Initiative der Stadt Freising:"Grüne Hänge" für Preis nominiert

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Initiative der Stadt Freising: Seiner Lage zwischen Hügeln verdankt Freising ausgedehnte und naturnahe Grünflächen in der Stadt, hier der Blick vom Weihenstephaner Berg.

Seiner Lage zwischen Hügeln verdankt Freising ausgedehnte und naturnahe Grünflächen in der Stadt, hier der Blick vom Weihenstephaner Berg.

(Foto: Lukas Barth)

Das Prüfungskomitee des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten nimmt das Maßnahmenpaket zum Erhalt der städtischen Hanglagen in ihren Wettbewerb auf. Die Kategorie lautet "Nachhaltige Stadtentwicklung".

Von Corinna Bail, Freising

Wie ein Netz durchziehen die Grünen Hänge mit Buschwerk und Bäumen das Landschaftsbild Freisings. Das vor drei Jahren von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebene Gutachten und die daraus entstandenen Maßnahmenpakete zum Erhalt der heimischen Hangkanten haben sich ausgezahlt: Die Grünen Hänge wurden vom Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) in der Kategorie "Nachhaltige Stadtentwicklung" für den Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis nominiert.

Die Grünflächen an Domberg, Weihenstephaner Berg, Lankesberg, Schafhof, Biernerberg, Holzer Berg, Tuchinger Berg und an den Talhängen am Mitterfeld seien viel mehr als ein natürlicher Erosionsschutz für die Stadt, befand das Prüfungskomitee des bdla. Neben alten Baumbeständen sowie seltenen Pflanzen und Tieren, die an den Hängen beheimatet sind, stellten die Grünen Hänge wichtige Naherholungsgebiete für die Menschen. Außerdem sorgen sie für Frischluft in der Stadt und senken die Temperaturen. Unter dem Gesichtspunkt des Klimawandels mache dies das Freisinger Ökosystem essenziell für künftige Planungen der Stadtentwicklung, schreibt die Jury auf der Website der Auszeichnung. Schließlich handele es sich bei der Freisinger Innenstadt um einen klimatisch belasteten Raum.

Raum für Pflanzen und Tiere, Erholungsgebiet, grüne Lunge, die Hügel haben viele Aufgaben

Wegen dieser Qualitäten der Berglagen veranlasste die Stadt Freising 2017 eine Studie, um die Grünen Hänge trotz des wachsenden Bedarfs an Wohnraum und dem damit verbundenen Siedlungsdruck auch für nachkommende Generationen zu schützen. Nach einer Bestandsaufnahme der insgesamt acht Teilbereiche durch zwei bayerische Planungsbüros wurden landschaftsplanerische Analysen und historische Bezüge des Geländes aufgestellt. In einem zweiten Schritt erfolgte die Erstellung von Leitbildern und Zielen, um mögliche klimatische Auswirkungen und die Öffentlichkeitsarbeit rund um die Grünen Hügel zu forcieren. Zusammen mit den in der dritten Phase der Untersuchung entstandenen Handlungsempfehlungen wurden die Freisinger Bestrebungen zum Erhalt der Grünen Hänge mit der Nominierung des bdla in der Kategorie "Nachhaltige Stadtentwicklung" belohnt. Nun müssen sich die Freisinger Hochlagen gegen zwei Münchener Landschaften behaupten: das Schwabinger Tor und den Heckenstaller Park; über den Gewinner stimmen die bdla-Mitglieder vom 15. bis 30. November online ab.

Der Bayerische Landschaftsarchitektur-Preis wird heuer zum ersten Mal verliehen. Eingereicht wurden laut Mitteilung des bdla über 50 bundesweite Projekte, die zwischen 2016 und 2019 realisiert worden sind. Ziel des Wettbewerbs sei es, innovative und nachhaltige Landschaftsräume zu würdigen, so der Veranstalter. Neben den sieben Kategorien, in denen jeweils drei Projekte nominiert worden sind, dürfen sechs Standorte auf den Gewinn der Hauptkategorie hoffen. Die Bekanntgabe der Preisträger in der Hauptsparte und den Nebenkategorien erfolgt voraussichtlich zu Beginn des kommenden Jahres.

Weitere Informationen zur Auszeichnung und zu den einzelnen Nominierungen sind auf der Website des Bayerischen Landschaftsarchitekturpreises zu finden.

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