bedeckt München 28°

Freisinger im Krisenmodus:Immer schön Abstand halten

Mittlerweile kommen wieder Leute zu Tierärztin Hellen Kleffner, die ihre Tiere zu Routineuntersuchungen vorbeibringen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Tierärztin Helen Kleffner hat sich auf die Behandlung ihrer vierbeinigen Patienten in Zeiten der Coronapandemie eingerichtet. Mittlerweile trauen sich wieder mehr Leute mit ihren Haustieren in die Praxis.

Die harten Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie treffen die Menschen im Landkreis auf den unterschiedlichsten Ebenen. Für manche bedeuten sie nur Einschränkungen in ihrem Freizeitverhalten, die meisten haben aber konkrete Sorgen - ob es nun um Gefahren für die eigene Gesundheit, um die schwierige Betreuung der Kinder oder die Rettung des eigenen Geschäfts oder Unternehmens geht. Die Freisinger SZ gibt in einer Serie Einblicke in das Leben der Menschen im Krisenmodus.

Freisinger im Krisenmodus

Die Corona-Krise betrifft alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, im Öffentlichen wie im Privaten. In der Serie fragt die Freisinger SZ bei Menschen im Landkreis Freising nach, wie es ihnen in der Krise geht und wie das Coronavirus ihren Alltag verändert.

Teil 1: Kinobesitzerin, Sportlerin und Pfarrer - "Man hängt total in der Luft"

Teil 2: Apothekerin, Verkäuferin und Bürgermeisterkandidat - Erstaunlich ruhig

Teil 3: Taxifahrer und Shuttledienst - Die Nerven liegen blank

Teil 4: Schachspieler und Zahnarzt - Nicht ohne Schutz

Teil 5: Marktbeschicker, Kirchenmusikdirektor und Tanzlehrer - Im Zwangsurlaub

Teil 6: Fahrlehrer und Physiotherapeutin - Banger Blick in die Zukunft

Teil 7: Landschaftsgärtnerin und Kletterer - Abgespeckte Gartentage

Teil 8: Familienzentrum und Volkshochschule - Honorarkräfte ohne Einnahmen

Teil 9: Lebensmittellieferanten, Caritas und Leseratte - Zustrom bei Lieferdiensten

Teil 10: Tankstellen, Makler und Fitnessstudios - Besichtigung mit Mundschutz

Teil 11: Standesbeamtin und Reisebüro - Brautpaare auf Abstand

Teil 12: Musikschule - Musikunterricht auf vielen Kanälen

Teil 13: Klinikclowns und Musikverein - Videovisiten und Videounterricht

Teil 14: Schneiderin und Nordallianz - Nähen, um zu helfen

Teil 15: Schwimmer, Nagelpflegerin und Beraterin - Radeln statt schwimmen

Teil 16: Clown und Friseurin - Der Bart bleibt dran

Teil 17: Tierheim, sozialpsychiatrischer Dienst und Entsorgungsunternehmen - Schmusen nach Feierabend

Teil 18: Eisverkäufer und Spediteur - "Gegessen wird immer"

Teil 19: Buchautorin - Ohne Publikum

Teil 20: Tierärztin - Immer schön Abstand halten

Teil 21: Bühnenbildner und Billardspieler - Physik statt Billard

Teil 22: Lungenfacharzt und Werbetechnik-Firma: "Die Krankheit zieht sich oft lange hin"

Teil 23: Kinobetreiberin und Radsportlerin: Kino mit Abstand

Teil 24: Kaminkehrer, Schneiderin und das Kaufhaus Rentabel: Arbeiten unter erschwerten Bedingungen

Teil 25: Neufahrner Freizeitbad - Der Zeitplan ist auf den Kopf gestellt

Die Tierärztin

Mittlerweile gibt es in Helen Kleffners Tierarztpraxis drei Wartezimmer. Zwei davon hat sie wegen der Coronakrise übergangsweise eingerichtet - eins ist eigentlich ein Physiotherapieraum, das andere sind zwei einzelne Stühle im Gang. So will sie garantieren, dass sich bei höherem Patientenaufkommen niemand zu nahe kommt. "Zu Beginn der Coronakrise, so in den ersten zwei Wochen, war deutlich weniger los. Mittlerweile trauen sich wieder mehr Leute in die Praxis zu kommen", sagt Kleffner. Hauptsächlich akute, krankheitsbedingte Termine, nach und nach kommen auch wieder Mensch und Haustier zu Routineuntersuchungen und Impfungen.

"In den Untersuchungen fixieren mittlerweile unsere Helfer die Tiere, nicht wie sonst öfter ihre Besitzer. So können wir immer schön Abstand voneinander halten", bemerkt sie. Schon Mitte März, eine Woche vor Beginn der Ausgangsbeschränkungen in Bayern, hatte Kleffner die freie Sprechstunde auf eine reine Terminsprechstunde umgestellt. Die Tierärztin hätte ihre Mitarbeiter, wie es an anderen Arbeitsplätzen gehandhabt wird, gerne in Teams unterteilt, damit im Krankheitsfall möglichst wenige ausfallen. "Dafür sind wir aber zu wenige", sagt Kleffner. "Wir versuchen, wo es geht, Überstunden abzubauen und voneinander möglichst Abstand zu halten, aber das geht natürlich nicht immer."

Eine Frage, von der man öfter mal gelesen hat: Können sich Haustiere mit dem Coronavirus anstecken? "Die Frage habe ich tatsächlich drei oder vier Mal bekommen", so die Tierärztin. Sie habe aber nur von zwei Katzen und einem Hund gelesen, die sich wohl infiziert haben. "Da war es aber eher andersrum: Der Besitzer hatte das Virus und hat das Tier damit angesteckt." Was Informationen für Tiere zum Coronavirus angeht, halte sie sich an das Robert Koch-Institut und das Friedrich-Löffler-Institut für Tiergesundheit.

© SZ vom 22.04.2020/lada

Newsblog zum Coronavirus im Landkreis Freising zum Nachlesen
:960 Infizierte seit Beginn der Pandemie

Seit Beginn der Pandemie haben sich im Landkreis Freising 960 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Alle Entwicklungen rund um die Corona-Krise im Landkreis Freising zum Nachlesen im Newsblog.

Von SZ-Autoren

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite