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Hasen- und Afrikanische Schweinepest:Plakataktion und Abschussprämie

Feldhase

Für Feldhasen ist die Hasenpest immer tödlich. Auch Menschen können sich infizieren und, im schlimmsten Fall, sterben, warnt Walter Bott, Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägervereins Freising Stadt und Land.

(Foto: dpa)

Nach wie vor sind die Hasenpest und ein mögliches Übergreifen der "Afrikanischen Schweinepest" auf die Region ein Thema im Landkreis Freising. Das Veterinäramt ist darauf vorbereitet.

Sowohl die Hasenpest als auch die afrikanische Schweinepest sind im Landkreis Freising immer noch ein Thema. Nach Angaben von Robert Stangl, Pressesprecher im Freisinger Landratsamt, wurden bei der Hasenpest seit August 2019 neun Fälle im Landkreis Freising verzeichnet, darunter die neuesten drei Fälle seit November 2019. Walter Bott, Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägervereins Freising Stadt und Land, wies nochmals auf die Ansteckungsgefahr hin, die für den Menschen bestehe.

Die bakterielle Erkrankung, von der vor allem wild lebende Tiere betroffen seien, könne durch intensiven Kontakt mit dem infizierten Tier, dessen Ausscheidungen und Organen, Bissverletzungen oder durch Mücken- und Zeckenstiche übertragen werden. Gerade bei einem geschwächten Immunsystem kann eine Infektion laut Walter Bott sogar tödlich sein. Robert Stangl sagte, dass es sich bei der Hasenpest um keine neu auftretende bakterielle Erkrankung handele. Die Höhe der Fallzahlen sei abhängig von der Anzahl der toten Feldhasen, die überhaupt zur Untersuchung gelangen. Erhöhte Krankheitsraten seien auch von der Populationsdichte der Feldhasen abhängig. Anders als die Hasenpest, ist die "Afrikanische Schweinepest" nicht auf den Menschen übertragbar. Die Tierseuche, von der Wild- und Hausschweine betroffen sind, sei momentan etwa 21 Kilometer von der Deutschen Grenze bei Brandenburg entfernt, berichtete Walter Bott. Bei der Ausbreitung der "Afrikanischen Schweinepest" spiele die Entfernung aber keine große Rolle. Vielmehr stelle der Mensch ein Risiko für die Ausbreitung der Tierseuche dar. So sei beispielsweise bei einem Transport infizierter Tiere aus dem Ausland nach Deutschland ein Ausbruch in Deutschland möglich, da die Viren in dem Fahrzeug mittransportiert werden würden.

Aus Sicht des Veterinäramts Freising, so Robert Stangl, bestehe "das größte Risiko des Eintrags der Krankheit in den Landkreis Freising durch illegale Verbringung und Entsorgung von kontaminiertem Material". Um eine Infektion von Wildschweinen zu verhindern, appelliert er an Transportfahrer, Lebensmittelreste in wildschweinsichere Abfallbehälter zu werfen, so dass diese später über den Restmüll entsorgt werden können.

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In Zusammenarbeit mit dem Jagdschutz- und Jägerverein Freising sowie den Kreisjagdberatern, ergreife das Landratsamt Freising zahlreiche Maßnahmen, sagte Robert Stangl weiter. So werde beispielsweise durch eine vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ins Leben gerufene Plakataktion an Autobahnraststätten genauer über die Tierseuche informiert. Laut Robert Stangl wurden außerdem Mülltonnen an Parkplätzen gesichert und Lastwagen-Fahrer über alle im Landkreis tätigen Fuhrunternehmen informiert.

Durch regelmäßigen Austausch über den Kenntnisstand mit dem Veterinäramt, würden die Jägerinnen und Jäger für dieses Thema "stark sensibilisiert", sagte Walter Bott. Wenn ein verendetes Wildschwein gefunden werde, werde ein Abstrich genommen, um das tote Tier auf mögliche Viren der "Afrikanischen Schweinepest" zu untersuchen. Jede Jägerin und jeder Jäger verfüge über die entsprechenden Utensilien zur Probenahme, so Walter Bott. Eine weitere Vorsichtsmaßnahme sei das sogenannte "Schweinepestmonitoring". Bei diesem Monitoring werde regelmäßig das Blut zufällig ausgewählter Wildschweine auf die "Afrikanische Schweinepest" untersucht. Bei diesen Untersuchungen, habe man bisher keinen Fall der "Afrikanischen Schweinepest" verzeichnen können, so Walter Bott.

Zudem habe die Staatsregierung Bayern Maßnahmen ergriffen, um den Ausbruch der "Afrikanischen Schweinepest" in Bayern zu verhindern. Mit der Zahlung einer Abschussprämie von 100 Euro pro erlegtem Wildschwein in den östlichen und nördlichen Landkreisen, erhoffe sich die Staatsregierung eine "Ausdünnung der Schweinepopulation" in den Grenzgebieten, erklärte Walter Bott. Außerdem hätten einige Landkreise, so auch der Landkreis Freising, eine Prämie von zehn Euro für Jägerinnen und Jäger vereinbart, welche "die erlegte Sau von innen beschauen", sie also nach den Vorschriften untersuchen lassen. Insgesamt hob Walter Bott, Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägervereins Freising, das Problembewusstsein bei den Jägerinnen und Jägern hervor und nannte die Vorbereitung auf einen möglichen Ausbruch der Tierseuche "vorbildlich". Abschließend betonte er die gute Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt Freising, welche "nicht nur sehr gut, sondern vorzüglich" funktioniere.

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