Süddeutsche Zeitung

Freising:Freisinger bringen Neonazis zum Schweigen

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Rund 100 Demonstranten stören NPD-Kundgebung und verhindern Provokation mit dem Deutschland-Lied

Von Birgit Goormann-Prugger, Freising

Mit einer Gegendemonstration haben am Sonntag an die 100 Neonazi-Gegner gegen eine Kundgebung der NPD am Freisinger Kriegerdenkmal aus Anlass des Mauerfalls von 25 Jahren protestiert. Die Freisinger Gruppe "Freising ist bunt" hatte zu dieser Kundgebung aufgerufen. Auf Anweisung der Stadt war wieder das Freisinger Kriegerdenkmal verhüllt worden.

Mit Trillerpfeifen, Tröten, Rasseln und lautstarken "Nazis raus"-Rufen und der mehrfachen Aufforderung "Ihr könnt nach Hause gehen", übertönten die Teilnehmer der Gegendemonstration die fast zweistündige Kundgebung der NPD, zu der sieben Mann gekommen waren. Deren Redner konnten sich kaum verständlich machen. Die Veranstaltung verlief zunächst friedlich. Erst gegen Ende, als die Neonazis über Lautsprecher die erste Strophe des Deutschlandliedes abspielten, drohte die Stimmung zu kippen. Immer wieder gingen deshalb einzelne Mitglieder von "Freising ist bunt" auf die Neonazi-Gruppe zu und forderten: "Mach das aus".

Als schließlich eine Gruppe jugendlicher Gegendemonstranten Anstalten machten, ihre Straßenseite zu verlassen und auf die NPD-Anhänger zuzustürmen, griffen Ordner von "Freising ist bunt", darunter auch Guido Hoyer, Stadtrat der Linken und Vorsitzender des "Bundes der Antifaschisten" ein. Sie baten um Ruhe und riefen ihre aufgebrachten Mitglieder zur Ordnung auf. Die Polizei stellte sich schließlich mit rund 20 Mann zwischen die beiden Gruppen und brach kurz danach die NPD-Demonstration ab.

Eine Gruppe jugendlicher Gegendemonstranten zog danach gemeinsam zum Bahnhof, begleitet von Einsatzkräften der Polizei, die versuchten, die Gemüter zu beruhigen. Zu weiteren Zwischenfällen ist es nach Aussagen der Polizei danach nicht mehr gekommen.

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Quelle:
SZ vom 10.11.2014
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