Neue Pächter im Lindenkeller BiergartenBayern, Bowls und Bio

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Giulia Mazzurco und Asmus Mähnert – die neuen Pächter im Lindenkeller Biergarten, der jetzt Genussgarten heißt.
Giulia Mazzurco und Asmus Mähnert – die neuen Pächter im Lindenkeller Biergarten, der jetzt Genussgarten heißt. Marco Einfeldt

Giulia Mazzurco und Asmus Mähnert sind die neuen Pächter des Biergartens am Lindenkeller. Die  25-jährige Freisingerin und der 23-jährige gebürtige Wasserburger erzählen, was sie alles vorhaben und wie sie nebenbei noch ihr Studium meistern wollen.

Von Teona Tschaidse, Freising

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Anfang Mai war der Start für Giulia Mazzurco und Asmus Mähnert als neue Pächter des Lindenkeller-Biergartens. Beide studieren noch, sehen das aber nicht als Hindernis, um den Biergarten professionell zu betreiben. Erfahrung in der Gastronomie haben sie bereits. Jetzt möchten sie durchstarten.

SZ: Was ist Ihr Konzept für den „Genussgarten“? Was wird anders, was wird beibehalten?

Giulia Mazzurco: Wir haben mit Freude viel übernommen. Gerade das Flair wollten wir beibehalten und noch verstärken.

Asmus Mähnert: In das Gärtnerische haben wir viel Arbeit gesteckt – man soll sehen, dass hier Liebe dahintersteckt. Bei den Getränken bieten wir jetzt zusätzlich zu den Klassikern auch viele alkoholfreie Drinks an und haben neue, gute Weine. Beim Essen haben wir das Bayerische noch ausgebaut und zusätzlich Bowls mit reingebracht. Die sind sehr beliebt. Wir wollen gleichbleibend hohe Qualität anbieten und uns auch noch biozertifizieren lassen. Unser Ziel ist es, dass die Leute herkommen, weil sie wirklich Lust auf die Speisen und Getränke haben.

Giulia Mazzurco: Daher kommt auch der Name. Der Besuch hier soll ein Genuss sein. Die Leute sollen sich denken: „Eine schöne Atmosphäre plus gutes Essen – ich habe Lust diesen Weihenstephaner Berg zu erklimmen.“

Sind auch Veranstaltungen geplant?

Giulia Mazzurco: Wir würden gerne mal einen italienischen Abend oder ein Grill-Event machen – also eher auf Kulinarik fokussiert. Natürlich auch in Kombination mit Musik und Kultur. Aber die große Bühne haben wir abgebaut. Da wurde nicht immer jeder angesprochen und wir möchten, dass sich hier alle wohlfühlen. Familie mit Kindern, ebenso wie Jugendliche. Es wird auch immer mal wieder einen DJ geben. Da ist auf jeden Fall was in Planung.

Wann und wie kam die Idee, den Biergarten zu übernehmen?

Asmus Mähnert: Wir wussten, dass Klaus Thermer und Anja Duppelfeld, die Pächter des Lindenkellers, den Stadtgarten abgeben wollen und haben gegen Ende Februar überlegt, ob wir das als Start in die Gastronomie einfach mal machen sollen. Wir haben Klaus angerufen und ein bis zwei Wochen später war es dann beschlossen. Es war sehr spontan.

Giulia Mazzurco: Da ab Mai offen sein musste, gab es nicht viel Zeit, um groß zu überlegen. Wir wollten das auch angehen, um uns in der Gastronomie schon mal einen Namen zu machen. Nach dem Studium machen wir noch mehr.

Sie studieren beide in Vollzeit. Geht das  alles gleichzeitig?

Giulia Mazzurco: Wir sind beide im sechsten Semester und schreiben im Winter Bachelorarbeit. Das Gute ist, dass der Biergarten unter der Woche eher ab nachmittags oder abends offen hat und das Studium vormittags ist. Deswegen dachten wir, dass es für den Start möglich wäre, das zu kombinieren. Das muss sich alles noch einspielen, aber unser Ziel ist es, dass unser Team eines Tages so eingearbeitet ist, dass wir nicht jeden Tag selbst hier stehen müssen.

Für selbständige Betreiber in der Gastronomie sind Sie noch relativ jung. Ist man dieser Aufgabe trotzdem gewachsen oder ist die Jugend vielleicht sogar ein Vorteil?

