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Abschied mit "voll gefülltem Rucksack":Pfarrerin Dorothee Löser wechselt nach München

Nach 13 Jahren als Pfarrerin in Freising geht Dorothee Löser im Frühjahr ins Landeskirchenamt nach München.

Von Gudrun Regelein, Freising

Für Dorothee Löser wird es ein großer Einschnitt sein: Nach 13 Jahren als Pfarrerin in Freising wechselt sie im kommenden Frühjahr nach München und wird von Mai an im Landeskirchenamt für die Personalangelegenheiten der Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche Bayern zuständig sein. Sie wird zukünftig als Personalreferentin bei der Stellenbesetzung und der Personalkonzeption der Landeskirche mitwirken. Ihre Verabschiedung in Freising wird bei einem Gottesdienst in der Christi-Himmelfahrts-Kirche am 21. Februar gefeiert.

Auch wenn sie sich beruflich neu orientiert, so ist es dennoch kein endgültiger Abschied aus Freising. Denn Dorothee Löser wird gemeinsam mit ihrem Mann auch zukünftig in der Domstadt wohnen. "Ich bleibe Freisingerin, ich bin hier verwurzelt", sagt die 48-Jährige. Einen Schlussstrich will sie dennoch ziehen, um den Weg für ihre Nachfolgerin oder ihren Nachfolger frei zu machen. "Er oder sie soll den Freiraum haben, sich hier einzuleben und in der Stelle zu entfalten. Ich werde mich bewusst raushalten", sagt Löser. Die vielen Begegnungen in der Gemeinde habe sie in den vergangenen Jahren sehr geschätzt, die werde sie auch sehr vermissen, betont Löser. Sie werden zumindest in dieser Zahl aber nicht mehr möglich sein: "Ich werde mich erst einmal für ein Jahr zurückziehen und danach die Gemeinde als Gemeindeglied kennenlernen."

Dorothee Löser kam 2007 als Pfarrerin nach Freising. 2009 wurde sie zur geschäftsführenden Pfarrerin ernannt, seit 2017 ist sie stellvertretende Dekanin. Im kommenden Frühjahr tritt sie eine Stelle im Landeskirchenamt in München an.

(Foto: Marco Einfeldt)

Es sei nichts Außergewöhnliches, dass Pfarrerinnen und Pfarrer nach einer gewissen Zeit die Stelle wechseln, sagt Löser. Im Gegenteil: Es sei sogar gewollt. In ihrem letzten Zehn-Jahres-Gespräch wurde sie bereits gefragt, wo es hingehen werde, erzählt die Pfarrerin. "Damals habe ich gesagt, ich kann noch nicht gehen, damals waren noch viele Projekte am Laufen. Als dann aber alles fertig war, wusste ich, jetzt wird es Zeit, etwas Neues anzufangen." Ihr falle der Abschied aus Freising sehr schwer, "ich bin wahnsinnig gerne hier. Ich fühle mich hier wie der Fisch im Wasser". Aber etwas Neues biete auch immer die Chance, sich neu zu erfinden. Sie habe eine spannende Aufgabe gefunden und freue sich darauf, betont Löser. "Ich kann meine Erfahrungen als Pfarrerin mitnehmen, das ist ein riesiger, voll gefüllter Rucksack."

Prägend für Freising sei die engagierte und offene Gemeinde, so Löser

Ihre zukünftige Aufgabe werde es sein, für die Gemeinden die geeignete Pfarrerin oder den geeigneten Pfarrer zu finden, "das muss zusammenpassen", sagt Löser. Jede Pfarrstelle sei anders, habe andere Anforderungen. Genauso sei jede Person anders, habe andere Kompetenzen. "Es ist ein bisschen wie beim Puzzlespiel, das sich letztendlich doch zusammenfügt." Seit mittlerweile fünf Jahren begleite sie als Mentorin bereits junge Pfarrerinnen und Pfarrer und kenne zumindest deren Herausforderungen.

Für sie bedeute die neue Stelle dennoch den Sprung ins kalte Wasser, sagt Löser. Aber sie werde im Frühjahr noch Fortbildungen besuchen - und werde durch den derzeitigen Stelleninhaber noch zwei Monate lang eingearbeitet.

Jeder könne die Welt mitgestalten: Das war und sei ihre Einstellung, sagt Löser. In ihren 13 Jahren in Freising sei viel passiert. Prägend war die sehr engagierte und offene Gemeinde, die ihr viele schöne Begegnungen geschenkt und auch vieles mitgetragen habe. So auch die drei großen Projekte: die Sanierung der Kirche und der Orgel und der Bau des neuen Gemeindehauses an der Saarstraße. "Es war ein Kraftakt, aber wir konnten das mit vereinten Kräften gut zu Ende bringen." Sie gehe mit einer großen Fülle an unvergesslichen Erlebnissen

© SZ/nta
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