Flughafen im Erdinger MoosHotspot im Fokus

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Grüne und Bürgerverein wollen Ultrafeinstaub-Messungen auf dem Flughafengelände

Flughafen - Die Grünen-Landtags- und Bundestagsabgeordneten Johannes Becher und Leon Eckert fordern Ultrafeinstaub-Messungen direkt am Flughafen. Das bayerische Umweltministerium hat zwar zwei offizielle Messstellen in der Region eingerichtet, die befinden sich allerdings in Hallbergmoos und Freising. Für "die Schaffung einer breiteren Datengrundlage und die Möglichkeit zu weiterführender Forschung muss die Flughafengesellschaft ihre Blockadehaltung gegenüber Ultrafeinstaub-Messungen unmittelbar auf dem Flughafengelände endlich aufgeben", so Becher in einer Mitteilung.

Mit einem Haushaltsantrag setzt sich die Grünen-Fraktion im Landtag deshalb dafür ein, den Ansatz im Etat für die "Ausstattung der stationären lufthygienischen Landesüberwachung mit Geräten, Ausstattungs- und Ausrüstungsgegenständen" um 700 000 Euro auf 1,2 Millionen zu erhöhen. Der Bürgerverein Freising, der regelmäßig eigene Messungen vornimmt, unterstützt diesen Vorstoß. Der Flughafen sei selbst in der Pandemie, als der Flugverkehr fast zum Erliegen gekommen sei, der größte Hotspot für ultrafeine Partikel (UFP). Sobald der Wind aus Richtung Flughafen wehe, enthalte er viele ultrafeine Partikel. Deren Menge hänge eng mit der Zahl der Flugbewegungen zusammen. In einer Entfernung von 14 Kilometern und bei nur 300 Flügen am Tag könne man die deutlich höhere Konzentration im Abwind des Flughafens nachweisen, so der Verein.

Die Grünen verweisen auf das Beispiel Frankfurt: Am dortigen Flughafen messe das Hessische Landesamt seit 2015 die UFP-Werte. Seither sei das Messnetz mehrmals erweitert worden. Inzwischen gebe es sieben Messstationen, auch auf dem Flughafengelände selbst. Die Ergebnisse decken sich mit den Erfahrungen des Bürgervereins für den Münchner Airport.

In München hat das Umweltministerium die Uni Bayreuth und das Helmholtz-Zentrum mit den Messungen beauftragt. Das Frankfurter Netz könne hier als Vorbild dienen, sagte Leon Eckert. "Die Menschen in der Region Freising-Erding haben ein Recht zu erfahren, welchen Gefährdungen durch Luftschadstoffe sie ausgesetzt sind."

© SZ vom 25.02.2022 / psc - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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