Katastrophenschutz:Strom für ärztliche Notfallzentren

Katastrophenschutz: Die Moosburger Schäfflerhalle soll im Falle eines Blackouts zu einem Zentrum für die medizinische Versorgung der Bevölkerung werden.

Die Moosburger Schäfflerhalle soll im Falle eines Blackouts zu einem Zentrum für die medizinische Versorgung der Bevölkerung werden.

(Foto: Marco Einfeldt)

Das Landratsamt plant für einen Blackout. Aggregate sollen im Ernstfall die medizinische Versorgung der Bevölkerung gewährleisten.

Von Peter Becker, Freising

Gruselig ist die Vorstellung, ein tagelanger Blackout würde im Landkreis Freising die Stromversorgung zusammenbrechen lassen. Was passiert in so einem Fall mit Menschen, die unter akuten medizinischen Problemen leiden? Mit einem Ansturm auf das Klinikum in Freising wäre zu rechnen, das Krankenhaus würde im Fall eines Blackouts aber nur noch Menschen mit lebensbedrohlichen Notfällen aufnehmen. Alles andere würde die Arbeit am Klinikum nur massiv behindern und an den Rand des Zusammenbruchs bringen. Der Landkreis Freising will für den Fall eines Blackouts in kreiseigenen Schulen Ärztezentren einrichten, die über Netzersatzanlagen mit Strom versorgt werden sollen. Den Kauf solcher Geräte hat der Kreisausschuss in seiner jüngsten Sitzung genehmigt.

Um zu gewährleisten, dass das Klinikum im Falle eines längeren Blackouts nicht "in die Knie geht", wie Landrat Helmut Petz (FW) sagte, soll die medizinische Versorgung der Bevölkerung dezentral geschehen. Laut Michael Wüst, Ortsbeauftragter des Technischen Hilfswerks (THW) in Freising, sind Anlaufstellen voraussichtlich in Freising, Moosburg, Eching und Au angedacht. Konkrete Standorte sollen erst zum Ende des Jahres feststehen. In näheren Betracht kommen kreiseigene Schulen. Moosburg verfügt bereits über eine solche Anlaufstelle in Gestalt der Schäfflerhalle, die durch Navis versorgt werden würde.

Wüst betonte, dass die Netzersatzanlagen ebenso in anderen Krisensituationen von Nutzen wären. Kosten soll deren Beschaffung sowie weiterer Ausrüstungsgegenständen für den Notfall eine Million Euro, an Wartungskosten kommen pro Jahr weitere 10 000 Euro dazu, die in den entsprechenden Haushalten eingeplant werden müssten. Standort der vier Aggregate nebst einer Abrolllafette des Landkreises wäre zunächst eine Halle des THW in Freising. Sollte das neue Katastrophenschutzzentrum auf dem Kammermüllerhof bei Freising dereinst gebaut sein, kommen sie dort unter.

Die Aggregate werden im Notfall von der Lafette des Landkreises, die erst noch gekauft werden muss, zu den Ärztezentren gefahren. Sollte sich zuvor ein Blackout ereignen, könnten diese Aufgabe Fahrzeuge der Feuerwehren übernehmen. Josef Dollinger (FW) wäre es lieber, die Netzersatzgeräte sofort an ihren Einsatzorten zu deponieren, anstatt sie kreuz und quer durch den Landkreis zu fahren. Dagegen spricht laut Wüst, dass sie im Ernstfall nicht anderweitig im Einsatz sein sollten.

Die Antwort vieler Gemeinden aus dem Landkreis, wie sie sich auf so einen Blackout vorbereiten, lässt auf sich warten

Die jeweiligen Notfallzentren sollen technisch so ausgerüstet sein, dass ein Anschluss der Aggregate problemlos möglich ist. Den Notbetrieb in den Einsatzzentren übernehmen dann niedergelassene Ärzte. Wüst wies darauf hin, dass im Falle eines Blackouts in jedem Fall eine gewisse "Mangellage" unvermeidlich sei.

Gemeinden, Altenheime und auch das Klinikum müssten sich im Falle eines Blackouts selbst versorgen. Die Kommunen selbst sind als örtliche Sicherheitsbehörden dazu angehalten, für ihr Zuständigkeitsgebiet strategisch-planerische sowie organisatorische Vorkehrungen für einen Stromausfall zu treffen. Der Landkreis Freising hat in der Vergangenheit bereits entsprechende Anfragen an die Gemeinden gestellt, wie sie sich auf einen Blackout vorbereiten. Laut Landrat Helmut Petz (FW) liegen aktuell nur sehr wenige Antworten vor. So kann das Landratsamt nicht beantworten, in wie weit die Kommunen auf so ein Szenario wie einen Blackout vorbereitet sind.

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