Urlaub daheimSieben Tipps zum Ende des Sommers

Lesezeit: 3 Min.

In Freising gibt es einige schöne ruhige Oasen wie den Amtsgerichtsgarten.
In Freising gibt es einige schöne ruhige Oasen wie den Amtsgerichtsgarten. (Foto: Marco Einfeldt)

Eine Brauerei besichtigen, an Isar und Amper entlang radeln, in ein gemütliches Café einkehren. Auch nach dem Hochsommer gibt es viele Möglichkeiten, die Freizeit in der Region um Freising zu genießen.

Von Francesca Polistina

Der August neigt sich dem Ende zu und so auch der meteorologische Sommer. Die Hitze ist bald vorbei, die Tage werden kürzer, bleiben aber lang genug, der Urlaub ist für viele schon eine ferne Erinnerung. Wer die Region um Freising erkunden will, der findet jetzt die optimalen Bedingungen dafür. Zeit also, sich auf den Weg zu machen.

Die Hallertau

Vom Aussichtsturm in Reichertshausen hat man einen schönen Blick über die Hopfengärten.
Vom Aussichtsturm in Reichertshausen hat man einen schönen Blick über die Hopfengärten. (Foto: Marco Einfeldt)

Die Hallertau gilt als größtes zusammenhängendes Hopfenanbaugebiet der Welt, hier wird 85 Prozent des deutschen Hopfens produziert. Wer also sehen will, wo das Bier herkommt, der sollte sich auf den Weg in den nördlichsten Teil des Landkreises Freising machen. Am besten vor der Ernte Anfang September, wenn die Hopfenpflanzen noch in voller Pracht an ihren bis zu sieben Meter hohen Gerüsten stehen.

Wer sich die Hopfenproduktion genauer anschauen kann, der kann einen der Hopfenerlebnishöfe wie Pichlmeyer in Rudelzhausen, Rieger in Attenkirchen oder Blomoser in Nandlstadt kontaktieren und besuchen. In Au in der Hallertau, genauer gesagt im Ortsteil Reichertshausen, befindet sich eine sechs Meter hohe Aussichtsplattform mit Blick auf die vielen Hopfengärten und auf die Landschaft. 

In den Brauereien

Das Freisinger Hofbrauhaus während der blauen Stunde.
Das Freisinger Hofbrauhaus während der blauen Stunde. (Foto: Johannes Simon)

Nicht nur die Hopfenproduktion, sondern auch die Brautradition wird seit Jahrhunderten im Landkreis gepflegt. Zwei der ältesten Brauereien der Welt befinden sich in Freising: die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan, die auch die Urheberschaft des Obazdn für sich reklamiert, und das Gräfliche Hofbrauhaus Freising.

Interessierte aufgepasst: In beiden Fällen ist es möglich, eine Führung durch die Brauerei zu buchen, um die einzelnen Schritte des Brauprozesses zu lernen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und das Bier zu verkosten. Die Technische Universität München (TUM) mit ihrem Campus in Weihenstephan gilt als Ausbildungsstätte für Brauerinnen und Brauer und bietet unter anderem das Zertifikatsprogramm „Brauer Cursus Weihenstephan“ an.

Zu Fuß

Der Pilgerweg Via Sancti Martini verläuft auch in den Landkreisen Erding und Freising.
Der Pilgerweg Via Sancti Martini verläuft auch in den Landkreisen Erding und Freising. (Foto: Renate Schmidt)

Hohe Berge gibt es in Freising und Umgebung nicht, aber an Wandermöglichkeiten mangelt es sicher nicht. Wer sich für Pilgerwege interessiert, der kann sich auf den Freisinger Zubringer zum Jakobsweg begeben: Der Weg beginnt am Domberg und führt in Richtung Südwesten über Vötting und Hohenbachern nach Kranzberg und weiter nach Ampermoching. Auf dem Höhenweg bei Kranzberg kann man weit ins Isartal blicken, bei guter Fernsicht sind die Alpen zu sehen.

Auch eine Strecke der Via Sancti Martini, auch Martinusweg genannt, führt von Oberding im Erdinger Moos bis nach Marzling im Landkreis Freising, wo sie an der Martinskirche endet. Danach ist der Martinusweg bis Augsburg unterbrochen.

Weitere Touren sind auf der touristischen Website des Landkreises Freising oder im Wanderführer von Cornelia Fuchs und Dieter Herrmann „Wandern in und um Freising, Erding und Moosburg/Isar“ zu finden.

