Smart-Stores24/7-Läden mit regionalen Produkten boomen in Freising

Lesezeit: 3 Min.

An der Landshuter Straße in Freising öffnet ein 24/7-Regionalladen mit Biolebensmitteln.
An der Landshuter Straße in Freising öffnet ein 24/7-Regionalladen mit Biolebensmitteln. (Foto: Renate Schmidt)
  • Im Landkreis Freising eröffnen mehrere 24/7-Läden mit Selbstbedienung: Die Landwirte Kratzer starten am 13. November einen Bio-Regionalladen, Benedikt Schuhbauer plant vier neue Smart-Stores.
  • Die Metzgerei Hack betreibt bereits seit drei Jahren erfolgreich Smart-Stores mit etwa 10 000 registrierten Kunden an drei Standorten im Landkreis.
  • Die Projekte werden durch EU-Förderprogramme unterstützt: Die Kratzers erhielten knapp 10 000 Euro Zuschuss, Schuhbauer bekommt 250 000 Euro über das Leader-Programm.
Von der Redaktion überprüft

Dieser Text wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Die Landwirte Lorenz und Tobias Kratzer vom Daschingerhof eröffnen in Freising einen kleinen Bio-Einkaufsmarkt, Benedikt Schuhbauer plant vier neue Smart-Stores. Erste Erfahrungen zeigen: Das Konzept kommt gut an.

Von Petra Schnirch, Freising

Einkaufen rund um die Uhr, ganz ohne Personal, das liegt im Trend. In Freising eröffnen die Landwirte Lorenz und Tobias Kratzer am Donnerstag, 13. November, um 9 Uhr einen 24/7-Regionalladen mit Biofleisch und weiteren Produkten. In mehreren Landkreisgemeinden will der Gastronom und Metzgermeister Benedikt Schuhbauer im kommenden Jahr, zusätzlich zu dem bestehenden Container in Kirchdorf, vier solcher sogenannter Smart-Stores einrichten. Bereits über drei Standorte, an denen sich Kunden selbst bedienen können, verfügt die Freisinger Metzgerei Hack – und hat damit positive Erfahrungen gemacht.

Angebot der SZ
:Wählen Sie den Whatsapp-Kanal für Ihren Landkreis

Die Süddeutsche Zeitung bietet Whatsapp-Kanäle für alle Landkreise rund um München an. Das Angebot ist kostenlos. So abonnieren Sie die Kanäle.

Den kleinen Laden an der Landshuter Straße 36 in Freising haben Lorenz und Tobias Kratzer in den vergangenen Wochen komplett renoviert. Auf 28 Quadratmeter gibt es in zwei großen Kühlschränken Fleisch, Wurst und Molkereiprodukte, außerdem Tiefkühlkost, Kartoffeln, Eier und Trockensortiment wie Nudeln, Reis, Mehl, Frühstücksflocken oder Chips, alles in Bio-Qualität und überwiegend aus der Region. Mit EC- oder Kreditkarte können Kundinnen und Kunden die Tür öffnen, wann immer sie möchten und damit auch bezahlen, ebenso per Paypal. Extra registrieren lassen müssen sie sich nicht.

In Lageltshausen, etwas außerhalb von Freising, betreibt Familie Kratzer den Daschingerhof. Seit 25 Jahren vermarktet sie ihr Bio-Rindfleisch direkt ab Hof, außerdem beliefert sie Betriebskantinen im Raum München. Nun sollte, so die Idee, ein kleiner Laden mit Wurst der Biometzgerei Tagwerk, die Lorenz Kratzer mitbegründet hat, und seinem Rindfleisch dazukommen. Gedacht war das zunächst ganz anders. Nicht als Rund-um-die Uhr-Shop, sondern ganz traditionell mit Personal und festen Öffnungszeiten.

Das 24/7-Konzept

Nachdem mehrere Bewerber abgesprungen waren, stellte sich für die Kratzers die Frage, wie es mit dem Projekt weitergehen sollte. Sie entschieden sich für ein 24/7-Konzept ohne Personal. Mit seiner Ware geht der Kunde zur Kasse, scannt die Artikel und bezahlt bargeldlos. Überwacht wird der Raum zum Schutz vor Dieben mit drei Kameras. Nebenan steht ein Parkplatz zur Verfügung, der mit genutzt werden kann. Die Produktpalette wird nach den ersten Erfahrungen noch an den Bedarf angepasst.

