Eigentlich wollten sie zunächst nur einen Baum pflanzen, doch dann wurde daraus ein kleiner Wald: Für ihre vorbildliche Tiny-Forest-Aktion ist die Johannes-Hess-Grundschule Burghausen in Weihenstephan mit der Georg-Dätzel-Medaille ausgezeichnet worden. Das Zentrum Wald-Forst-Holz verleiht diese seit 2011 für die Umsetzung und Verbreitung von Waldwissen. In den vergangenen Jahren sind immer wieder Schulprojekte geehrt worden, die zeigen, dass Kindern und Jugendlichen die Bedeutung des Ökosystems Wald sehr bewusst ist – und dass sie selbst etwas unternehmen wollen.
Auf ihrer Homepage schildert die Schule, wie die Vision entstand. Nach einer Müllsammelaktion wollten vier Schüler mehr dafür tun, „dass es der Umwelt besser geht“. Sie hörten von einem Tiny Forest nach der Miyawaki-Methode in Darmstadt und wollten einen solchen auch in Burghausen pflanzen. Diese Idee hatte der japanische Pflanzensoziologe Akira Miyawaki in den 1970er-Jahren in Deutschland entwickelt. Auf kleinen Flächen werden dabei viele unterschiedliche Arten gepflanzt.
Die Grundschüler planten das Wäldchen auf dem Grundstück eines ortsansässigen Unternehmens. Es entstand „ein einzigartiger, nachhaltiger Lern- und Begegnungsort, der nicht nur der Umwelt zugutekommt, sondern auch als lebendiges Symbol für den Umweltschutz steht“, heißt es in einer Mitteilung des Zentrums Wald-Forst-Holz.
Die Medaille übergaben Reinhard Mosandl, Vorsitzender des Fördervereins des Forstzentrums, und Staatsminister Florian Herrmann. Er betonte, die Verleihung an die Grundschule Burghausen belege eindrucksvoll, „wie wichtig es ist, schon bei Kindern das Bewusstsein für Wald, Klima und Nachhaltigkeit zu stärken“. Im Zentrum Wald-Forst-Holz arbeiten die drei Forst-Institutionen in Weihenstephan, die TU München, die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, zusammen. Herrmann sprach von einem „international anerkannten forstlichen Kompetenzzentrum“.
Im vergangenen Jahr gewann die Mittelschule Kümmersbruck die Medaille. Die Jugendlichen hatten Waldstücke im Stadt- und Gemeindegebiet in der Region Amberg-Sulzbach gepflanzt und dafür auch Sponsoren gesucht. 2022 war das Frankenwald-Gymnasium in Kronach für sein Projekt Zukunftswald ausgezeichnet worden. Die Schülerinnen und Schüler hatten Lösungen erarbeitet, um Kahlflächen in Franken wieder aufzuforsten.

