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Christkindlmärkte im Landkreis:Erste Absagen für die Adventszeit

Adventsmarkt Schafhof

Der weihnachtliche Kunsthandwerkermarkt im Schafhof findet in diesem Jahr statt, wenn auch in anderer Form, um Gedränge wie auf diesem Bild zu vermeiden.

(Foto: Lukas Barth)

Die Gemeinde Fahrenzhausen und die Pfarrei in Lerchenfeld verzichten auf ihre traditionellen Christkindlmärkte, die Veranstalter in der Freisinger Innenstadt warten noch ab. Der Schafhof hat sich ein neues Format einfallen lassen.

Von Birgit Goormann-Prugger, Alexandra Vettori und Lisa Philine Weddingen, Freising

Noch sind die Temperaturen angenehm spätsommerlich, an heißen Glühwein beim Weihnachtsmarkt denken derzeit wohl die wenigsten. Die Veranstalter von Christkindlmärkten indes schon, schließlich müssen sie jetzt mit den Vorbereitungen beginnen, sollten die Märkte in diesem Corona-Jahr überhaupt stattfinden. Dass man in Zeiten der Pandemie gemütlich beim Punsch zusammen an einem Tisch oder einem Stand zusammensteht, ist aber nur schwer vorstellbar. Von einigen Veranstaltern gibt es darum bereits Absagen, andere wollen die weitere Entwicklung abwarten, bevor sie sich endgültig entscheiden.

So hat der Flughafen vor einigen Tagen bereits mitgeteilt, dass der Weihnachts- und Wintermarkt in diesem Jahr nicht stattfindet. Auch der Adventmarkt in Fahrenzhausen fällt in diesem Jahr Corona-bedingt aus. So hat das der Gemeinderat entschieden. Bürgermeister Heinrich Stadlbauer sagte, man habe über ein Hygienekonzept nachgedacht, das aber sei schwierig umzusetzen. "Es gibt nur eine schmale Straße zwischen den Ständen durch", so Stadlbauer, da seien die vorgeschriebenen Abstände schwer einzuhalten. Normalerweise findet der beliebte Adventmarkt meist schon Ende November auf dem Areal zwischen Rathaus, Schule und Pfarrheim sowie innerhalb der öffentlichen Gebäude statt. Mit der einstimmig getroffenen Entscheidung möchte der Gemeinderat den teilnehmenden Vereinen und Gruppen frühzeitig Klarheit bieten.

Auch der Weihnachtsmarkt in Lerchenfeld findet nicht statt

Auch die Freisinger Pfarrei Sankt Lantpert in Lerchenfeld hat bekannt gegeben, dass ihr Weihnachtsmarkt in diesem Jahr nicht stattfinden wird - auch nicht unter Auflagen. Der Markt im Innenhof der Lerchenfelder Kirche, der ebenfalls immer am ersten Adventwochenende veranstaltet wird, gilt als besonders stimmungsvoll und gemütlich. Der Erlös kommt immer verschiedenen wohltätigen Einrichtungen zugute.

Zum Weihnachtsprogramm in Freising gehört auch stets der karitative Christkindlmarkt auf dem Marienlatz, veranstaltet von Lions- und Rotary-Club Freising in Kooperation mit der Stadt und der Aktiven City. In der Stadt Freising wartet man noch ab. Die Entscheidung werde von der Entwicklung der Pandemie abhängig gemacht, heißt es bei der Stadtverwaltung. Ähnlich äußert man sich in dieser Sache auch bei der Aktiven City. Der Markt sei wieder für das dritte Adventwochenende geplant, endgültig entschieden sei aber noch nichts. Dennoch kann man sich bei der Aktiven City durchaus vorstellen, den Christkindlmarkt unter Auflagen stattfinden zu lassen. Für die Erarbeitung eines Konzepts wollen sich die Beteiligten zusammensetzen. Unter der allgemeinen Ungewissheit leiden auch die "Frisinga Fratzen", eine Perchten-Gruppe, deren Terminkalender in der Weihnachtszeit üblicherweise gut gefüllt ist. In diesem Jahr nicht. "Wir sitzen auf dem Trockenen und können nicht planen", sagte ein Sprecher der "Frisinga Fratzen". Wegen der Vorbereitungsarbeiten müsse eine Entscheidung aber bis spätestens Mitte Oktober gefällt werden.

Beim Freisinger Schafhof hat man umdisponiert

Etwas Neues hat man sich für dieses Pandemie-Jahr im Schafhof ausgedacht, der jedes Jahr im Advent an zwei Tagen einen großen weihnachtlichen Kunsthandwerkermarkt organisiert. Diesmal werde es nicht möglich sein, den Adventmarkt in der üblichen Weise stattfinden zu lassen, sagte Schafhofleiter Eike Berg. "Mit den Auflagen lohnt sich das nicht, da könnten wir nur 30 oder 40 Leute reinlassen und dann wären alle enttäuscht." Ganz absagen wollen habe man den Advent im Schafhof aber auch nicht.

Stattdessen finde eine Präsentationsveranstaltung statt, bei der die Künstler sich und ihre Arbeit auf einer Bühne mit wechselnder Besetzung vorstellen können. Das Motto laute "Kunsthandwerk & Design live". "Das ist dann wie bei einem Konzert, die Zuschauer sitzen vor einer Bühne, jeder Kunsthandwerker stellt sich und seine Arbeit so eine viertel Stunde vor". So erfahre man, was sie machen, warum sie es machen und wo man es bestellen kann. "Inhaltlicher Mehrwert" nennt Eike Berg das. 200 Personen könne man mit diesem Konzept in das Gebäude einlassen, alle auf Abstand natürlich und mit Anmeldung. Etwa die Hälfte der Aussteller habe bereits zugesagt, wenn es mehr werden sollten, könne man die Veranstaltung auch auf zwei Tage ausdehnen, sagte Eike Berg weiter.

Noch nichts entschieden hat Bernd Bildhauer, Veranstalter des beliebten Altstadt-Christkindlmarktes am Christopher-Paudiß-Platz. Auch er wartet auf konkrete Vorgaben von der Regierung von Oberbayern für die Veranstaltung von Weihnachtsmärkten. Ähnlich ist die Lage in der Stadt Moosburg. Der dortige Geschäftsstellenleiter der Moosburg Marketing, Ulrich Metzmeier, sagte, "noch ist nichts entschieden". Dass müsse aber ziemlich bald geschehen, damit die Veranstalter alles rechtzeitig organisieren könnten. Zu groß sei das Risiko, dass trotz Vorbereitungen und trotz der Auflagen alles plötzlich abgesagt werden müsse.

© SZ/nta

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