Abschied von einem beliebten Politiker„Aber der Tobi ist super“

Lesezeit: 2 Min.

Einen Abend mit vielen guten Gesprächen unter Weggefährten hatte sich der scheidende Freisinger Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher gewünscht – und bekommen, was er wollte.
Einen Abend mit vielen guten Gesprächen unter Weggefährten hatte sich der scheidende Freisinger Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher gewünscht – und bekommen, was er wollte. Marco Einfeldt
  • Tobias Eschenbacher verabschiedet sich nach 14 Jahren als Oberbürgermeister von Freising, um sich um seine beiden kleinen Söhne zu kümmern.
  • Unter seiner Amtszeit wurden viele Großprojekte vollendet, darunter die Westtangente, das Erlebnisbad "Fresch" und die Sanierung des Asamgebäudes.
  • Der 48-Jährige war bei den Bürgern unglaublich beliebt und arbeitet künftig für die Beratungsfirma Cima.
Von der Redaktion überprüft

Diese Zusammenfassung wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

14 Jahre Oberbürgermeister, jetzt erst einmal Vater: Tobias Eschenbacher verabschiedet sich von Freising – und alle sind sich einig, dass es die Stadt gut hatte mit ihm.

Von Kerstin Vogel, Freising

SZ bei Google bevorzugen

Der Ort, an dem am Mittwoch der Abschied des langjährigen Freisinger Oberbürgermeisters Tobias Eschenbacher gefeiert wurde, hätte nicht besser gewählt sein können: Der wunderschön renovierte Asamsaal bot das würdige Ambiente für die Dankesworte, draußen im Foyer traf man sich im Anschluss zu Schnittchen, Gesprächen und Musik. 14 Jahre lang hat Eschenbacher die Geschicke der Domstadt gelenkt – und die Sanierung des Asamgebäudes und dessen Verwandlung in ein vielseitig nutzbares Bürger- und Kulturzentrum sind unter seiner Ägide vorangetrieben und 2024 fertiggestellt worden.

Und das ist nur eines von vielen großen Projekten, die in der Amtszeit des 48-Jährigen vollendet wurden: Der jahrzehntelang umstrittene Bau der Westtangente zählt ebenso dazu wie das neue Freizeit- und Erlebnisbad „Fresch“, drei Schulen oder die Neugestaltung der Innenstadt. Sie trage die Handschrift Eschenbachers, sagte zweite Bürgermeisterin Eva Bönig. „All diese Erfolge sind untrennbar mit deiner Person verbunden.“ Tatsächlich hat wohl kaum eine vergleichbare Stadt in Bayern in den vergangenen Jahren so viele Baustellen aufgemacht – und so viele fertiggestellt.

Lob kam auch von geistlicher Seite – und das nicht nur, weil Eschenbacher auch den Bau der Bahn auf den Domberg und damit dessen barrierefreie Erschließung im Stadtrat vorangebracht hat. Die Zukunft des Landes vollziehe sich vor allem in den Städten, sagte Kardinal Reinhard Marx, und Eschenbacher habe „eine Spur gelegt, wie man Vielfalt in Einheit zusammenführen kann“.

Er habe seine Amtszeit genutzt, um die Stadt voranzubringen,  „mit Haltung, Humor und der in Freising manchmal notwendigen Leidensfähigkeit“, ergänzte Staatsminister Florian Herrmann. Die könnte auch Eschenbachers Frau Lisa künftig benötigen, warnte er, denn von nun an heiße es: „Papa ante portas. Jetzt kommt die Verwaltungsreform im Wohnzimmer.“

Eine letzte Rede hat der Freisinger Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher zum Abschied noch gehalten.
Eine letzte Rede hat der Freisinger Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher zum Abschied noch gehalten. Marco Einfeldt
Nun will er sich erst einmal um seine beiden Söhne Mattheo (Foto) und Jonathan kümmern. Arbeiten wird er künftig für die Cima.
Nun will er sich erst einmal um seine beiden Söhne Mattheo (Foto) und Jonathan kümmern. Arbeiten wird er künftig für die Cima. Marco Einfeldt

Tatsächlich hatte sich Eschenbacher vor der Kommunalwahl im März entschieden, auf eine abermalige Kandidatur zu verzichten, weil er sich um die Familie kümmern und seine kleinen Söhne aufwachsen sehen will. Der Schritt hatte ihm viel Respekt eingebracht, aber durchaus auch Bedauern bei den Freisingerinnen und Freisingern.

Unglaublich beliebt sei der Oberbürgermeister gewesen, hat der ebenfalls scheidende Freisinger Landrat Helmut Petz festgestellt. Egal, wie sehr jemand über Freising schimpfe, am Ende heiße es immer: „Aber der Tobi ist super.“ Petz führte das auf die facettenreiche Persönlichkeit Eschenbachers zurück – und darauf, dass dieser „wirklich an Menschen interessiert“ sei.

Auch Johann Kronauer, der neue Geschäftsführer des Bayerischen Städtetags, fand viele warme Worte für Eschenbacher, der nun „kurz vor der Wiedereingliederung in den Alltag“ stehe. Musikalisch gab es auf Wunsch des Oberbürgermeisters den Titel „Happy“ in einer Version der Stadtkapelle – und dass er tatsächlich glücklich mit seiner Entscheidung ist, merkte man ihm an.

Sichtlich gelöst gab Eschenbacher den Dank umfassend zurück und versprach dem einen oder anderen ein baldiges Wiedersehen. So sei das Büro seines neuen Arbeitgebers Cima nicht weit vom Städtetag entfernt, sagte er an die Adresse Kronauers: „Das ist ja direkt neben dem Augustiner-Biergarten.“ Und auch Ex-Landrat Petz könnte Besuch von Eschenbacher bekommen: „Vielleicht kommen wir mit dem Wohnmobil in deinem Urlaubsdomizil vorbei und helfen bei der Olivenernte.“

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lebensretter
:„Ich würde es sofort wieder tun“

Der Freisinger Alexander Kirschweng hat vorigen Sommer zwei Ertrinkende aus der Isar gezogen und dabei sein eigenes Leben riskiert. Dafür wurde er nun mit der Bayerischen Rettungsmedaille ausgezeichnet.

SZ PlusVon Gudrun Regelein

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: