Corona-Impfungen:Landkreis Freising gibt Astra-Zeneca-Dosen zurück

Corona-Impfungen: 144 Personen haben am Samstag an der Sonderimpfaktion bei Ikea in Eching teilgenommen. Auch in der Tiefgarage konnte man sich die Spritze setzen lassen.

144 Personen haben am Samstag an der Sonderimpfaktion bei Ikea in Eching teilgenommen. Auch in der Tiefgarage konnte man sich die Spritze setzen lassen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Nachfrage nach dem Impfstoff ist stark zurückgegangen. Sonderaktionen im Juli sind deshalb abgesagt worden.

Von Petra Schnirch, Freising

Weil die Nachfrage nach dem Impfstoff von Astra Zeneca stark zurückgegangen ist, hat der Landkreis Freising seinen kompletten Bestand, insgesamt 8400 Einzeldosen, zurückgegeben. "Damit soll verhindert werden, dass er verfällt und entsorgt werden muss", teilt das Landratsamt dazu mit. Aktuell ist das Impfzentrum trotz einer gewissen Impfmüdigkeit mit 220 bis 600 Terminen täglich gut besucht, vor allem Zweitimpfungen finden dort statt. Dazu kommen teilweise 50 bis 100 Erstimpfungen. Vorerst gibt es weiterhin einen Sieben-Tage-Betrieb. Auch die Außenstelle in Au bleibt geöffnet.

Die Astra Zeneca-Dosen gehen zurück an den Bund, sie sollen in Länder geschickt werden, die bisher wenig Impfstoff gegen das Coronavirus erhalten haben. Da nur ganze Gebinde abgegeben werden können, stehen dem Impfzentrum noch 20 Dosen zur Verfügung. Wer sich damit impfen lassen möchte, kann einen Termin vereinbaren (impftermin@kvfreising.brk.de).

Das Interesse an dem Vakzin von Astra Zeneca sei inzwischen "sehr mäßig", sagt Robert Stangl, Sprecher des Landratsamts. So hätten Landratsamt und Bayerisches Rotes Kreuz, das gemeinsam mit den Johannitern das Impfzentrum betreibt, Sonderimpfaktionen im Juli, die organisiert waren, mangels Interesse absagen müssen. Hinzu kommt, dass bei einer Erstimpfung mit Astra Zeneca beim zweiten Termin inzwischen häufig ein anderes Vakzin verabreicht wird. Entsorgt werden mussten im Landkreis wegen Überschreitens der Verwendungsdauer bisher keine Impfstoffe, wie Landratsamt und Bayerisches Rotes Kreuz betonen. "Da schauen wir drauf", sagt BRK-Kreisgeschäftsführer Albert Söhl. Durch die zahlreichen Sonderaktionen habe man aber "einige angefangene Dosen" verwerfen müssen, erklärt Stangl.

Um die Menschen im Landkreis zu bewegen, sich immunisieren zu lassen, hatten sich die Verantwortlichen zuletzt einiges einfallen lassen. Am Samstag gab es eine Aktion bei Ikea in Eching, zu der 144 Menschen kamen. In der Woche zuvor war eine mobile Impfstation im Landkreis unterwegs. 80 bis 100 Personen nutzten diese Gelegenheit täglich. "Das ist nicht schlecht", meint Söhl, "aber es ist ein Riesenaufwand." Auch bei zwei Sportvereinen waren Impf-Teams im Einsatz, darüber hinaus gab es Aktionen für Studenten, Schwangere und Stillende, Landwirte, für Zwölf- bis 15-Jährige und - als Anreiz für Urlauber - Impfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson, das nur einmal verabreicht werden muss. Solche Angebote sollen auch weiterhin initiiert werden. Der Betrieb des Impfzentrums wird nach Auskunft des Landratsamts vermutlich bis Ende April 2022 verlängert. Den Schwerpunkt werden mobile Teams bilden.

Was den Mitarbeitern im Impfzentrum zuletzt zu schaffen machte, waren laut Söhl die zahlreichen Wünsche nach Terminverschiebungen aufgrund der Urlaubszeit. Die Folgetermine werden vom Impfportal Bayimco automatisch festgelegt. Zum Teil hätten die Leute aber schon am Tag nach der Erstimpfung angerufen und die "Telefone blockiert". Das sei schwierig, sagt Söhl, "aber Urlaub geht für viele vor".

Impfen lassen sich im Landkreis auch schon unter 18-Jährige. Diese Altersgruppe macht laut Stangl bei den Erstimpfungen inzwischen etwa 40 Prozent aus. Außerdem gab es eine Sonderaktion für Jugendliche, 447 nutzten vor kurzem diese Gelegenheit. Die erste Spritze haben bisher, Stand 6. August, 89 972 im Impfzentrum Freising und den Arztpraxen erhalten. Vollständig immunisiert sind bisher 72 043 Menschen. Laut diesen Zahlen sind also noch immer weniger als 50 Prozent der Landkreisbürger vollständig geimpft. Allerdings sei es "nicht mehr möglich und sinnvoll, weil sicher falsch", eine Impfquote für den Landkreis zu berechnen, sagt Stangl. Denn inzwischen könne man sich aussuchen, in welches Impfzentrum man gehe. Außerdem ließen sich viele in Praxen und bei Betriebsärzten außerhalb des eigenen Landkreises impfen. "Aus unserer Sicht ist die aussagekräftigste Quote inzwischen nur noch die gesamtbayerische."

© SZ vom 11.08.2021
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