Stadtpfarrkirche wird saniert:Größere Schäden im Dachstuhl

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Die Stadtpfarkirche St. Georg wird umfassend saniert.

(Foto: Sophie Linckersdorff;)

Die Freisinger Stadtpfarrkirche St. Georg wird für 7,23 Millionen Euro umfassend renoviert. Davon kommen rund sechs Millionen von der Diözese. Bis zur Landesausstellung 2024 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Von Thilo Schröder, Freising

Die Freisinger Stadtpfarrkirche St. Georg wird in den kommenden drei Jahren von außen umfassend renoviert. Rund 7,23 Millionen Euro betragen die kalkulierten Gesamtkosten laut einer Pressemitteilung, die der Freisinger SZ vorab vorliegt. Es herrsche "Handlungsbedarf" aufgrund "größerer Schäden im Dachstuhl" der Kirche, sagt Elisabeth Maier. "Die alte Dachdeckung ist zum Teil lose, die muss runter", erklärt die Verwaltungsleiterin im Pfarrverband St. Korbinian, zu dem die Pfarrei in der Innenstadt gehört.

Ziel ist demnach, dass die Bauarbeiten bis zur Bayerischen Landesausstellung abgeschlossen sind, die 2024 in den Gebäuden des Erzbistums auf dem Domberg stattfinden soll, parallel zum 1300-jährigen Bistumsjubiläum. Etwa von Mitte Juni an sollen erste Vorarbeiten am Sockel und Proben am Putz ausgeführt werden, im August beginnt die vollständige Einrüstung des Gotteshauses.

Von Mitte Juni an sind erste Vorarbeiten am Sockel und Proben am Putz geplant

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Die Dachschindeln werden durch umweltfreundliche Biberschwanz-Ziegeln aus Ton ersetzt.

(Foto: Sophie Linckersdorff;)

Im Zuge der Erneuerung des Daches werden die vorhandenen Dachschindeln laut Mitteilung durch umweltfreundliche Biberschwanz-Ziegel aus Ton ersetzt und Schäden im Tragwerk des Daches behoben. Zudem werde der Kirchturm statisch gesichert, hinsichtlich geltender Brandschutzvorgaben überarbeitet und mit einem Fluchtraum auf halber Höhe ausgestattet. "Wir wollen das auf sichere Beine stellen", sagt Maier.

Der Zugang zur Kirche bleibe während der Arbeiten geöffnet und Gottesdienste könnten im normalen Umfang stattfinden, heißt es in der Mitteilung weiter. Ein abgesperrter Lagerplatz werde nördlich der Kirche eingerichtet, die großen Kirchentüren blieben offen, heißt es in einem Schreiben an Ehren- und Hauptamtliche im Pfarrverband. Der Parkplatz am Pfarrheim werde jedoch während der Bauzeit nur reduziert nutzbar sein. Auf der Homepage werde man in loser Folge Fotos des Baufortschritts einstellen.

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Eine gründliche Reinigung und ein Neuanstrich der Fassade des Gotteshauses und des Turmes schließen die Arbeiten ab.

(Foto: Sophie Linckersdorff;)

Neben der Dachsanierung wird die Fassade gereinigt und neugestrichen

Nach der baulichen Überarbeitung soll der 84 Meter hohe barocke Kirchturm, der aktuell nicht begehbar ist, wieder als Aussichtsort zur Verfügung stehen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. "Eine gründliche Reinigung und ein Neuanstrich der Fassade des Gotteshauses und des Turmes schließen die Arbeiten ab."

Die Kosten für die Baumaßnahmen übernimmt großteils die Erzdiözese München und Freising. Man erhalte von der Diözese einen Zuschuss in Höhe von rund sechs Millionen Euro, so Maier. Die restliche Finanzierung sei noch offen. "Wir bemühen uns um Förderung der öffentlichen Hand." Den festgesetzten Deckelbetrag von 7,23 Millionen Euro wolle man aber "auf keinen Fall überschreiten".

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Am Dachstuhl wurden größere Schäden festgestellt.

(Foto: privat)

Die letze Außensanierung liegt rund fünfzig Jahre zurück

Größere Sanierungsarbeiten an der laut Homepage 1494 vollendeten gotischen St. Georgskirche wurden zuletzt vor etwa 20 Jahren durchgeführt. "Durch die letzte Renovierung 1999 bis 2003, die Pfarrer Johann Huber durchführte, erhielt die Stadtpfarrkirche St. Georg ihre Raumschale von 1497 zurück", heißt es in einem Sonderpfarrbrief zur Pfarrverbandsgründung vom 23. November 2014. Eine erste Kirche am heutigen Standort wurde bereits im 8. Jahrhundert errichtet.

Der heutige Kirchturm entstand von 1681 bis 1689. Dazu heißt es auf der Homepage: "Als der Bau zwischenzeitlich aus Geldmangel stockte, war es vor allem ein Verdienst des damaligen - für St. Georg zuständigen - Domdekans Johann Franz Eckher, des späteren Freisinger Fürstbischofs, dass der Turm schließlich doch fertig wurde. Die Kosten betrugen 27 310 Gulden und die Rechnungen weisen 288 000 Ziegelsteine aus." Letztmalig restauriert wurden Außenfassade, Turm und Dach des Gotteshauses zwischen 1967 und 1972.

Im Pfarrverband hofft man nun, dass die anstehenden Bauarbeiten an Dach und Außenmauern planmäßig ablaufen. Zumindest das Gerüst solle bis zur Landesausstellung weg sein, sagt Maier. Eventuell ausstehende Restarbeiten würden weitergeführt, abseits neugieriger Blicke einer dann landesweiten Öffentlichkeit.

© SZ vom 20.05.2021/ilos
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