-Ärzten, die als Springer in Bereitschaftspraxen arbeiten. "Das ist eine durchmischte Truppe", so der Regionalleiter der Kassenärztlichen Vereinigung.

Kostenlose Nummer

Die Öffnungszeiten der Freisinger Bereitschaftspraxis, in die man durch den normalen Klinik-Haupteingang an der Alois-Steinecker-Straße 18 gelangt, sind Montag, Dienstag und Donnerstag von 18 bis 21 Uhr, Mittwoch und Freitag von 16 bis 21 Uhr und Samstag, Sonn- und Feiertag von 9 bis 21 Uhr. Kostenlosen telefonischen Kontakt erhält man in diesen Zeiten unter der vorwahlfreien Nummer 116 117. Dort kann man, wenn nötig, auch einen Arztbesuch anfordern. Eine Terminvergabe gibt es nicht.