Lorenz Kratzer (2. v. re.) und sein Sohn Tobias (re.) betreiben den neuen Regionalladen in Freising. Unterstützt werden sie von der Regionalmanagerin Nina Huber der Ile Ampertal (li.) und Rebecca Mühl, der Managerin der Ökomodellregion Ampertal (2. v. li.).
Lorenz Kratzer (2. v. re.) und sein Sohn Tobias (re.) betreiben den neuen Regionalladen in Freising. Unterstützt werden sie von der Regionalmanagerin Nina Huber der Ile Ampertal (li.) und Rebecca Mühl, der Managerin der Ökomodellregion Ampertal (2. v. li.). (Foto: Renate Schmidt)
Bezahlt wird die Ware an der Selbstbedienungskasse.
Bezahlt wird die Ware an der Selbstbedienungskasse. (Foto: Renate Schmidt)

Unterstützung bekommen Lorenz und Tobias Kratzer von der Öko-Modellregion Kulturraum Ampertal, die Klein-Projekte zu 50 Prozent fördert, um regionale Bio-Wertschöpfungsketten zu stärken und neue Absatzwege zu entwickeln. Für die Kühlschränke und das Kassensystem erhielten die beiden Landwirte einen Zuschuss von knapp 10 000 Euro. Außerdem bauen die Kratzers gerade einen Online-Shop für Bio-Fleisch und -Wurst in Zusammenarbeit mit der Tagwerk-Metzgerei in Niederhummel auf. Von kommendem Frühjahr an kann die Ware online bestellt und bezahlt werden und liegt dann am Daschingerhof zur Abholung bereit.

Vier neue Smart-Stores richtet der Gastronom und Metzgermeister Benedikt Schuhbauer (links)  ein.  Hans Huss, Manager der Lokalen Arbeitsgruppe (LAG) Mittlere Isarregion, überbrachte den positiven Förderbescheid.
Vier neue Smart-Stores richtet der Gastronom und Metzgermeister Benedikt Schuhbauer (links)  ein.  Hans Huss, Manager der Lokalen Arbeitsgruppe (LAG) Mittlere Isarregion, überbrachte den positiven Förderbescheid. (Foto: LAG Mittlere Isarregion)

Gleich vier Smart-Stores will Benedikt Schuhbauer im kommenden Frühjahr in den Gemeinden Fahrenzhausen und Reichertshausen sowie den Freisinger Stadtteilen Lerchenfeld und Pulling eröffnen. Auch dort kann man dann rund um die Uhr mit Selbstbedienungskasse einkaufen. Mit einem ersten Testlauf in Kirchdorf ist er sehr zufrieden. Seit August steht neben der Metzgerei ein „Jederzeit“-Container mit gekühlten, tiefgefrorenen, aber auch ungekühlten Produkten. Der Gastronom bietet dort auch hausgemachte Convenience-Produkte im Glas an, die nur aufgewärmt werden müssen. Die Kunden können mit EC-Karte oder Kreditkarte bezahlen. Wer sich registrieren lässt, erhält Rabatt, mehrere Hundert Interessenten haben ihre Daten bereits hinterlegt.

Im kommenden Jahr soll auch die Metzgerei in Teilen zu einem Smart Store umgebaut werden, sodass man sich nach Ladenschluss dort selbst versorgen kann. Ein Rolltor trennt diesen Bereich künftig ab. Wenn der Umbau abgeschlossen ist, wird der Container an einen anderen Standort verlegt.

Das Leader-Programm der EU

Über das regionale Leader-Programm der Europäischen Union erhält Schuhbauer einen hohen Zuschuss, denn auch mit diesem Förderinstrument soll die Nahversorgung im ländlichen Raum verbessert werden. Im Fokus steht die direkte Vermarktung von Produkten aus der Region, die Wertschöpfung bleibt also bei den Erzeugern der Umgebung. Der Förderbetrag kann sich sehen lassen: Hans Huss, Manager der Lokalen Arbeitsgruppe (LAG) Mittlere Isarregion, übergab Schuhbauer den Bewilligungsbescheid über 250 000 Euro.

Seit zwei Jahren gibt es in Freising-Lerchenfeld bereits einen Smart-Store der Metzgerei Hack.
Seit zwei Jahren gibt es in Freising-Lerchenfeld bereits einen Smart-Store der Metzgerei Hack. (Foto: Marco Einfeldt)

Schon seit drei Jahren betreibt Steffen Schütze, Inhaber der Metzgerei Hack in Freising und stets experimentierfreudig, den Hack24-Smart-Store an der Erdinger Straße in Lerchenfeld. Einkaufen ist hier mit einmaliger Registrierung möglich. Ein zweiter Container steht seit März 2024 in Hebertshausen. Die Metzgerei an der Alten Poststraße in Freising-Neustift ist Anfang dieses Jahres ebenfalls so umgestaltet worden, dass dort nach Ladenschluss weiter eingekauft werden kann. Samstags ist der Bedienbereich mittlerweile geschlossen. Nicht nur wegen Personalmangels, wie Office-Managerin Stefanie Ebner erklärt, sondern auch um die Arbeitszeiten für die Mitarbeitenden attraktiv zu machen. Das Angebot kommt an: Etwa 10 000 Kundinnen und Kunden sind nach ihren Worten mittlerweile registriert.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Café Übrig in Freising
:Wie die Schrumpelrübe wieder knackig wird

Das „Café Übrig“, das erste Foodsharing-Café in Bayern, ist in Freising längst zu einem beliebten Treffpunkt geworden. Jetzt bringen die Essensretter Schulkindern bei, nachhaltig mit Lebensmitteln umzugehen.

Von Gudrun Regelein

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: