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Ergebnis der Bürgergespräche:Acheringer Ortskern wird aufgewertet

Als eine Art Wahrzeichen verstehen die Acheringer ihre unter Denkmalschutz stehende Kirche. Allen Bauwünschen zum Trotz soll der Bereich um das Kirchlein herum deshalb freigehalten werden.

(Foto: Marco Einfeldt)

Der kleine Freisinger Ortsteil leidet unter den Folgen des Flughafens, es sind viele Autoabstellplätze entstanden. Mithilfe eines Bebauungsplans soll die weitere Entwicklung des Dorfkerns um die Kirche gesteuert und Wohnraum geschaffen werden.

Die Bürger von Achering sind schon lange nicht so recht zufrieden. Nicht nur, dass ihre Ortschaft von der Staatsstraße in zwei eher unschöne Hälften zerschnitten wird, die Flugrouten des nahen Münchner Flughafens machen eine weitere Wohnbebauung in großen Teilen des Dorfes unmöglich - und in der Folge sind zuletzt vor allem Abstellplätze für Autos in dem kleinen Freisinger Ortsteil entstanden. Damit das anders wird, hat die Stadt Freising in ihrem Stadtentwicklungsprogramm Step 2030 gemeinsam mit den Bürgern einen Rahmenplan für Achering erarbeitet, der Ende Oktober vergangenen Jahres beschlossen wurde. Am Mittwoch ist im Planungsausschuss des Stadtrats dazu nun auch die Aufstellung eines Bebauungsplans für die Ortsmitte von Achering auf den Weg gebracht worden.

Der Bebauungsplan soll die Bereiche nördlich der Acheringer Kirche, um die Kirche selbst, die Straße Am Kirchenpoint mit den südlich angrenzenden Flächen, den Übergangsbereich an die Staatsstraße sowie die derzeit als Parkplatz genutzte Fläche bis zum Deich umfassen. Hier bestehe "dringender Handlungsbedarf", um bauliche Entwicklungsabsichten zu lenken, sagte Stadtbaumeisterin Barbara Schelle im Planungsausschuss - offensichtlich gibt es Begehrlichkeiten einzelner Bauherren, die nicht so ganz zu den Zielen für die Entwicklung des Ortes passen.

Kern des Rahmenplanes ist die denkmalgeschützte Kirche Acherings

An oberster Stelle steht dabei eine städtebauliche Aufwertung des von den negativen Auswirkungen des Flughafens stark belasteten Acheringer Ortskerns mit seiner unter Denkmalschutz stehenden kleinen Kirche. Zu den wesentlichen Zielen, die dafür aus dem informellen Rahmenplan abgeleitet wurden, gehört eine Sicherung der Situation rund um die Kirche, die für Grünen-Stadträtin Charlotte Reitsam "ist wie der Domberg. Die grüßt einen, wenn man von Süden herkommt, schon von weitem."

Daneben soll unter anderem die Verkehrs- und Parkplatzsituation geklärt werden. Man will Wohnraum schaffen, städtebaulich wichtige Gebäude- und Freiraumstrukturen erhalten und weiter entwickeln und Wegeverbindungen über die Staatsstraße realisieren.

Der Planungsausschuss stimmte einer Veränderungssperre in der Ortsmitte für zwei Jahre zu

Dass dieser Bebauungsplan aufgestellt werden soll, war im Planungsausschuss absolut unstrittig. Stadtrat Karl-Heinz Freitag (Freie Wähler) erklärte, dass die meisten Acheringer - 2019 waren dort insgesamt 205 Bürgerinnen und Bürger erfasst - mit den Plänen sehr zufrieden seien. Er bat lediglich darum, die derzeit vorgegebene Baulinie noch einmal zu überdenken, um eine "maßvolle zusätzliche Entwicklung" zu ermöglichen. Das bräuchten auch kleine Dörfer im Ballungsraum München, sagte Freitag. Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher erklärte, dass der endgültige Geltungsbereich des Bebauungsplans tatsächlich noch gar nicht feststehe, die exakte Baulinie also ebenfalls noch unklar sei.

Zugestimmt hat der Planungsausschuss am Mittwoch auch einer Veränderungssperre für den Bereich des künftigen Bebauungsplans "Achering Ortsmitte". Sie gilt zunächst für zwei Jahre und soll vor allem verhindern, dass nun noch schnell Bauvorhaben umgesetzt werden, die den im Rahmenplan vereinbarten Zielen entgegen stehen. Das heißt nicht, dass im fraglichen Bereich überhaupt nicht mehr gebaut werden darf, für "passende" Projekte können Ausnahmen genehmigt werden.

© SZ vom 22.05.2020/lada
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