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Ausblick auf 2020:Viele Pläne für Weihenstephaner Campus

Eine ganze Reihe neuer Professorinnen und Professoren lehren am Campus in Weihenstephan: (v. l.) Der frühere Präsident Wolfgang Herrmann (4. v. l.) stößt an mit Karin Pritsch, Rupert Seidl, Sara Diana Leonhardt, Nina Henriette Uhlenhaut, Veronika Somoza, Dekan Thomas Becker, Andreas König und Kurt Gedrich.

(Foto: Marco Einfeldt)

Beim Neujahrsempfang der TU München am Standort Freising ruft Dekan Becker nicht nur die "postherrmannsche Zeit" aus, sondern präsentiert auch neue Bauprojekte, neue Studiengänge und eine Reihe neuer Professoren.

An der TU München hat die "postherrmannsche Zeit" begonnen. Thomas Becker, Dekan des Wissenschaftszentrums Weihenstephan, bezeichnete den langjährigen Präsidenten Wolfgang Herrmann beim Neujahrsempfang der Fakultät als die "Seele der TU München". Die Stabübergabe an dessen Nachfolger Thomas Hofmann sei eines der einschneidenden Ereignisse 2019 gewesen. Wie es nun weitergehen wird? Diese Frage beantwortete Herrmann, der nach Jahren wieder einmal an der traditionellen Veranstaltung zu Jahresbeginn teilnahm, gleich selbst: "auf allerhöchstem Niveau". Langweilig wird es laut Becker jedenfalls nicht, 2020 stehen wieder etliche Neuerungen an.

Für den Neubau für die Tierwissenschaften hat die Staatsregierung das Geld inzwischen genehmigt, wie Becker mitteilte. Unklar sei aber noch, wann die Bauarbeiten beginnen können. Ein weiteres neues Gebäude am Campus, das "Zentrum für Integrierte Infektionsprävention", ist in Planung. In diesem Jahr soll der Antrag eingereicht werden.

Es starten mehrere Professuren und ein Masterstudiengang, Präsident Hofmann setzt auf interdisziplinäre Zusammenarbeit

In der ersten Jahreshälfte 2020 starten die Professuren "Intestinal Microbiome", "Precision Agriculture" und "Wald- und Agroforstsysteme", außerdem wird im Herbst 2020 der neu konzipierte Masterstudiengang "Agricultural Biosciences" angeboten. Einen kleinen Schritt vorangekommen sind die Pläne für ein Kongresszentrum in Weihenstephan. Ein Grundstück ist laut Becker in Aussicht, mit der Stadt führt die TUM Gespräche, weitere Details wollte er nicht bekanntgeben.

Unter dem neuen Präsidenten wird es an der TUM strukturelle Veränderungen geben, die interdisziplinäre Zusammenarbeit soll intensiviert werden. Denn Innovationen entstünden meist an den Schnittstellen, etwa zwischen Ernährung und Medizin, sagte Becker. In Weihenstephan sei durch die grundlegenden Reformen bereits viel passiert, "wir haben das seit 20 Jahren vorleben können", jetzt gehe es um die "konsequente Weiterentwicklung".

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Eschenbacher lobt die Verbindung zwischen Stadt und TU München

OB Tobias Eschenbacher betonte, dass zwischen Stadt und TU München enge Verbindungen bestünden - "und sie werden immer enger". Ein Beispiel für die Zusammenarbeit sei die Vortragsreihe im Lindenkeller, bei der Wissenschaftler ihre Forschung verständlich erklären. Es mache ihn stolz, dass in Freising Antworten für die zentralen Themen Ernährung und Klimawandel gefunden werden, sagte Eschenbacher - und sah darüber hinweg, dass Becker Freising scherzhaft als "Vorort von Weihenstephan" bezeichnete.

Wolfgang Herrmann sagte in seiner Ansprache, er hänge "ganz besonders an diesem Standort", zumal er in Freising wohne. Dank der "bis an die Knochen gehenden Reformen" sei ein internationales Wissenschaftszentrum für die Lebenswissenschaften entstanden. Es gelte, jeden Tag "die Gewohnheit des Denkens zu überwinden", forderte er.

Begrüßt werden beim Neujahrsempfang stets die neuen Professoren. Dies sind diesmal Corinna Dawid, kommissarische Leiterin des Lehrstuhls "Lebensmittelchemie und molekulare Sensorik", Sara Diana Leonhardt (Plant-Insect Interaction), Timo Oksanen (Agrarmechatronik), Rupert Seidl (Ökosystemdynamik und Waldmanagement in Gebirgslandschaften), Veronika Somoza (Nutritional Systems Biology) und Nina Henriette Uhlenhaut (Metabolic Programming). Neue außerplanmäßige Professoren sind Kurt Gedrich (Zentralinstitut für Ernährungs- und Lebensmittelforschung), Andreas König (Tierernährung), Karin Pritsch (Bodenökologie) sowie Thomas Rötzer (Waldwachstumskunde).

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