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Verbesserungen für Radfahrer:Es tut sich was

Es bewegt sich etwas in Freising: Ein Teilstück der Alten Poststraße ist inzwischen als Fahrradstraße ausgewiesen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Freising setzt sein Mobilitätskonzept hin zur Fahrradstadt durchaus ambitioniert um. Einige Schutzstreifen und Fahrradstraßen gibt es schon. Die Lösung neuralgischer Punkte wie der Karlwirtkreuzung wird aber dauern.

Von Thilo Schröder, Freising

Als im vergangenen September neuralgische Radverkehrspunkte in Freising abgefahren wurden, fragte man sich, wann und wie die Fahrradstadt Wirklichkeit werden würde. Auf Grundlage des Mobilitätskonzepts der Stadt Freising fordern die Organisatoren des Radentscheids eine zügige Umsetzung der darin genannten Maßnahmen. Tatsächlich stehen einige davon 2021 an, etwa entlang der Westtangente, deren Fertigstellung für den Spätsommer anvisiert wird. Andere sind inzwischen umgesetzt. Ein Überblick.

Die Stadt erinnert zunächst an die Fahrradabstellanlage am Bahnhof mit über 850 neuen Stellplätzen, die Fahrradzone "Zur Schwabenau" und die Fahrradstraße "Alte Poststraße". Über Letztere hatte vergangenes Jahr noch der Planungsausschuss diskutiert. Außerdem werde die Umwidmung der Kulturstraße als Fahrradstraße "in den kommenden Wochen umgesetzt, sobald die Temperaturen es ermöglichen". Weil das Förderprogramm für den Erwerb von Lastenrädern und -anhängern sehr beliebt sei, solle es von diesem Sommer an ein Lastenradmietsystem geben als Auto-Alternative.

Korbinianskreuzung

Das Mobilitätskonzept sieht hier einen Rad- sowie einen Radschutzstreifen vor und einen breiteren Gehweg, zulasten einer Autospur. "Durch die Öffnung der Nordost-Umfahrung ergibt sich für den Bereich Landshuter Straße neuer Gestaltungsspielraum", teilt die Stadt mit. "Die Verwaltung hat daher bereits Planungen für die Landshuter Straße aufgenommen und im Planungsausschuss vorgestellt." Beteiligt worden seien an den Planungen Mitglieder der Projektgruppe "Bauen, Wohnen und Verkehr" des Agenda-21- und Sozialbeirats, der Fahrradverbände ADFC und VCD, des Radentscheids Freising oder "Fridays for Future". Status: "Die Anregungen sind momentan in Bearbeitung."

Zur Mainburger Straße gebe es ebenfalls schon konkrete Planungen, die derzeit aber aufgrund der Machbarkeitsstudie zur "Fahrradstraße Kammergasse" zurückgestellt worden seien, bis klar sei, wie die Kammergasse beziehungsweise die Alois-Steinecker-Straße in Zukunft angebunden werden: "Je nachdem, ob die Kammergasse zur Fahrradstraße wird und die Alois-Steinecker- von einer Einbahnstraße in eine reguläre Straße mit Gegenverkehr umgewandelt wird, verändern sich notwendige Ampelanlagen und Abbiegebeziehungen", so die Stadt. Und: "Die Alte Poststraße ist im Bereich zwischen Landshuter Straße und Wendelinstraße bereits eine Fahrradstraße."

Isar-Hochbrücke

"Die Planungen für die Isar-Hochbrücke sind beendet und die Vorarbeiten für die Verbreiterung der Brückenkappen, die einen Radweg ermöglichen, soll nach Möglichkeit noch in diesem Jahr beginnen", teilt die Stadt mit. "Momentan läuft die Antragsstellung bei der Regierung für ein Förderprogramm."

Erdinger Straße

Das Mobilitätskonzept sieht hier vor, zu prüfen, ob dem Radverkehr Vorrang gewährt werden kann wegen des hohen Verkehrsaufkommens und schmaler Fußwege. Die Route 4 "Lerchenfeld - Bahnhof" aus dem Radroutennetz werde weiterverfolgt, teilt die Stadt mit. "Darunter fällt neben der Vorfahrtsänderung der Korbiniansbrücke auch die Prüfung eines Bustunnels sowie der Situation am ehemaligen Bahnposten 15." Radfahrerinnen und Radfahrer dürften auf der Erdinger Straße nun selbst entscheiden, ob sie auf der Straße oder auf dem Gehweg fahren wollen, angezeigt durch Piktogramme auf dem Gehweg.

Die Stadt habe zudem ein Parkraumbewirtschaftungskonzept in Auftrag gegeben, das den Bedarf an Parkräumen in einzelnen Bereichen ermitteln soll. Darauf aufbauend solle erörtert werden, inwieweit ein Halteverbot in Teilen der Erdinger Straße möglich und folglich mit Radverkehrsinfrastruktur in Form von Schutzstreifen in gewissen Bereichen verträglich ist.

Korbiniansbrücke

Laut Mobilitätskonzept wird untersucht, ob Fuß- und Radverkehr hier Richtung Innenstadt gegenüber Bussen und Krafträdern bevorzugt werden können. "Es wurden drei Varianten erstellt, die eine Vorfahrtsänderung zugunsten des Rad- und Busverkehrs auf der Erdinger Straße (Korbiniansbrücke) ermöglichen", teilt die Stadt mit. Auch diese seien diskutiert worden. Nächster Schritt sei nun, die Varianten im Planungsausschuss vorzustellen und den Förderantrag vorzubereiten.

Karlwirtkreuzung

Das Mobilitätskonzept sieht hier keinen Raum für zusätzliche Radverkehrsanlagen, eine Umwidmung zugunsten des Radverkehrs wird als denkbar erachtet im Zuge der Eröffnung der Westtangente; zudem müssten die Warte-/Ampelzeiten angepasst werden. "Durch den Umbau der Innenstadt sowie die Westtangente ergeben sich gewisse Spielräume für eine Verbesserung der Situation für den Radverkehr", so die Stadt. "Hier sollen beispielsweise Möglichkeiten geprüft werden, durch das Auflösen von Abbiegespuren Platz für Radverkehrsinfrastruktur zu schaffen. Dringend und sorgsam mit abzuwägen sind dabei aber unbedingt die Belange des ÖPNV."

Wippenhauser Straße

Ein Radschutzstreifen hier ist laut Mobilitätskonzept zu schmal, der Abschnitt von der Karlwirtkreuzung bis zum Wettersteinring soll in einer "integrierten Umbauplanung" neu gestaltet werden, um die Situation für Bus, Radl und Fußgänger zu verbessern. Eine Machbarkeitsstudie sei in Auftrag gegeben worden, teilt die Stadt mit. Fünf unterschiedliche Varianten würden "momentan intern diskutiert". Die Attraktivität für Radelnde, die Durchführbarkeit, die Anliegersituation sowie Nahverkehrsbelange seien dabei Kriterien. Erste Ergebnisse sollen "zeitnah" vorgestellt werden.

© SZ vom 08.03.2021/psc, ilos
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