Freising bei der Expo Real Alle neugierig machen

Dass sich das VW-Schulungszentrum in den Clemensängern angesiedelt hat, ist bei der Expo Real eingefädelt worden. Jetzt aber hat die Stadt Freising kaum noch größere Flächen zu verkaufen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Freising präsentiert sich auch 2019 mit einem Stand bei der Immobilienmesse Expo Real. Dort will man mit der neuen Innenstadtkonzeption samt Einzelhandelskonzept und dem Stadtentwicklungsplan punkten.

Von Kerstin Vogel, Freising

Die Stadt Freising wird auch in diesem Jahr mit einem Stand auf der Immobilienmesse Expo Real in München vertreten sein. Anders als in den vergangenen Jahren soll dort jedoch nicht mehr die Werbetrommel für brach liegende Gewerbeflächen gerührt werden, schließlich ist das letzte größere Areal, das in den Clemensängern noch zur Verfügung stand, bekanntlich vor kurzem der Firma Bertrandt zugesprochen worden. Stattdessen will man beim interessierten Fachpublikum nun mit der neuen Innenstadtkonzeption samt Einzelhandelskonzept und dem Stadtentwicklungsplan punkten.

Der Messeauftritt der Stadt Freising wird sich wie schon in den vergangenen Jahren an dem gemeinsamen Messestand der Europäischen Metropolregion München (EMM) abspielen. Als Mitaussteller biete sich hier die perfekte Plattform, um Freising den erwarteten "45 000 Immobilienprofis" auf der Messe gezielt zu präsentieren und Kontakte zur internationalen Immobilienbranche und Investoren zu knüpfen, hieß es am Montag im Finanzausschuss des Stadtrats in einer Präsentation der Verwaltung. Umsonst ist diese Möglichkeit zwar nicht zu haben, die Kosten wurden auf mehr als 20 000 Euro beziffert. Zumindest die Ansiedlung des VW-Schulungszentrums in den Clemensängern wird von Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher jedoch auf frühere Aktivitäten auf der Expo Real zurückgeführt.

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Was präsentiert die Stadt auf der Messe, wenn kaum etwas zu verkaufen ist?

Trotz dieses vergangenen Erfolges war die Teilnahme an der Messe im Finanzausschuss nicht unumstritten. Er könne sich nicht so recht vorstellen, was genau die Stadt da nun an ihrem Stand präsentieren wolle, wenn man gar keine größeren Flächen mehr zu verkaufen habe, hatte FSM-Stadtrat Reinhard Fiedler zunächst kritisiert. Die von Stadtbaudirektor Gerhard Koch erläuterte Idee, dort nun den Umbau der Innenstadt und die Zukunftsperspektiven Freising vorzustellen, erschien Fiedler offenbar jedoch einleuchtend. Man wolle "auf die Innenstadt und die Stadtentwicklungspolitik neugierig machen", hatte Koch gesagt.

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Sehr viel deutlicher argumentierte Grünen-Stadtrat Sebastian Habermeyer gegen die Messeteilnahme. Man versuche krampfhaft, eine Legitimation dafür zu finden, dass "wir an einer Verkaufsmesse teilnehmen, wo sich die Branche selbst feiert", ärgerte er sich. Je mehr man werbe, umso mehr würden auch die Preise steigen, kritisierte er weiter. Wenn die gerühmte Metropolregion weiter so wachse, "dann zerreißt es uns irgendwann. Das ist, wie wenn ein Bodybuilder zu viel Anabolika nimmt, irgendwann wird es ungesund", sagte Habermeyer. Sein Appell: "Lassen wir es halt einfach einmal bleiben."

Oberbürgermeister Eschenbacher hielt dem entgegen, dass es natürlich auch darum gehe, innerhalb der Metropolregion Probleme gemeinsam zu lösen. Dabei wolle die Stadt Freising auch in Zukunft als "Premiumpartner" wahrgenommen werden: "Wir sind das Oberzentrum in der EMM", unterstrich Eschenbacher. Er werde also selbstverständlich auch ohne Stand zu der Messe gehen - das aber wollte ihm die Mehrheit des Ausschusses dann doch nicht zumuten: Dass Eschenbacher quasi seine Gesprächspartner aufsuchen müsse und nicht umgekehrt, das könne es nicht sein, sagte Birgit Mooser-Niefanger (FSM): "Das ist nicht angemessen."

Gegen die Messeteilnahme stimmten am Ende nur Habermeyer und Rudi Schwaiger (CSU).

Die Messe Expo Real findet heuer vom 7. bis zum 9. Oktober in München statt.