Für das neue Gästehaus des Seminar- und Tagungszentrums auf dem Domberg ist am Dienstag der Grundstein gelegt worden. Der Neubau soll den 2022 abgerissenen Anbau an die Residenz aus den 1960er-Jahren ersetzen, die Pläne stammen vom Berliner Architekturbüro Bruno Fioretti Marquez. Das Gästehaus bietet Platz für bis zu 115 Übernachtungsgäste in 46 Zimmern, wie es in einer Mitteilung der Erzdiözese München und Freising zur Grundsteinlegung heißt. Die Fertigstellung ist für Oktober 2027 geplant. Die Kosten für den Neubau inklusive Planung und Abbruch belaufen sich nach derzeitiger Prognose auf rund 37 Millionen Euro, bei Berücksichtigung aller Baupreissteigerungen kämen etwa 15 Millionen Euro hinzu, so die Erzdiözese weiter.
Als einen Ort, „wo alle Menschen eingeladen sind, in Freiheit Gott zu suchen“, bezeichnete Kardinal Reinhard Marx, der zur Grundsteinlegung auf den Domberg gekommen war, das Seminar- und Tagungszentrum. Entsprechend wurde dem Grundstein der Wahlspruch des Erzbischofs: „Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit“ eingeprägt, wie die Erzdiözese berichtet. Generalvikar Christoph Klingan sprach im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung und Neugestaltung des Dombergs von einem „großen Aufbruch“. Mit dem Neubau entstehe „kein unnötiger Prunk und keine übergroße Dominante“, sondern „ein zweckmäßiges Gebäude, das sich in die historisch gewachsene Struktur des Dombergs behutsam einfügt und sie an dieser sensiblen Stelle sinnvoll und nutzbringend ergänzen wird“.
Besonderen Wert habe man auf eine nachhaltige Bauweise gelegt. So komme das Gebäude mit einer minimalen Haustechnik aus, es würden zertifizierte und regionale Baumaterialien eingesetzt, die für ein gesundes Raumklima und eine natürliche Dämmung sorgten. Das an das Fernwärmenetz der Stadt Freising angeschlossene Gebäude wird der Mitteilung zufolge über die Effizienzklasse 55 verfügen und das Dachregenwasser in einer Zisterne für die Bewässerung der Pflanzen auf dem Domberg sammeln.
Bei einigen Freisingern hatte das Projekt zuletzt für Aufregung gesorgt, weil das Material dafür in schweren Lastwagen und Betonmischern über die Dombergauffahrt von der Heiliggeistgasse her angeliefert werden muss. Das bringt aufgrund der beengten Verhältnisse dort oben Probleme mit sich. Unter anderem musste die Straße unter dem 500 Jahre alten Torbogen an der Auffahrt um 20 Zentimeter abgesenkt werden, damit die fast vier Meter hohen Betonmischer überhaupt hindurchpassen.

