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Hochschule Weihenstephan- Triesdorf:Studentin initiiert Aktion für Stammzellenspende

Die 21-jährige Gartenbaustudentin Johanna Altmannshofer initiiert an der Hochschule Weihenstephan- Triesdorf eine Typisierungsaktion. Studierende, Dozenten, aber auch alle anderen Freisinger können sich beteiligen.

Von Petra Schnirch, Freising

Eigentlich sollte an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) im Sommersemester ein größeres Event stattfinden - denn Studierende wollen möglichst viele Freisinger dafür gewinnen, sich für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren zu lassen. Weil eine Veranstaltung wegen Corona nicht möglich ist, geschieht dies nun online und daheim. Studierende, Dozenten, aber auch alle anderen Interessierten können sich in die Datei aufnehmen lassen, um die Chancen zu verbessern, einen passenden Stammzellenspender für an Leukämie erkrankte Menschen zu finden.

Der Anstoß zur Registrierungsaktion kam von Johanna Altmannshofer.

(Foto: oh)

Der Anstoß dazu kam von Johanna Altmannshofer. Die 21-Jährige studiert im zweiten Semester Gartenbau. In ihrem Heimatort Pöttmes erkrankte im vergangenen Jahr eine junge Frau an Blutkrebs, die sie bereits aus dem Kindergarten kannte. Das habe sie ziemlich mitgenommen, erzählt die Studentin. Im Herbst fand in dem Dorf eine große Registrierungsaktion statt - und Johanna Altmannshofer kam auf die Idee, auch an ihrer Hochschule eine solche zu initiieren. Über eine Mitbewohnerin kam der Kontakt zum Studierendenparlament der HSWT zustande, das die Aktion nun gemeinsam mit der DKMS gestartet hat. "Ich bin total glücklich darüber", sagt Altmannshofer, von beiden Seiten habe sie viel Unterstützung erfahren.

Die Tests können Interessierte selbst zu Hause vornehmen

Das Prozedere ist ganz einfach: Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann sich die Registrierungsunterlagen nach Hause bestellen. Mithilfe von drei medizinischen Wattestäbchen und einer genauen Anleitung sowie einer Einverständniserklärung kann jeder nach Erhalt des Sets selbst einen Abstrich an der Wangenschleimhaut vornehmen und einschicken, damit die Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Erst wenn dies erfolgt ist, stehen die Spender für den weltweiten Suchlauf zur Verfügung.

Helfen kann aber auch, wer aus gesundheitlichen Gründen oder wegen seines Alters nicht als Stammzellspender in Frage kommt, darauf weist die Studentin ebenfalls hin - denn zur Finanzierung dieser und ähnlicher Aktionen ist die DKMS auf finanzielle Spenden angewiesen.

Derartige Online-Initiativen gibt es nach Auskunft der DKMS derzeit öfters, gerade an Hochschulen oder durch Vereine. Waren sie bisher die Ausnahme, ist dies aufgrund der Corona-Pandemie aktuell die einzige Möglichkeit, potenzielle Stammzellspender zu gewinnen. Die Resonanz auf die Aufrufe sei sehr unterschiedlich, teilt die Organisation mit. Mitunter sei sie sogar besser als bei Veranstaltungen vor Ort, weil man mehr Menschen erreiche. Oft könne man aber durch die Nähe zu einem Betroffenen einen größeren Personenkreis mobilisieren. An der HSWT will man nun durch den internen E-Mail-Verteiler, aber auch durch die sozialen Medien für die Initiative werben. Schließlich sei die Hochschule allen, die in Freising leben, ein Begriff, sagt Johanna Altmannshofer. Deshalb hofft sie auf ein großes Echo.

Mehr Informationen gibt es auf der Aktionsseite auf der Homepage der DKMS (https://www.dkms.de/de/better-together/hswt-freising)

© SZ vom 16.06.2020/nta
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