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Fernsehen:"Die Vision ist auf dem besten Weg, Realität zu werden"

Glaubt weiter fest an seine Erfindung: Martin Ecker, der um ein Haar in der "Höhle der Löwen" gelandet wäre.

(Foto: Marco Einfeldt)

Tragfix-Erfinder Martin Ecker aus Eching glaubt, dass er auch ohne die TV-Sendung "Die Höhle der Löwen" Erfolg haben wird

Am Dienstag Abend wurde auf dem Privatsenden Vox wieder die Reihe der Start-Up Förder "Die Höhle der Löwen" ausgestrahlt. Diesmal dabei war der Echinger Martin Ecker mit seiner Erfindung "Tragfix". Diese kombiniert Verschluss- und Tragevorrichtung für große Tüten in einem und ist somit Helfer in Haushalt und Betrieb. Der Inhalt ist durch Tragfix luftgeschützt und wird dadurch konserviert, außerdem kann die Tüte, sei es Blumenerde, Hundefutter oder Zement, bequem an dem Griff getragen werden, ohne einzuschneiden. Obwohl Unternehmerin und Teleshopping Queen Judith Williams an der Erfindung sehr interessiert war und dem Bewerber ein Angebot machte, konnten die beiden sich nicht auf eine Zusammenarbeit verständigen. Die SZ Freising hat nachgefragt, was das für Ecker und sein Tragfix bedeutet.

Mit welchen Erwartungen sind Sie in "Die Höhle der Löwen" gegangen?

Martin Ecker: Mein primäres Ziel war, mein Produkt bekannt zu machen. Als Einzelunternehmer ist es unmöglich, sich Werbung zu leisten, deswegen ist der Tragfix immer noch sehr unbekannt. Seit der Ausstrahlung gestern bekomme ich Mails und Anrufe mit Lob und viele, viele Bestellungen. Hier ist echt die Hölle los, ich komme gar nicht hinterher bei all den Anfragen. Es beflügelt total, so viel positives Feedback zu bekommen. Der Fernsehauftritt war eine geniale Möglichkeit, um die Leute auf Tragfix aufmerksam zu machen. Dass das funktioniert hat, beweist sich heute.

Warum ist der Deal mit der Investorin Frau Williams in der Sendung fehlgeschlagen?

Ich habe zu lange über das Angebot nachgedacht. Das war der große Fehler. Damit habe ich Frau Williams wohl verprellt. Andererseits musste ich mir das erst mal durch den Kopf gehen lassen. Ich hatte um 150 000 Euro Unterstützung gebeten und einen Anteil von sieben Prozent angeboten. Das war nicht aus der Luft gegriffen, sondern mit Unternehmensberatern gut durchgesprochen. Frau Williams wäre die perfekte Strategische Partnerin gewesen. Ihr Know-How, ihre Kontakte und ihre riesigen Verkaufskanäle hätten sehr geholfen Tragfix schnell zum Erfolg zu führen.

Was hat ihnen an dem Angebot nicht gepasst?

Frau Williams hat mir die 150 000 Euro als Darlehen angeboten und wollte zusätzlich 26 Prozent der Firmenanteile haben. Ein Darlehen über 150 000 Euro bekomme ich auch bei der Bank und die kauft sich dafür nicht so groß in mein Unternehmen ein. Ich hätte mich sogar mit dem so hohen Anteil abfinden können. Aber der Gedanke, dass sie damit an meiner Firma verdient, ich ihr aber trotzdem die 150 000 Euro zurückzahlen muss, ging einfach nicht in meinen Kopf.

Wie geht es jetzt weiter mit Tragfix?

Ich bin der festen Überzeugung, dass alles so, wie es passiert seinen Sinn hat. Dass der Deal mit Frau Williams nicht geklappt hat, ist vielleicht sogar besser so. Tragfix wird auch ohne sie seinen Weg gehen. Die vielen Rückmeldungen der Leute heute beweisen mir einmal mehr, dass Tragfix ein Produkt mit sehr großem Potenzial ist, das die Leute wollen und brauchen. Das wird wachsen und sich etablieren. Vielleicht nicht so schnell wie mit Frau Williams Hilfe, aber die Weichen sind definitiv auf Erfolg gestellt. Seit Januar 2015 arbeite ich hauptberuflich für Tragfix. Wir werden immer internationaler. In Japan wird es bald "Eckers Tragfix" zu kaufen geben und auch mit deutschen Baumärkten stehe ich derzeit in Verhandlungen. Die Vision, dass sich Tragfix etablieren wird, ist also auf dem besten Weg, Realität zu werden. Mein einziges Problem ist der Spagat als ehemaliger Handwerker zur Betriebswirtschaft. Ich brauche weiterhin dringend einen Partner, der das nötige Know-How in der Betriebswirtschaft hat, für Tragfix brennt und Lust hat, mit einzusteigen und das mit mir groß zu machen.