Altes GefängnisIrrationale Welten

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Neben der Graphic Novel sind auch Radierungen des jungen Künstlers zu sehen.
Neben der Graphic Novel sind auch Radierungen des jungen Künstlers zu sehen. Michael Pfitzner

Michael Pfitzner präsentiert in der Ausstellung „this is fine“ seine surreale Graphic Novel „Why“.

Von Laura Stretz, Freising

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Der Münchner Künstler Michael Pfitzner zeigt auf Einladung des Kulturvereins Modern Studio im Alten Gefängnis eine Einzelausstellung mit dem Titel „this is fine“. Die Ausstellung basiert in erster Linie auf seiner Diplomarbeit an der Münchner Akademie der Bildenden Künste, der Graphic Novel „Why“. Pfitzner hat sie in einem Prozess des automatischen Schreibens und Zeichnens geschaffen. Er habe zuvor keine bestimmte Geschichte im Kopf gehabt, sagt er. Die surreale Story habe sich im Entstehen kristallisiert und herausgebildet, „wie Puzzleteile, die sich zusammensetzen“.

Ihm sei ihm von Anfang an wichtig gewesen, dass die Wege seiner Graphic Novel ins Nichts verlaufen und es keine Auflösung gebe, stattdessen folge immer die nächste Geschichte. Durch das automatische Zeichnen bilde sich eine Art Psychogramm ab. „Es ist ein grafischer Remix aus Samplen, Filmstills und Kunstreferenzen.“ Es fänden sich deshalb reichlich Bezüge zu Filmen, Kleidung, Pop-Art und Kunstgeschichte, „kaum eine Seite ist ohne Referenz“.

Entsprechend schwer ist es jedoch auch, zu beschreiben, worum es in der Graphic Novel genau geht. Die Betrachter und Betrachterinnen werden von einer Protagonistin durch eine entfremdete Welt geführt. Sie ist eine Handwerkerin, die immer wieder ihre äußere Gestalt wechselt. Mal verkörpert sie Stars, mal Freunde oder Bekannte des Künstlers. Da sie nicht ausgemalt ist und wie ausgeschnitten aussieht, hebt sie sich von ihrem Umfeld ab. Eine ihrer Aufgaben innerhalb der Story sei die Reparatur einer Keksmaschine, sagt Pfitzner, die als Abfallprodukt das Universum hervorbringe. Durch vergleichbare Szenarien werde Absurdität widergespiegelt: „Auch unsere alltägliche Welt ist oft surreal, selbst wenn wir es nicht immer merken.“

Neben der Graphic Novel sind auch ältere Arbeiten, wie Radierungen, zu sehen. Bei diesen habe ihn besonders die Formlosigkeit interessiert, sagt Pfitzner. „Man muss selbst schauen, was man erkennt.“ Die Betrachtenden finden bei langem Hinsehen ihre eigenen Figuren und Geschichten in ihnen wieder.

this is fine, Vernissage Donnerstag, 19. September, 19 Uhr, Altes Gefängnis Freising, bis 6. Oktober.

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