Christopher Street Day in Freising„Mehr als eine Demo“

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Unter der Regenbogenfahne findet in diesem Jahr erstmals auch in Freising eine Parade zum Christopher Street Day  statt.
Unter der Regenbogenfahne findet in diesem Jahr erstmals auch in Freising eine Parade zum Christopher Street Day  statt. Wolfgang Kumm, dpa
  • Am 11. Juli findet in Freising erstmals ein Christopher Street Day statt, um ein Zeichen für die Rechte der queeren Community zu setzen.
  • Das Organisationsteam erwartet 500 bis 700 Teilnehmer für die Auftaktkundgebung in der Luitpoldanlage und den anschließenden Demonstrationszug durch die Innenstadt.
  • Laut der Amadeu Antonio Stiftung gab es 2023 in Deutschland 245 Christopher Street Day-Veranstaltungen, so viele wie noch nie zuvor.
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Am 11. Juli findet in Freising der erste Christopher Street Day statt. Das Organisationsteam will ein Zeichen setzen für die Rechte und Sichtbarkeit der queeren Community im Landkreis.

Von Francesca Polistina, Freising

Nicht nur München, Berlin, Hamburg: Die Zahl der Christopher Street Day-Paraden (CSD) steigt kontinuierlich. Laut der Amadeu Antonio Stiftung gab es im vergangenen Jahr in Deutschland 245 solcher Veranstaltungen – so viele wie noch nie. Auch kleinere, ländlich geprägte Städte und Gemeinden machen immer häufiger mit. Von diesem Jahr an ist auch Freising dabei. Der erste CSD in der Domstadt findet am 11. Juli statt, wie das Organisationsteam vor Kurzem angekündigt hat.

„Es ist extrem wichtig, ein Zeichen für die Rechte und Sichtbarkeit der queeren Community zu setzen und das Thema präsenter zu machen“, sagt Mitinitiator Michael Firlus. Denn obwohl auf politischer Ebene in den vergangenen Jahren viel passiert sei, etwa die Ehe für alle 2017 und das Selbstbestimmungsgesetz 2024, erlebten Menschen, die von außen der LGBTQIA-Community zugeschrieben werden, immer wieder Anfeindungen und Diskriminierungen. Auch im Landkreis Freising.

Die konkrete Idee, den CSD nach Freising zu holen, sei vor wenigen Wochen spontan entstanden. Zu den Initiatoren gehören Menschen des Freisinger Queer-Stammtischs, der sich jeden dritten Donnerstag im Monat im „Furtner“ trifft, engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter und Vertreterinnen von unterschiedlichen Parteien. Firlus selbst gehört der SPD an. Er betont jedoch, dass der Freisinger CSD zwar politisch, aber nicht an eine bestimmte Partei gebunden sein werde. Das Organisationsteam erwartet 500 bis 700 Personen.

Los geht es mit einer Auftaktkundgebung in der Luitpoldanlage

Der erste Freisinger CSD soll laut den Initiatoren „mehr als eine Demonstration“ sein: Er soll „ein sichtbares, selbstbewusstes Bekenntnis zu einer offenen Stadtgesellschaft“ sein, in der alle Menschen ihren Platz haben. Los geht es um 14 Uhr mit einer Auftaktkundgebung in der Luitpoldanlage. Im Anschluss zieht ein Demonstrationszug durch die Innenstadt bis in die Obere Hauptstraße. Danach laden bis 20 Uhr entlang der Oberen Hauptstraße Infostände unterschiedlichster Organisationen zum Informieren, Vernetzen und Mitmachen ein. Das Abendprogramm mit Musik wird gerade noch finalisiert. Weitere Informationen gibt es auf dem Instagram-Kanal @csd.freising und auf der Webseite www.csd-freising.de.

Die Bezeichnung Christopher Street Day“ – die nur in deutschsprachigen Ländern verbreitet ist, weil in den anderen meistens von „Pride“ oder „Gay Pride“ die Rede ist – erinnert an die Proteste, die im Juni 1969 in der Christopher Street in New York stattfanden. Zuvor war es in dem Stadtteil Greenwich Village zu einer Polizeirazzia in einer Bar gekommen. Im New York der Sechzigerjahre waren Razzien in queeren Treffpunkten an der Tagesordnung, doch in Greenwich Village widersetzten sich die Menschen den Übergriffen. Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die mehrere Tage andauerten. Die Ereignisse gelten als Wendepunkt der modernen LGBTQIA-Bewegung.

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