Süddeutsche Zeitung

Corona in Freisinger Kita:Gesundheitsamt gibt Entwarnung

Drei von vier Gruppen dürfen am Montag wieder in die Kindertagesstätte Traumallee zurückkommen.

Von Thilo Schröder, Freising

Die Reaktion der Behörden auf einen Corona-Fall in der städtischen Kindertagesstätte "Traumallee" hat bei Eltern betroffener Kinder für Verwirrung gesorgt. Nachdem die Stadt die Einrichtung auf Anordnung des Gesundheitsamts am Donnerstag zunächst komplett geschlossen hatte, warteten einige Eltern noch am Freitag auf Informationen zum weiteren Vorgehen seitens des Gesundheitsamts. Im Laufe des Tages dann für viele die Entwarnung: Drei der vier Kita-Gruppen dürfen am Montag kommen, allerdings zu eingeschränkten Betreuungszeiten.

Eine Erzieherin der Pusteblumengruppe war positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie Landratsamt und Stadt Freising am Freitag konkretisierten. Nach Prüfung der Abläufe steht nun fest: Alle Kinder dieser Gruppe sowie Angestellte mit direktem Kontakt müssten sich testen lassen und in Quarantäne gehen, so Rupert Widmann von der Stadt - und das so lange, bis alle Tests negativ seien.

Kinder anderer Gruppen dürften dagegen am Montag wieder kommen, sollten sich bei Symptomen aber ebenfalls testen lassen. In den vier Kita-Gruppen werden jeweils 13 Kinder betreut. Zu Beginn des Kita-Jahres hatte die Stadt betont, wie wichtig es für den Infektionsschutz sei, die Gruppen klar voneinander zu trennen.

Nach der Schließung der Kita rechneten Eltern auch aus anderen als der betroffenen Gruppe mit Informationen - die sie offenbar zunächst nicht bekamen. Mehrere besorgte Eltern hätten deshalb am Freitag im Gesundheitsamt angerufen, so Landratsamtssprecher Robert Stangl. In einer Whatsapp-Gruppe der Krippe kursierten laut einer Mutter unterschiedliche Infos; zeitweise habe das Gesundheitsamt offenbar angekündigt, die Kita bleibe eine Woche geschlossen. Unklar sei anfangs auch gewesen, ob Geschwister zur Schule gehen dürften. Auf Facebook gab eine Mutter an, sie sei Lehrerin und wisse ebenfalls nicht, wie sie sich verhalten solle.

Gemäß geltender Vorgaben würden zunächst direkt Betroffene, sogenannte Kontaktpersonen ersten Grades, informiert, sagte Landratsamtssprecherin Eva Zimmerhof. Sie appellierte: "Man sollte darauf vertrauen, dass man kontaktiert wird." Die Entscheidung, zunächst die komplette Kita zu schließen, verteidigte das Amt als "Vorsichtsmaßnahme". Die genauen Abläufe hätten erst ermittelt werden müssen, so Zimmerhof. Durch den Coronafall unter den Angestellten habe die Kita "Traumallee" nun ein "Personalproblem", so Widmann. Daher könne die Krippe bis auf Weiteres nur von 7.30 bis 16 Uhr geöffnet sein.

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Quelle:
SZ vom 12.09.2020
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