Auf das Rad

Ein Fahrradfahrer nutzt den idyllischen Radweg durch die Isarauen bei Achering.
Ein Fahrradfahrer nutzt den idyllischen Radweg durch die Isarauen bei Achering. (Foto: Stephan Görlich)

Sowohl an der Amper als auch an der Isar gibt es lange Radwege, die man auch im Landkreis Freising genießen kann. Sie können auch kombiniert werden, zum Beispiel auf der SZ-Radtour, die von Neufahrn über Kranzberg, den Weltwald und Freising führt. Alle Touren sind auf sz.de/radtour zu finden.

Auch die Hallertau kann man wunderbar mit dem Rad erkunden, der „Bockerlradweg“ verläuft zum Beispiel entlang der ehemaligen Strecke der Hallertauer Lokalbahn, auch „Hallertauer Bockerl“ genannt.

Auf den Spuren der Gebrüder Asam

Der Freisinger Mariendom wurde von 300 Jahren von den Gebrüdern Asam grundlegend renoviert.
Der Freisinger Mariendom wurde von 300 Jahren von den Gebrüdern Asam grundlegend renoviert. (Foto: Marco Einfeldt)

Viele Jahre war es wegen Sanierungsarbeiten geschlossen, jetzt erstrahlt es in neuem Glanz im Herzen der Freisinger Altstadt. Die Rede ist vom Asamgebäude, dem ehemaligen fürstbischöflichen Gymnasium, das seinen Namen dem Maler Hans Georg Asam verdankt, der es 1709 mit Fresken dekorierte. Heute beherbergt das Gebäude auch das neue Freisinger Stadtmuseum, im Asamtheater finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt.

Doch viel bekannter als Hans Georg Asam waren seine Söhne Cosmas Damian und Egid Quirin Asam, die vor 300 Jahren den Freisinger Mariendom grundlegend umgestalteten. Seitdem ist der Name Asam mit der Stadt Freising eng verbunden. Die Asams gehörten zu den populärsten Künstlern ihrer Zeit in Süddeutschland, sie waren unglaublich erfolgreich und wohlhabend. Einige ihrer Werke sind auch im Diözesanmuseum auf dem Domberg zu sehen.

Auf einen Kaffee in Freising

Im Café Übrig in der Freisinger Altstadt werden Lebensmittel gerettet.
Im Café Übrig in der Freisinger Altstadt werden Lebensmittel gerettet. (Foto: Marco Einfeldt)

An netten Lokalen für Kaffee und Kuchen mangelt es in der Freisinger Altstadt nicht. Man braucht eigentlich nur durch die Obere und Untere Hauptstraße und die Fischergasse zu schlendern, um gemütliche Cafés und Konditoreien zu entdecken. Ein besonderes Projekt ist das Café Übrig an der General-von-Nagel-Straße, das erste Foodsharing-Café in Bayern. Dort werden vor der Mülltonne gerettete Lebensmittel zu Gerichten oder Kuchen verarbeitet und kostenlos angeboten, den Preis für die Getränke kann man selbst wählen. Außerdem finden im Café Übrig immer wieder Veranstaltungen zum Thema Lebensmittelverschwendung und Nachhaltigkeit statt.

Eine außergewöhnliche Lage hat auch das Café Botanika im Schafhof. „Schafhof“ wird das architektonisch besondere Gebäude auf dem Höhenzug am nördlichen Stadtrand von Freising genannt. Früher diente es als Stall für Merinoschafe, daher der Name, heute beherbergt es das Zentrum für zeitgenössische Kunst in Oberbayern.

Die Gärten

Ein Paar bewundert die Glyzinien am Staudengarten.
Ein Paar bewundert die Glyzinien am Staudengarten. (Foto: Marco Einfeldt)

Freising wird auch die Rosenstadt genannt, aber natürlich hat die Stadt nicht nur Rosen zu bieten. Eine ruhige Oase inmitten der Altstadt ist der Amtsgerichtsgarten. Auf dem Gelände des ehemaligen Benediktinerklosters im Stadtteil Weihenstephan befinden sich mehrere stilvoll angelegte Gärten, die von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf betreut und genutzt werden.

Dazu gehört, am Fuße des Bergs, der Sichtungsgarten für Stauden und Gehölze: Dieser ist nicht nur ein attraktives Ziel für Pflanzenliebhaber und Reisende, sondern auch eine Lehr- und Versuchsanlage der Hochschule, um Stauden-, Gehölz- und Rosenneuheiten auf ihren Gebrauchswert zu prüfen. Beliebt ist auch der Hofgarten, eine parkähnliche Anlage mit vielen Blumen und alten Bäumen.

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