In der Stadt Freising müssen sie jetzt ganz stark sein. Denn dort haben sie zwar dieses immer noch relativ neue Erlebnisbad "Fresch", und das sei schon "sehr modern", räumt Moosburgs Bürgermeister Josef Dollinger ein, "aber sie haben dort keine so tollen Außenanlagen, deshalb haben wir immer noch das mit Abstand schönste Freibad im Landkreis". Und dieses hat noch dazu eineinhalb Wochen früher den Betrieb wieder aufgenommen als der große Nachbar, am Freitagvormittag wurde die Saison im Moosburger Freibad offiziell eröffnet.
Terminlich sei man wegen Corona zwar später dran als sonst, sagte der Bürgermeister, aber mit Blick auf das Wetter "sind wir wohl sechs Wochen zu früh dran, das fühlt sich an wie Anfang April". Doch wirklich Schwimmbegeisterte kann das - gerade nach einem so langen Lockdown - nicht schrecken. Am Freitag zogen bereits etliche Badegäste im Becken ihre Bahnen.
"Bittere Einschränkung für Dauergäste"
Während nebenan das neue Hallenbad immer weiter Gestalt annimmt, geht das Freibad bereits in seine zweite Corona-Saison - natürlich mit den entsprechenden Auflagen. Wo sich sonst zu den Spitzenzeiten bis zu 3000 Leute tummeln, dürfen heuer höchstens 800 Besucher gleichzeitig auf das Gelände. Das sei der Hauptgrund, dass man auch dieses Jahr keine Dauerkarten ausgebe, so Dollinger. "Das ist zwar eine bittere Einschränkung für unsere Dauergäste, aber dahinter steckt der solidarische Gedanke, dass jeder die Möglichkeit haben soll, mal ins Freibad gehen zu können", erläuterte der Bürgermeister. Die Badegäste müssen direkt an der Kasse ein Kontaktformular ausfüllen beziehungsweise eins daheim ausdrucken und ausgefüllt mitbringen. Eine Anmeldung online oder per App gibt es in Moosburg noch nicht. "Das ist zwar eine Zettelwirtschaft, aber in meinen Augen ist es übersichtlicher, weil man immer schnell nachzählen kann, wie viele Leute gerade da sind", so Betriebsleiter Slava Zinitch.

Alles ist entspannter als vor einem Jahr
Dieses Jahr sei für ihn alles "viel entspannter und lockerer" als 2020. Damals waren die Corona-Auflagen, die sich inzwischen eingespielt haben, ja noch ganz neu. Zinitch ist froh, dass sein Team und er nun wieder in ihrem eigentlichen Job aktiv sind: "Wir haben sieben Monate nicht unserem Beruf nachgehen können - das ist wie ein Pianist, dem du sieben Monate sein Klavier nimmst." Während des Winters, als wegen Corona auch das alte Hallenbad geschlossen war, half das Schwimmbadpersonal in der Stadtgärtnerei, im Bau- und im Wertstoffhof aus und leistete dort gute Arbeit, wie Bauhofleiter Martin Holzner am Freitag betonte. Gärtnerei, Bauhof und Schwimmbadteam waren es auch, die gemeinsam das Freibad für die neue Saison auf Vordermann brachten, die - abhängig von Wetter und Coronalage - bis Mitte September dauern soll. "Auf dem Rasen könnte man Golf spielen und das Waser ist so schön tiefblau wie immer, weil das Becken wieder einen neuen Anstrich bekommen hat", schwärmte der Bürgermeister. Lob gab es auch von Martin Hofmair, Hygienekontrolleur am Freisinger Gesundheitsamt: "Respekt ans Personal, wichtig ist es nicht nur, dass die Wasserqualität stimmt, sondern auch das Drumherum." Für ihn sei das Moosburger Freibad übrigens nicht nur das schönste im Landkreis, "sondern noch darüber hinaus". Allerdings musste er bei allem Lob kurz mahnen. Trotz des Hallenbadneubaus dürfe man das Freibad nicht ganz aus den Augen verlieren. Denn die mehr als 80 Jahre alte Anlage hat dringenden Sanierungsbedarf "und entspricht nicht mehr ganz der DIN-Norm - aber das ist kein Problem, das wir nicht hinbekommen".
Hygienekonzept, Baderegeln und Kontaktformular findet man im Netz unter www.moosburg.de.