Mehr Klimaschutz:Die Stadt Freising nimmt die Wette an

Mehr Klimaschutz: Ausgerüstet mit Boxhandschuhen haben Stadträtin Susanne Günther und der Aktivist Michael Bilharz symbolisch eine Tonne CO₂ niedergeboxt.

Ausgerüstet mit Boxhandschuhen haben Stadträtin Susanne Günther und der Aktivist Michael Bilharz symbolisch eine Tonne CO₂ niedergeboxt.

(Foto: Marco Einfeldt)

Bis 1. November sollen 736 Tonnen CO₂ eingespart werden - mitmachen kann über eine Website jeder und jede Einzelne.

Von Johann Kirchberger

Top, die Wette gilt. Stadträtin Susanne Günther (Grüne) hat am Samstag im Namen der Stadt die Wette angenommen, wonach Freising bis zum 1. November 736 Tonnen CO₂ einsparen wird. Ihr Wettpartner war Michael Bilharz, Initiator der bundesweiten Mitmachaktion "Die Klimawette", der zur Zeit 6000 Kilometer quer durch Deutschland radelt. Unter dem Motto "Kickt die Tonne!" ist er mit Freunden 100 Tage mit Lastenrad, Riesen-Pin und einer Tonne CO₂ unterwegs. Die Aktion soll spielerisch aufzeigen, wie jeder und jede einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten kann.

Für Freising "ist das zu schaffen"

Bilharz möchte vor allem auf die Weltklimakonferenz in Glasgow Anfang November aufmerksam machen und bis dahin eine Million Menschen dazu bringen, zusammen eine Million Tonnen CO₂ einzusparen. Heruntergerechnet auf die Einwohnerzahl der Domstadt, wären dies 736 Tonnen. "Das ist zu schaffen", sagte Bilharz, der sich zu den Menschen zählt, die gewissermaßen vorausgehen. Denn "wenn Menschen vorausgehen, kann die Politik folgen und dann geht Klimaschutz schneller".

Einsparungsmöglichkeiten gibt es seinen Worten nach viele: Weniger Fleisch essen und Carsharing betreiben etwa, LED-Lampen einbauen und ein Balkonkraftwerk errichten oder Aufforstungs- und Pflanzenkohle-Projekte unterstützen. Weitere Vorschläge, mit welchen Maßnahmen jeder Einzelne CO₂ einsparen kann, lassen sich auf das Handy laden. Mitmachen geht ganz einfach über die Website www.dieklimawette.de. Aus einer Liste von 20 Vorschlägen kann man hierzu seinen eigenen Vorsatz für den Klima-Sommer heraussuchen. Weil Klimaschutz leichter geht, wenn man ihn nicht als Belastung, sondern als sportliche Herausforderung begreift, wie Bilharz sagt, ist auch eine spielerische Herangehensweise möglich. Bastelarbeiten gehören dazu und das Ausmalen von Vorlagen, "damit der Spaß nicht zu kurz kommt".

Genügend Unterstützer sind dagewesen

Und Box-Handschuhe braucht man auch. Bilharz und Susanne Günther zogen sie am Samstag über, um anschließend zur Freude der Fotografen publikumswirksam auf eine CO²-Tonne einzuschlagen und sie ein paar Stufen hinunter zu boxen. Günther sprach dann auch die Hoffnung aus, dass Freising "das Einsparziel schafft und eine Vorreiterrolle im Klimaschutz einnehmen" wird. Was sie selbst unternehmen will, um die Aktion anzukurbeln und erfolgreich werden zu lassen, muss abgewartet werden. Genügend Unterstützer, vom VCD über die Grünen bis zur Aktion Radentscheid, waren schon mal gekommen.

© SZ vom 12.07.2021
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