Wer im Umland des Münchner Flughafens lebt und unter Fluglärm leidet, kann sich in Zukunft wieder auf verschiedenen Wegen barrierefrei darüber beschweren. Das für derartige Klagen zuständige Luftamt-Süd hatte zuletzt offenbar nur noch ein Online-Verfahren für Beschwerden über Fluglärm vorgesehen. Nach Intervention des Landtagsabgeordneten Johannes Becher wurde die bisherige Mail-Adresse jedoch reaktiviert und sogar eine zusätzliche Telefonnummer eingerichtet, wie es in einer Mitteilung des Grünen-Politikers heißt.
Ein Bürger hatte Becher auf die neuerdings hohen Hürden bei den Beschwerdemöglichkeiten hingewiesen, weil es für das Online-Verfahren zunächst einer Bayern-ID bedurfte und für die wiederum entweder die Online-Ausweis-Funktion oder ein Elster-Zertifikat nötig ist. Andere Beschwerdemöglichkeiten seien auf der Website des Luftamts nicht mehr ersichtlich gewesen: „Unnötig kompliziert!“, kritisiert Becher, zumal der Fluglärm nach wie vor ein großes Problem in der Region rund um den Flughafen München darstelle.
Umso wichtiger sei es, dass sich die Bürgerinnen und Bürger darüber auch beschweren könnten, so Bechers Einschätzung: „Nur so kann das Ausmaß der Problematik auch für politische Entscheidungstragende sichtbar gemacht werden.“ Thematisiert würden die Belastungen durch den Münchner Flughafen regelmäßig in der Münchner Fluglärmkommission und im Verkehrsausschuss des Landtags: „Gibt es keine Beschwerden, gibt es auch kein Problem.“ Insofern sei eine Beschwerde über Fluglärm keineswegs umsonst, sondern sogar ausschlaggebend, damit sich an den aktuellen Zuständen endlich etwas ändere.
Der in Moosburg lebende Abgeordnete erkundigte sich also beim bayerischen Verkehrsministerium, warum man sich für ein so hochschwelliges Verfahren entschieden habe. Es könnte der Eindruck entstehen, man wolle das Abgeben einer Beschwerde gegen Fluglärm möglichst beschwerlich gestalten, so Bechers Verdacht.
E-Mail-Adresse wird reaktiviert
Das Ministerium habe sich jedoch zeitnah zurückgemeldet und angekündigt, die E-Mail-Adresse des Fluglärmschutzbeauftragten bei der Regierung von Oberbayern wieder zu aktivieren (fluglaerm@reg-ob.bayern.de). Außerdem solle ein neues Lärmtelefon mit Mailbox eingerichtet werden (089/21 76 25 87). Das bisherige Online-Verfahren werde beibehalten, informiert Becher. Daneben gebe es das Beschwerdetelefon der Flughafen München GmbH (089/97 54 04 10).

