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Zwei Freisingerinnen stellen ihre Kunstwerke aus:Auf nach Barcelona

Sibil Ospina und Denise Mankowski sind mit ihren Werken bei der "Art Metropole" vertreten. Die Initiative möchte Nachwuchskünstlern auf der ganzen Welt eine Bühne bieten.

Von Clara Wollmann, Freising

Die Vorfreude ist groß in diesen Tagen für Sibil Ospina und Denise Mankowski. Die Freisinger Künstlerinnen reisen an diesem Wochenende in die Kunstmetropole Barcelona, um dort je eines ihrer Werke auf der Ausstellung Art Metropole zu präsentieren. Und nach jetzigem Stand findet die Ausstellung wohl auch statt. So war es zumindest am Mittwoch auf der Website der Veranstalter zu lesen, trotz Corona.

Im Februar hatten die beiden die Zusage für die Veranstaltung erhalten, die ursprünglich von der Artbox Projects Switzerland 2016 ins Leben gerufen wurde. Die Initiative möchte Nachwuchskünstlern auf der ganzen Welt eine Bühne bieten. Als Austragungsort darf sich dieses Jahr Barcelona in die Reihe bedeutsamer Kunstmetropolen wie New York und Zürich stellen. Prominente Künstler wie Picasso und Mirò, sowie über 80 Museen erklären den besonderen Status der spanischen Stadt. So wird auch dieses Mal ein großes Publikum erwartet, die Art Metropole Basel besuchten beispielsweise über 40 000 Interessierte am Tag. Als ambitionierter junger Künstler lässt man sich diese einzigartige Möglichkeit selbstverständlich nicht einfach entgehen. Die vielen Teilnehmer hätten sie etwas abgeschreckt, schlussendlich hätten sie aber doch auf ihr Bauchgefühl gehört und sich getraut, erzählt Sibil Ospina.

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Zusammen mit Denise Mankowski fährt Ospina (rechts) nach Barcelona.

(Foto: oh)

Mankowskis Kunst als Aufforderung anzuhalten und loszulassen

Zuversicht gaben den Freisinger Künstlerinnen die angemeldeten Kunstwerke. Für Mankowski zählt das Bild "Geisha" zu ihren Lieblingsstücken. Ihre Kunst des abstrakten Expressionismus versteht sie als eine Aufforderung anzuhalten und loszulassen, gemäß ihrem Motto "Sieh was Neues". Das von Sibil Ospina eingereichte Projekt "Royal" unterstreicht ihre persönliche Handschrift des Upcyclings. Die dabei verwendeten Eisstiele aus Holz seien für sie kein Abfall, sondern wertvolle Materialien.

"Eine Portion Glück und der Glaube an unsere Werke", so sagen die beiden, bringe die Künstlerinnen nun nach Barcelona. Für Denise Mankowski ist es das erste Mal beim Artbox Project, Sibil Ospina stellte bereits auf der Art Metropole Miami aus. Etwas kleiner, aber für sie nicht weniger bedeutend, haben die Frauen bereits im Landkreis ihre Kunst präsentiert. Freising sei für ihre Kunst und auch für sie ganz persönlich ein sehr wichtiger Ort, betonen beide Künstlerinnen. Hier hätten sich ihre Wege getroffen und sie hätten sich gemeinsam weiterentwickelt. Die ersten künstlerischen Erfahrungen sammelte Denise Mankowski mit Ausstellungen der Reihe "Kunst im Knast".

Ihre Werke werden in einer digitalen Präsentation gezeigt

Als Sibil Ospina 2014 nach Zolling zog, sei sie dort herzlich aufgenommen worden, erzählt sie, vor allem von anderen Künstlern in der näheren Umgebung wie den Freisinger Hobbykünstlern. Zu Denise Mankowski habe sie besonders schnell Kontakt gefunden, erzählt sie. Seitdem verbinde sie ein enger künstlerischer Austausch. Was liegt daher näher, als dessen Ergebnisse gemeinsam vorzustellen? Die Art Metropole Barcelona bietet nun diese Möglichkeit und das vor einem deutlich größeren Publikum als gewohnt.

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Bereits verwendete Eisstiele aus Holz hat Sibil Ospina für ihr Werk verwendet.

(Foto: oh)

Zwar haben es die Künstlerinnen aus dem Landkreis Freising nicht unter die Finalisten und Halbfinalisten geschafft. Wie bei allen Bewerbern werden aber ihre eingesendeten Werke in einer digitalen Präsentation in der Valid World Hall im Herzen der Stadt gezeigt. Die Jury, die sich aus 15 Personen mit unterschiedlichen Hintergründen und persönlichen Geschmack zusammensetzt, soll eine möglichst bunte Auswahl treffen. Über einen Gewinner stimmen die Besucher ab.

Dass es damit in diesem Jahr nicht geklappt hat, ist für Denise Mankowski jedoch kein Grund, um Trübsal zu blasen. Sie freue sich vielmehr auf die gemeinsame Zeit mit ihrer Freundin, die große Eröffnungsparty und die kreative Szene mitten in Barcelona. Ein paar aufregende Tage, wie sie sagt, "kurz hinaus aus dem kleinen Freising und in die große weite Künstlerwelt".

© SZ vom 12.03.2020/nta
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