Giulia Mazzurco: Es in der Gastro gar nicht so dumm, früh anzufangen, da es wirklich viel körperliche Arbeit ist. Wenn man jung ist, steht man das besser durch. Vielleicht könnte es eine Hürde sein, wenn Leute denken, dass wir jung sind und deshalb keine Erfahrungen haben. Aber das trifft bei uns nicht zu. Wir haben beide früh angefangen zu arbeiten – ich bin seit zehn Jahren in der Gastronomie tätig. Jetzt ist es natürlich schöner, für uns selbst zu arbeiten und nicht für jemand anders.

Asmus Mähnert: Es ist gut, sich jung ein Unternehmen aufzubauen. Gerade am Anfang macht man sehr lange Schichten. Wenn man älter wird, in die Familienplanung geht oder Ähnliches, hat man dann schon die Strukturen und muss sich eigentlich nur noch um das Organisatorische kümmern.

In die Gartengestaltung haben Giulia Mazzurco und Asmus Mähnert viel Liebe gesteckt.
In die Gartengestaltung haben Giulia Mazzurco und Asmus Mähnert viel Liebe gesteckt. Marco Einfeldt

Als Unterpächter kümmern Sie sich um alles und stehen voll in der Verantwortung. Gibt es (im Hintergrund) Unterstützung?

Giulia Mazzurco: Wir sind diejenigen, die das ganze Bürokratische machen: Buchhaltung, Bestellungen, Marketing, Personalsachen. Wir haben aber ein Team von sieben Leuten, die hier vor Ort arbeiten. Wir sind auch sehr stolz, einen eigenen Koch zu haben.

Asmus Mähnert: Mit Weihenstephan haben wir eine Brauerei, die nicht nur gutes Bier braut, sondern uns auch unterstützt. Tische und Garnitur sind von ihnen gestellt und zur Eröffnungsfeier haben wir 90 Liter Freibier bekommen. Das ist ein gegenseitiges Unterstützen.

Sie arbeiten beide seit Jahren schon im Lindenkeller, auch im Catering. Hilft das bei der Arbeit im Biergarten?

Asmus Mähnert: Es ist schon noch mal was anderes. Weil der Biergartenbetrieb so wetterabhängig ist, ist es ein riesiger logistischer Aufwand mit den Waren. Das macht die Planung schwierig.

Giulia Mazzurco: Auch die Tatsache, dass man komplett selbständig ist. Im Lindenkeller sind wir zwar beide auf einer Management-Ebene, aber es ist etwas ganz anderes, wenn man wirklich die oberste Stufe ist. Weiter im Lindenkeller zu arbeiten, ist auch eine wirtschaftliche Sicherheit für uns. Wir sind überzeugt von unserem Konzept, aber selbständig zu sein, bringt auch immer ein Risiko mit sich.

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Zwei Wochen sind jetzt schon vorbei – das Wetter war nicht immer ideal. Kann man ein erstes Resümee ziehen? 

Giulia Mazzurco: Wir sind beide mehr als zufrieden. Der Ort lebt auf und die Leute fühlen sich wohl. Bei der Eröffnungsfeier hatten wir 25 Grad, das war perfekt. Dann gings gleich weiter mit der „Nacht der Musik“. Wenn man ehrlich ist, haben uns die paar Tage Regen auch ganz gutgetan. Wir konnten uns sammeln und überlegen, was wir besser machen und ändern sollten.

Und die langfristigen Pläne?

Giulia Mazzurco: Mein Traum war es immer ein eigenes Café zu eröffnen, Asmus geht eher in Richtung Foodtrucks. Wir haben schon noch Ideen, aber natürlich immer nur so, dass die bisherige Arbeit nicht darunter leidet. Im Winter gibt es hier auch oft einen Weihnachtsmarkt. Das könnte dieses Jahr wegen des Studiums vermutlich eng werden. Aber im nächsten Jahr gibt’s dann ein richtiges Winter-Wonderland.

Der Genussgarten am Veitsmüllerweg 2 in Freising ist bei schönem Wetter täglich geöffnet:  Montag bis Donnerstag,  17 bis 23 Uhr, Freitag und Samstag, 16 bis 23 Uhr, Sonntag,  12 bis 23 Uhr;

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