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Freising:Beim Radverkehr erfolgreich nachgebessert

AGFK Bereisung

Die Bewertungskommission lobte bei ihrem Besuch Ende Oktober, wie schnell Freising Fortschritte in Sachen Fahrradfreundlichkeit gemacht hat.

(Foto: oh)

Experten-Kommission empfiehlt die Zertifizierung der Kreisstadt als fahrradfreundliche Kommune.

Von Petra Schnirch, Freising

Ein wichtiger Schritt ist geschafft. Bei einem Besuch in Freising hatte die Stadtverwaltung Gelegenheit, die Bewertungskommission der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK Bayern) von den Fortschritten bei der Förderung des Radverkehrs zu überzeugen. Mit einer Präsentation im Großen Sitzungssaal und einer praktischen Fahrradexkursion ist das offenkundig gelungen: Die Kommission empfiehlt dem bayerischen Verkehrsministerium in einem Schreiben an Staatsministerin Kerstin Schreyer die Zertifizierung.

Vor knapp viereinhalb Jahren hatte die Stadt die Mitgliedschaft beantragt. Bei einem ersten Termin hatte die Bewertungskommission ihre grundsätzliche Zustimmung erteilt, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt. Die Freisinger hatten in der Folge, wie alle anderen Bewerber, vier Jahre Zeit, bei einigen Mängeln nachzubessern. In der vergangenen Woche waren Sarah Guttenberger, Geschäftsführerin der AGFK Bayern, Robert Burschik vom Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) sowie Martin Singer und Birgit Zehetmaier vom Verkehrsministerium erneut in Freising.

Sehr positiv bewertet wurde die rasche Umsetzung von Instrumenten wie dem Grünpfeil für Radfahrer an der Korbinianskreuzung

Nach der Einführung durch OB Tobias Eschenbacher stellten Klimaschutzmanagerin Marie Hüneke und Mobilitätsbeauftragter Dominik Fuchs die wichtigsten Verbesserungen und weiteren Planungen vor. Ein Schwerpunkt lag auf Entwicklungen und Optimierungen in den Bereichen Infrastruktur, Nahmobilität, Service und Information für den Radverkehr. Einige der Highlights der Fahrradexkursion am Nachmittag waren aus Sicht der Stadt der Isarsteg Nord, die neuen Fahrradstraßen, der Radweg entlang des Schwimmbads und die Bike+Ride-Anlage am Bahnhof. Sehr positiv bewertet habe die Kommission dabei die rasche Umsetzung von Instrumenten wie dem Grünpfeil für Radfahrer an der Korbinianskreuzung, der durch die Änderung der Straßenverordnung möglich wurde. Auch die Baustellenumfahrung der Altstadt durch die Radspur an der Kammergasse habe Zustimmung gefunden.

Im Anschluss gab die Kommission nach einer Beratung bekannt, dass sie Verkehrsministerin Schreyer empfehlen werde, die Stadt Freising als fahrradfreundliche Kommune zu zertifizieren. Grundlage für die positive Bewertung seien die hohe Motivation von Politik und Verwaltung, den Radverkehr zu verbessern, die konsequente Umsetzung vieler kleinerer Maßnahmen sowie das Mobilitätskonzept als Basis, dem weiteren Ausbau der Fahrradfreundlichkeit hohe Priorität einzuräumen.

Verbesserungspotenzial sieht die Kommission beim Winterdienst und der Durchlässigkeit von Sackgassen

Verbesserungspotenzial erkennt die Kommission nach Mitteilung der Stadt beim Winterdienst zur Stärkung des Radverkehrs auch in der kalten Jahreszeit sowie bei der Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht und der Durchlässigkeit von Sackgassen. Die Stadtverwaltung kündigt an, dass sie gemeinsam mit dem Stadtrat weitere Maßnahmen umsetzen und die Vorschläge aufgreifen wolle - und zwar nicht erst in sieben Jahren, wenn die Arbeitsgemeinschaft erneut vorbeikommt.

Eschenbacher sieht in der Zertifizierung einen "Zwischenschritt" auf dem weiten Weg in Richtung fahrradfreundlicher Mobilität. Jetzt hofft die Stadt auf die formale Zusage durch Schreyer und damit die offizielle Zertifizierung.

Die Präsentation kann auf der Seite der Stadt Freising eingesehen werden.

© SZ vom 04.11.2020/ilos
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