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Event-Arena am Flughafen:"Mehr als überdimensioniert"

Freisinger Linke kritisieren Pläne der FMG für ein neues Veranstaltungscenter vor den Toren der Stadt

Die Debatte um das am Münchner Flughafen geplante "MUC Convention Center" - eine Event-Arena für bis zu 20 000 Besucher - geht weiter. Bekanntlich hatte der Planungsausschuss des Freisinger Stadtrats zuletzt in nicht-öffentlicher Sitzung über die Idee zum Bau so eines Veranstaltungs-, Tagungs- und Kongresszentrums diskutiert. Die Resonanz auf das Vorhaben war bei den Kommunalpolitikern höchst unterschiedlich ausgefallen. Während sich die Grünen bereits klar gegen das Projekt positioniert haben, sehen andere, wie der Freisinger Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher (FSM), darin eine Chance für die Stadt. Die SPD-Stadtratsfraktion nannte das Vorhaben in einem Schreiben "im Grundsatz sehr interessant" und warb für eine sachliche Auseinandersetzung.

Kritik wiederum kommt nun von der Freisinger Linken, die das Projekt als "überdimensioniert und klimaschädlich" bewertet. Kaum werde bekannt, dass die FMG und ein Investor über ein Grundstück am Flughafen zum Bau einer Event-Halle verhandeln würden, "überschlagen sich die Vertreter von Freisinger Mitte, CSU und SPD vor Begeisterung", heißt es in einer von Guido Hoyer und Albert Schindlbeck unterzeichneten Erklärung dazu. Die CSU träume schon von einer "Stadthalle, die Freising keinen Cent kosten wird", die SPD unterstelle den Kritikern dieses Mega-Projekts einen "populistischen Zungenschlag", so die Kritik.

Die Freisinger Linke aber empfindet die geplante Veranstaltungshalle mit einer Grundfläche von 20 000 Quadratmetern und Investitionskosten von 200 Millionen Euro als "mehr als überdimensioniert" und vermutet, dass "die FMG den Bedarf für ihre geplante dritte Startbahn selbst schaffen will und muss". Nachdem der Münchner Flughafen eher nicht besonders gut an Bus und Bahn angebunden sei, würden die Besucher des neuen Zentrums, wenn nicht mit dem Auto, dann mit dem Flugzeug anreisen, mutmaßen die Linken weiter: "Und es werden vor allem Kurzstreckenflüge sein - von Berlin, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart oder Nürnberg - Kurzstreckenflüge, die man aus Klimaschutzgründen schon längst hätte abschaffen müssen."

Die Stadt Freising habe sich in ihrer "Freisinger Resolution zum Klimawandel" selbst Klimaschutzziele gegeben, erinnert die Linke in ihrem Schreiben. Dazu gehöre, den Auto- und Flugverkehr zu reduzieren. Also müsse Freising Nein sagen zu einem Center, das klimaschädlichen Verkehr anziehe.

© SZ vom 10.08.2020 / vo

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