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Freisinger Domberg:Anbau des Kardinal-Döpfner-Hauses wird kleiner als geplant

Ortstermin auf der Domberg-Baustelle: Projektsteuerer Christoph Hardt vor dem Lastenaufzug über der Moosach.

(Foto: Marco Einfeldt)

Erzdiözese speckt geplanten Anbau des Kardinal-Döpfner-Hauses ab - mit nur noch halb so vielen Gästezimmern und weniger Raum. Kosten wird er nun wohl 77 Millionen Euro, immer noch viel mehr als ursprünglich geplant.

Die Eckdaten für den neuen Anbau des Kardinal-Döpfner-Hauses stehen fest. Offen ist aber noch, wie das Gebäude konkret aussehen wird. Um die Kosten zu reduzieren, sind nur noch 50 Gästezimmer geplant, bisher sind es etwa 100. Auch die Bruttogeschossfläche verringert sich auf etwa 3800 Quadratmeter, ursprünglich sollten es doppelt so viele sein. Wermutstropfen für den historischen Teil des Kardinal-Döpfner-Hauses: Die Erzdiözese München und Freising verzichtet auch darauf, den Steinernen Saal wieder herzurichten, wie Finanzdirektor Markus Reif am Montagnachmittag bei einem Pressegespräch am Domberg bekannt gab.

Ende 2018 hatte die Erzdiözese entschieden, den Siegerentwurf des Architekturbüros GMP nicht umzusetzen. Eine Realisierung hätte mehr als 94 Millionen Euro gekostet, wie Reif damals mitteilte. Der ursprüngliche Kostenrahmen lag bei 53 Millionen. Der kann allerdings auch mit einer deutlich abgespeckten Variante nicht eingehalten werden. Das Erzbistum rechnet derzeit mit etwa 77 Millionen Euro. Die Baukosten stiegen derzeit jedes Jahr um zehn bis 15 Prozent, sagte Reif. Ein Risikozuschlag und ein weiterer Anstieg der Baupreise seien noch nicht einkalkuliert.

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Eine grundlegende Reduzierung der Kosten sei nur über ein geringeres Volumen möglich, schilderte der Finanzdirektor. Die 50 Zimmer reichten für den Bedarf der Stiftung Bildungszentrum in der Regel aus. Werden mehr Zimmer benötigt, will die Erzdiözese künftig die Hotellerie in Freising oder andere kirchliche Häuser einbinden. Denkbar sei später auch ein zusätzliches Gästehaus am Sondermüllerweg. "Aber das ist Zukunftsmusik", sagte Reif.

Die Erzdiözese will fünf bis sechs Architekturbüros um Vorschläge bitten

Städtebaulich passe sich ein kleineres Bauwerk gut ein. Es werde wohl nicht wesentlich niedriger als das aktuelle Gebäude aus den Sechzigerjahren, das abgerissen wird, dafür aber weniger tief. Dies entspreche auch den historischen Dimensionen des Vorgängerbaus. Davon profitieren wird auch das Diözesanmuseum, dessen Sanierung gerade in vollem Gang ist. Vor dessen Eingang wird ein richtiger Platz entstehen.

Ein weiterer Architektenwettbewerb für das Kardinal-Döpfner-Haus wird nicht stattfinden. Die Erzdiözese will fünf bis sechs Büros anschreiben und um Gestaltungsvorschläge bitten, erklärte Reif. Dadurch spare man Kosten und verliere nicht zusätzliche Zeit. Im Herbst soll das Planerteam feststehen. Um das ideale Volumen für den Anbau zu ermitteln und Sichtachsen zu berücksichtigen, sind etwa 30 kleine Modelle angefertigt worden.

Zu aufwendig wäre laut Reif auch eine Wiederherstellung des Steinernen Saals in der ehemaligen fürstbischöflichen Residenz geworden, der im 19. Jahrhundert unter Ludwig I. aufgegeben worden war. "Wir brauchen zudem kein weiteres Museum", sagte Reif, "sondern einen Saal, den wir nutzen können." Die Kapellen im Döpfner-Haus sollen zunächst ebenfalls nicht umfangreich saniert werden.

Die Kostengrenze der Erzdiözese liegt bei 270 Millionen Euro

Den Kostenrahmen für die 30 am Domberg geplanten Investitionen hat die Erzdiözese mittlerweile auf knapp 270 Millionen Euro erhöht, zu Beginn hatte sie 220 Millionen als Obergrenze festgelegt.

Die ursprünglich anvisierte Eröffnung des Bildungszentrums nach Sanierung und Neubau im Jahr 2024 lässt sich nach den Worten von Projektsteuerer Christoph Hardt wohl nicht einhalten. Zumindest der Abriss des bestehenden Anbaus soll aber möglichst vor der Eröffnung des renovierten Diözesanmuseums erfolgen, um dieses zu schonen. Das alte Waschhaus, das sich an der Südseite zwischen Döpfner-Haus und Museum befindet, wird nun doch, anders als zunächst geplant, stehen bleiben.

Die Sanierung des Diözesanmuseums läuft laut Reif gut. Ziel sei, es Ende 2021 fertigzustellen. Es ist innen völlig entkernt worden. Eingerüstet ist aktuell auch das alte Marstallgebäude am Domberg 38/40. Dort hat der Innenausbau begonnen, die Dachsanierung ist abgeschlossen. Es soll bereits Ende 2020 fertig werden. Hier entstehen Räume für Dom-Gymnasium, Diözesanbibliothek, Domsingschule und Renovabis. Auch ein Infopoint wird eröffnet.

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