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Klinikum Freising:Pandemie erhöht das Krankenhaus-Defizit

FREISING: Aussenansicht KLINIKUM / KREISKLINIK / KRANKENHAUS

Für Besuche sind im Freisinger Klinikum keine Impf-Bescheinigungen oder aktuellen Tests mehr nötig.

(Foto: Johannes Simon)

Im Corona-Jahr haben viele Patienten ihre Behandlungen verschoben, das wirkt sich auf die Belegungszahlen aus.

Von Peter Becker, Freising

Die Coronapandemie hat in der Jahresbilanz des Freisinger Klinikums ihre Spuren hinterlassen. Dies geht aus den vorläufigen Zahlen hervor, welche die neue Geschäftsführerin Maren Kreuzer im Kreistag vorgelegt hat. Sie berichtete von zurückgehenden Zahlen bei den stationär und ambulant behandelten Patienten. Dementsprechend fällt 2020 die wirtschaftliche Bilanz aus. Im vergangenen Jahr betrug das Defizit 2,536 Millionen Euro. Ende 2020 wird das Jahresergebnis bei 2,921 Millionen Euro betragen. Und daran werde sich auch im neuen Jahr nichts ändern, vermutet Maren Kreuzer. Zumindest nicht, wenn die Coronapandemie weiterhin die Geschäftsbedingungen diktiert.

Genau das war 2020 der Fall. Die Entwicklung des Klinikums sei durch Covid-19 beeinflusst gewesen, sagte die Geschäftsführerin. In nahezu allen Bereichen gebe es einen Rückgang zwischen 23 und 25 Prozent. Die Herausforderung bestehe darin, wieder auf ähnliche Belegungszahlen zu kommen wie in den vergangenen Jahren. So ging die Zahl der stationär behandelten Patienten im Vergleich zum Vorjahr um 4413 auf 18 877 zurück. Das ist ein Verlust von 23,4 Prozent. Im Coronajahr haben eben viele Patienten ihre Behandlungen verschoben.

Gar um 25,5 Prozent ging die Zahl der ambulant behandelten Personen zurück. Bei 14 966 Menschen haben sich 5130 weniger ambulant im Krankenhaus behandeln lassen als im Jahr 2019. Ein drastischen Einbruch gab es ebenso in der Notaufnahme. Nur noch gut 12 000 Personen wollten sich dort ambulant behandeln lassen: um 3756 oder 22,5 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Rückläufig war die Zahl auch bei den Geburten. 975 Kinder hatten 2919 im Klinikum das Licht der Welt erblickt. Heuer waren es bislang 870. Gestiegen ist lediglich die Verweildauer der Patienten. Sie verbrachten jetzt 5,3 statt 4,9 Tage im Klinikum.

Die wirtschaftlich bedeutsame Auslastung des Krankenhauses ist somit von 74,9 Prozent im vergangenen Jahr auf gut 60 Prozent in 2020 gesunken. Für das kommende kalkuliert Maren Kreuzer mit einem Wert von 70 Prozent. Zur Kostensteigerung trägt 2021 auch eine Tariferhöhung für das Personal bei.

Einige Umbauten sind geplant

Das Wohnheim des Klinikums ist zwar laut Masterplan eigentlich ein Fall für die Abrissbirne, trotzdem steckt das Klinikum 100 000 Euro in die Sanierung des Gebäudes. Was den Masterplan anbelangt, soll dieser im Frühjahr Rechtskraft erlangen. Landkreis und Stadt Freising werden sich dann zusammensetzten müssen, um über das weitere Vorgehen bei der Neugestaltung des Klinikgeländes zu beraten. Was den Bauabschnitt IV am Klinikum betrifft sind ein Abriss und ein Neubau des Gebäudes geplant. Umgebaut wird die Notaufnahme.

Unterdessen ist eine Task Force dabei, eine Fünf-Jahresstrategie für das Klinikum zu erarbeiten. Im Herbst haben die Beteiligten sich zum ersten Mal getroffen und eine erste Analyse der Situation gezogen. Vor Weihnachten sollen noch Gespräche mit den Chefärzten, der Pflegedirektion und der Personalleitung folgen. Bis März dauern die ökonomische Gesamtbewertung der Lage, die Erarbeitung eines Maßnahmeplans und der Abschluss eines Gesamtgutachtens. Unter anderem wird es auch darum gehen, die Casemixpunkte zu erhöhen. Diese beschreiben den Schwerefall der Behandlung eines Patienten, was sich wiederum in der wirtschaftlichen Bilanz des Freisinger Krankenhauses niederschlägt.

© SZ/nta
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