Starkregen, begleitet von heftigem Gewitter, prasselte am Montagmorgen auf Freising nieder. Für Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher ein Fingerzeig auf die bedrohlichen Begleiterscheinungen des Klimawandels, vor dem seit Jahren seitens der Wissenschaft gewarnt wird.
Manche Menschen mögen die Klimakrise weiterhin hartnäckig leugnen, andere sind sich deren zwar bewusst, ziehen in ihrem Alltagsleben aber keine Konsequenzen daraus. Auf humoristische Art und Weise setzt sich jetzt die Agenda 21 der Stadt Freising in Form einer Karikaturenausstellung in der Volkshochschule mit der ernsten Problematik auseinander.
„Wir machen zu wenig“, stellte Marita Hanold von der Agenda 21 während einer Pressekonferenz im Rathaus fest, obwohl die Folgen des Klimawandels eigentlich sichtbar seien. Warum dem so ist, mit dieser Frage beschäftigte sich die Agenda 21 eingehend und fand eine Antwort darauf. Nur mit Verzicht auf lieb gewonnene Gewohnheiten sei auf den Klimawandel noch einzuwirken.
Das bedeute keine Flugreisen mehr und auf den Genuss von Fleisch sollte man besser auch verzichten. Aber niemand möchte sich gerne seinen Lebensstil vorschreiben lassen. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf humoristische Weise möchte die Agenda 21 deshalb dazu anregen, sich mit der Klimakrise auseinanderzusetzen. Dies geschieht mit der Ausstellung „Mit Volldampf in die Katastrophe? – Karikaturen aus Ost- und West zur Umwelt- und Klimakrise“.
„Der Klimawandel ist mit Einzelaktionen nicht in den Griff zu bekommen“, stellte Marita Hanold fest. „Wir brauchen ein Wir“: Nur gemeinsam könne man die Zukunft künftiger Generationen gestalten. Die Ausstellung entspringt einer Kooperation der Agenda 21 mit der Freisinger Volkshochschule und dem Osteuropa-Hilfswerk Renovabis. Diese hat die Wanderausstellung zusammen mit dem Referat Weltkirche des Erzbistums Bamberg konzipiert. Deren Geschäftsstelle befindet sich auf dem Freisinger Domberg.
Die Sicht von Zeichnern aus Osteuropa steht im Vordergrund
Die Karikaturen sollen dazu anregen, Umwelt- und Klimakrise aus verschiedenen humoristischen, pointierten Blickwinkeln zu betrachten. Insbesondere steht die Sicht darauf von Zeichnerinnen und Zeichnern aus Osteuropa im Vordergrund. Diese sprechen vor allem Waldrodungen und Luftverschmutzung in ihren Heimatländern an. 77 Karikaturen aus 18 Ländern sind in der Ausstellung zu sehen. Zum Beispiel die eines Künstlers aus Italien: Zu sehen ist eine liebliche Landschaft, unter deren grünen Wiese ein Mensch mit einem Besen in der Hand Müll kehrt. Oder eine andere, auf der zwei Bären auf einer Eisscholle treibend abgebildet sind.
„Die überspitzten Darstellungen der Karikaturen bringen Betrachterinnen und Betrachter zum Lachen oder Schmunzeln, wollen aber auch nachdenklich machen und, wo nötig, zum Umdenken und konkreten Handeln anregen“, heißt es in der Vorschau auf die Ausstellung. Diese beginnt am Montag, 9. September, um 18 Uhr mit einer Vernissage in der Volkshochschule an der Kammergasse. Dort wird sie bis zum 31. Oktober zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen sein.

