Musik:Die Beats in die Wiege gelegt bekommen

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David Muhuri nennt sich "Bärah" und ist demnächst beim "Stustaculum" zu hören. (Foto: Norbert Born (privat))

Die musikalische Karriere von David Muhuri war unvermeidlich. Schon seine Mutter sang in einer Band, sein Patenonkel ist Cajus Heinzmann, einst Rapper bei "Blumentopf". Mittlerweile nennt der 22-Jährige sich "Bärah" und rappt selber.

Von Davida Schauer, Freising

Die musikalische Karriere des 22-jährigen David Muhuri war unvermeidlich. Schon seine Mutter sang zusammen mit ihren beiden Schwester in einer Band und sein Patenonkel ist Cajus Heinzmann, einst Rapper bei der Blumentopf. Bereits als Kind stand David Muhuri zusammen mit ab und an auf der Bühne. Er ist seine erste Inspiration.

Blumentopf gründete sich einst in einer WG in Freising, wurde jedoch schnell ein wichtiger Bestandteil der Münchner Hip-Hop und Rapszene. Mittlerweile nennt sich David Muhuri Bärah und rappt selber. Das nächste Mal am Donnerstag, 30. Mai, beim Münchner Stustaculum im Englischen Garten (22.45 Uhr, Café Dada).

Geboren wurde David Muhuri in Freising, in Langenbach ist er aufgewachsen. Als er zehn Jahre als war, zog er mit seiner Familie zurück nach Freising. Vor drei Jahren begann David, alias Bärah, selbst Musik zu machen und kaufte sich sein erstes Mikrofon. In seiner Freisinger Ein-Zimmer-Wohnung baute er mit seinem besten Freund Adrian Banas alias Addi G die ersten Beats und freestylt dazu. 2021 erschien seine erste Single "Pief den ganzen Tag" mit Vincent Pfäfflin, alias vini paff.

Es folgen Auftritte beim Uferlos-Festival, bei der "Langen Nacht der Musik" oder im Lindenkeller in Freising. Zu der Zeit ist er Mitglied in dem Freisinger Kollektiv Traumfänger, das 2023 auch für den Tassilopreis der SZ nominiert. Muhuri hatte es zusammen mit Adrian Banas und mit sieben weiteren an Musik und Kunst interessierten jungen Leuten gegründet. "Anfangs waren wir ziemlich erfolgreich in der Stadt. Wir spielten rund 15 Auftritte, verkauften bei einem Event über 200 Tickets", erinnert sich David Muhuri. Die Stadt sei offen gegenüber der Gruppe gewesen. Sie hätten Anerkennung erfahren und den Freisinger Jugendkulturpreis gewonnen.

Dennoch haben sich die "Traumfänger" inzwischen aufgelöst. Der Rapper blickt zurück: "Es war ein cooles Projekt, doch unsere Ambitionen waren zu unterschiedlich. Die Zusammenarbeit war irgendwann zu unausgeglichen, manche investierten mehr in das Kollektiv, manche weniger, obwohl eigentlich jeder dasselbe wollte. Letztendlich war es mir zu viel, alles alleine zu stemmen." Muhuri findet heute, dass er sich generell mit dem Veröffentlichen seiner Musik mehr Zeit hätte lassen sollen. Es sei damals zu früh gewesen. Erst jetzt sei er an einem Punkt, an dem er stolz auf seine Kreationen sein könne.

Vor ein paar Monaten zog es David Muhuri nach München und er produziert dort in einem Studio am Gasteig. (Foto: Clara Angele (privat))

Vor ein paar Monaten zog es David Muhuri nach München und er produziert dort in einem Studio am Gasteig. Ein neues Kapitel in seinem Leben. Auch hier habe er sich wieder von seinem Onkel Cajus Heinzmann inspirieren lassen. "Als sich Blumentopf damals von Freising nach München umorientierte, hat ihr Erfolg ein neues Level erreicht", weiß Muhuri. "Ich brauchte es einfach, etwas Neues, mal herauszukommen, einen Schritt nach vorn zu machen." Und weiter; "Wir haben in Freising quasi alles geschafft, was wir uns vorgenommen haben, wir haben uns dort einen Namen gemacht, es war ne geile Zeit", bemerkt Bärah. Doch die Erkenntnis bleibt: "Irgendwann musst du einen Step rausmachen, in eine größere Stadt."

Bärah will seine Gefühle, Erfahrungen und Emotionen in seinen Liedern verarbeiten. "Wenn ich die Texte schreibe, mache ich mir erst gar nicht so viel Gedanken", sagt er. "Aber danach höre ich es mir an und merke, wie gut es passt." So auch bei seinem neuen Hit "Frühlingsgefühle mit dir". Mit diesem Text könne er sich identifizieren. "Ich war mit einer Freundin im botanischen Garten, direkt im Anschluss habe ich drauf losgeschrieben", berichtet Muhuri von der Entstehungsgeschichte des Songs.

Bärah will in einem unbekannten Umfeld Fuß fassen

Er sei überwältigt gewesen, von den ersten Frühlingsgefühlen, die er nach dem Winter gespürt habe. Der Song beginnt mit den Zeilen "ich falle so tief grad". "Es beschreibt, wie ich mich im Winter fühlte und wie ich versuche, das hinter mir zu lassen", so der Künstler. Auf seine Vergangenheit geht er mit den Textzeilen "es war eine wunderschöne Zeit, doch alles Schöne geht vorbei" ein. Bärah will deutlich machen, wie befreiend es sich für ihn anfühlt, in einem unbekannten Umfeld Fuß zu fassen. Er sei froh, von Menschen umgeben zu sein, die seine Kunst unterstützen.

Ein weiteres Projekt von ihm und seinem Freund Addi G ist Neighbourhood (Nachbarschaft). Damit veranstalten die jungen Männer in Zukunft kostengünstige Konzerte mit aufstrebenden Musikern aus ganz Deutschland in München. Zudem sind gemeinnützige Projekte geplant. Außerdem tritt er als Voract bei den Veranstaltungen anderer auf. Zu Gast war er auch schon bei dem Rapper Pink Katana.

Das nächste Mal kann man Bärah am 30. Mai live beim StuStaCulum Festival sehen, das vom 29. Mai bis zum 1. Juni in München stattfindet.

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