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Neue Praxismodule an der Hochschule Weihenstephan:"Arbeiten und studieren für die Ernte"

Weihenstephan

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf will Gastronomen in der Corona-Krise unterstützen. Der Markt befinde sich im Moment in einer Phase der Veränderung, heißt es.

(Foto: lukasbarth.com)

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf bietet Praxismodule an und unterstützt damit die Landwirte in der Corona-Krise.

Viele Landwirte warten wegen der Corona-Krise derzeit vergeblich auf ihre Saisonarbeiter, zahlreiche junge Leute wollen ihnen helfen. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) bringt nun beide Seiten zusammen, indem sie ihren Studierenden im Sommersemester drei neue Praxismodule unter der Überschrift "Arbeiten und studieren für die Ernte" anbietet. Sie können in landwirtschaftlichen Betrieben, aber auch im Gesundheitsbereich mitanpacken und erhalten dafür Credit Points, auch in den Abschlusszeugnissen wird die Teilnahme vermerkt.

In der Notsituation habe man ein Zusatzangebot für die Betriebe schaffen wollen, sagt Martin Spreidler, Dekan und Professor für Landwirtschaftliche Betriebslehre am Campus in Weihenstephan. Darüber hinaus sei dies ein "Benefit für die Studierenden", die sich mit Risikothemen in der Landwirtschaft vertraut machen können und lernen, wie man damit umgeht. Viele helfen laut Spreidler derzeit bereits ehrenamtlich, nun wird ihr Engagement durch die HSWT anerkannt. Das sei auch "eine Geste von unserer Seite", neben der Unterstützung der Betriebe.

Das Interesse ist groß

Helfen sollen die jungen Leute sowohl "an der Front", also beispielsweise direkt auf dem Feld, als auch bei der Organisation, abhängig von ihrer Erfahrung. Viele der Studierenden würden später selbst als Betriebsleiter arbeiten. Das Interesse an dem Angebot sei groß, sagt Spreidler. Natürlich müssten die üblichen Corona-Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Genaue Zahlen lagen ihm noch nicht vor. Die meisten würden Betriebe in der Nähe ihrer Heimatorte unterstützen, da das Sommersemester wegen Corona am 20. April in digitaler Form beginnen wird.

Das Angebot richtet sich an Studierende aus den Fachbereichen Landwirtschaft, Agrarmarketing und Management, Erneuerbare Energien, Agrartechnik, Ernährungs- und Versorgungsmanagement sowie Lebensmittelmanagement. Die Titel der in den vergangenen Wochen entwickelten Module lauten: "Arbeitsorganisation und Erntehilfe in Krisenzeiten", "Landwirtschaftliche Betriebsorganisation in Krisenzeiten" und "Unternehmensorganisation in systemrelevanten Branchen in Krisenzeiten". Die Studierenden könnten so - neben dem digitalen Unterricht - die eigene Region unterstützen und gleichzeitig ihre fachlichen Kompetenzen erweitern, heißt es von Seiten der Hochschule.

Auch später bei Bewerbungen sei die Teilnahme an dem Zusatzangebot ganz interessant, glaubt Spreidler. Bei der Zeiteinteilung seien die Studierenden frei, je nach den Erfordernisse der Betriebe. Das Projekt ist angelehnt an die vom bayerischen Landwirtschaftsministerium ausgerufene Aktion "Arbeiten für die Ernte", bei der die HSWT Partnerin ist.

© SZ vom 16.04.2020/nta

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