bedeckt München 17°

Zwischen Freisinger Innenstadt und Lerchenfeld:Bustunnel als Ziel

Für das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs an der Münchner Straße soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Ziel ist der Bau eines Bustunnels.

(Foto: Marco Einfeldt)

Der Stadtrat will am Bahnhof ein Bauprojekt mittels Bauleitplanung und Veränderungssperre verhindern.

Von Kerstin Vogel, Freising

Für das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs mit den aufgelassenen Gleisanlagen südlich des Freisinger Bahnhofs an der Münchner Straße soll nun endlich ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Das hat der Planungsausschuss des Stadtrats in der vergangenen Woche entschieden - auch, um ein mögliches Bauprojekt auf dieser Fläche zu verhindern. Denn ein Teil des Areals gehört nach wie vor der früheren Bahntochter Aurelis, die nun eine Bauvoranfrage für ihr Grundstück an die Stadt gerichtet und damit das Thema nach langen Jahren wieder auf die Tagesordnung der Stadtplaner geholt hatte.

Doch spätestens seit die Stadt im Jahr 2018 das Mobilitätskonzept "Freising nachhaltig mobil" aufgestellt hat, kann eine Bebauung durch Dritte in diesem Bereich nicht mehr in ihrem Interesse liegen, wie im Planungsausschuss deutlich wurde. In dem Konzept nämlich ist als Maßnahme 24 der "Bau eines Bustunnels am Bahnhof zur Anbindung an den Stadtteil Lerchenfeld" vorgesehen - und genau dafür braucht die Stadt die Flächen. Durch die Schaffung einer Alternativroute nach Lerchenfeld und auf die Westseite des Bahnhofs könne die Innenstadt vom Busverkehr entlastet werden, heißt es zur Erklärung in den Ausschuss-Unterlagen.

Außerdem würde so ein Tunnel die Querbarkeit der Bahngleise für alle Verkehrsmittel des Umweltverbundes verbessern - und: "In diesem Zusammenhang ist auch das Grundstück, auf dem sich die Post befindet, neu zu bewerten." Im Vergleich zu den Überlegungen zum Umgriff eines Bebauungsplanes für diesen Bereich, die 2004 erstmalig angestellt und 2009 noch einmal geändert worden waren, hat der Planungsausschuss die Grenzen nun noch einmal neu festgelegt.

Außerdem könnte der Busbahnhof erweitert werden

So soll das künftige Plangebiet im Norden durch den "Kiss & Ride"-Platz vor dem Bahnhof, im Westen durch die Münchner Straße und im Osten durch die Gleisanlagen begrenzt werden. Als Ziel und Zweck dieser Bauleitplanung wird in dem Beschluss ausdrücklich festgehalten, zur Stärkung des Umweltverbundes aus ÖPNV, Fuß- und Radverkehr den Bau eines Tunnels zur Querung der Bahngleise vorzusehen.

Damit solle die Möglichkeit einer Unterführung von der Münchner Straße zum Bereich östlich der Gleise planerisch gesichert werden. Daneben sollen für den Busbahnhof Erweiterungsmöglichkeiten berücksichtigt und bestehende sowie künftige Nutzungen hier im Stadteingangsbereich festgesetzt werden. Die Verkehrserschließung soll so ausgelegt werden, dass auch eine bauliche Entwicklung östlich des Bahnhofs planerisch sichergestellt werden kann.

Das von Aurelis angefragte Bauvorhaben allerdings würde diesem Plankonzept entgegen stehen, weshalb der Planungsausschuss am Mittwoch auch gleich noch eine Veränderungssperre für das fragliche Gebiet beschlossen hat. Diese gilt für zwei Jahre - genug Zeit also für die Stadtverwaltung, den Auftrag zur Erarbeitung eines Bebauungsplanes nun umzusetzen.

© SZ/nta
Zur SZ-Startseite
U-Bahn Denkmalschutz, U-Bahnhöfe zwischen Münchner Freiheit und Olympiazentrum

Verlängerung der U 6 in den Landkreis Freising
:Gescheitert am Kosten-Nutzen-Faktor

Die Firma Intraplan Consult rechnet den Kreisräten vor, dass eine Verlängerung der U6 von Garching nach Neufahrn nicht wirtschaftlich ist. Die wollen bei dem Projekt aber dennoch nicht locker lassen.

Von Peter Becker

Lesen Sie mehr zum Thema