bedeckt München

Talentierter Maler:Das Leben darstellen

nick

"Zeichnen ist nicht gleich Kunst", sagt Nick Raster. Ausschlaggebend sei der Hintergedanke eines Werks.

(Foto: Privat)

Der 21-jährige Künstler Nick Raster belegt beim Jugendkulturpreis des Landkreises den zweiten Platz.

Von Corinna Bail, Freising

Zum achten Mal in Folge würdigt der Freisinger Jugendkreistag regionale Nachwuchskünstler mit dem Jugendkulturpreis. Den zweiten Platz belegt in diesem Jahr der gebürtige Freisinger Nick Raster, der mit seiner Leidenschaft für die Malerei und gestaltende Kunst überzeugt.

Die ersten Zeichenversuche startete der Jungkünstler auf einem Segeltörn mit seinen Eltern: Auf der hohen See zwischen Karibik und Brasilien griff der damals Sechsjährige aus Langeweile zu Stift und Papier. "Ich hab einfach das gemalt, an was ich mich erinnert habe", erzählt Raster heute. Der richtige Motivationsschub sei dann auf Anraten von Bekannten gekommen, Zeichnungen auf Grundlage von Fotos zu erstellen. Nick Raster erinnert sich, dass sich in dieser Zeit vor allem seine Zeichentechnik und die proportionale Ausgestaltung von Motiven verbessert habe. Schnell habe er gemerkt, auf diese Weise realitätsgetreue Kunstwerke zu Papier zu bringen.

Allerdings reichte dieser Fortschritt dem heute 21-Jährigen nicht. "Zeichnen ist nicht gleich Kunst", betont er im Gespräch. Zur gestalterischen Kunst gehöre für ihn mehr als die perfekte Technik. Essenziell sei aus seiner Perspektive vielmehr der Hintergedanke seiner Malereien, ob nun durch einen politisch gewählten Inhalt oder die Abbildung der Persönlichkeit eines Menschen. "Kunst ist immer auch die Darstellung vom Leben", weshalb er das Lebendige der porträtierten Objekte und Personen übermitteln möchte. Natürliche Unreinheiten oder Fehler im Schaffungsprozess gehörten für ihn dazu. Am liebsten bringt er seine Zeichnungen mit Bleistift zu Papier, Gemälde finden auch gerne auf Leinwänden Platz, dann aber mit Aquarell- oder Acrylfarben.

Momentan macht Raster eine Ausbildung zum Bildhauer

Für den Freisinger Jugendkulturpreis hatte sich Nick Raster bereits 2019 mit einem seiner Kunstwerke beworben. Damals habe er ein relativ detailgetreues Gemälde der Abtei Weihenstephan eingereicht, berichtet er. "Da hat aber nicht so viel von mir selbst drin gesteckt", gibt der Künstler zu. In diesem Jahr habe er deshalb verschiedene Bilder und Skulpturen eingereicht, die mehr seinen persönlichen Stil ausdrückten. Die Jury überzeugte Raster damit und belegte den zweiten Platz des Jugendkulturpreises. Er sei glücklich über die Unterstützung, die ihm mit der Prämie zuteil wird. Momentan erweitere er seinen künstlerischen Horizont durch eine Ausbildung zum Bildhauer in Oberammergau. "Das ist noch einmal viel schwieriger als Zeichnen, weil es dem Leben, das wir führen, durch die Dreidimensionalität näher kommt." Nach Abschluss seiner Lehre in rund zwei Jahren plant der Preisträger, an einer Hochschule Kunst zu studieren. Auf lange Sicht möchte Raster ausschließlich von der Kunst leben. "Obwohl ich mich auch für die Naturwissenschaft interessiere", überdenkt der 21-Jährige seine Zukunftspläne. "Mal schauen, wie ich das unter einen Hut bekomme."

Jedes Jahr zeichnet der Freisinger Jugendkreistag mit dem Jugendkulturpreis kunstschaffende junge Erwachsene im Alter bis 25 Jahre aus. Pandemiebedingt musste die große Verleihung der drei Siegerprämien, die eigentlich beim Freisinger Uferlos-Festival im Mai stattfinden sollte, in diesem Jahr zunächst ausfallen. Am kommenden Freitag, wird die Kür der Nachwuchskünstler nun im kleinen Rahmen nachgeholt. Neben Nick Raster auf dem zweiten Platz erhalten dann auch die fünfköpfige Blechbläsergruppe Feger Spezies (erster Platz) und Singer-Songwriter Clemens Ripp (dritter Platz) den diesjährigen Freisinger Jugendkulturpreis.

© SZ/nta/ilos

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite