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Europawahl 2019:Kultur und Europa vereint am Freisinger Schafhof

Beim Kulturtag am Europäischen Künstlerhaus Schafhof gab es verschiedenste Kulturdarbietungen, etwa von der Vöttinger Chorgemeinschaft.

(Foto: Marco Einfeldt)

Während einer gemeinsamen Veranstaltung der Vereine "Kultur-gut!", Modern Studio und der SZ Freising werden den Besuchern im Schafhof eine Woche vor der Wahl die Errungenschaften eines geeinten Europas ans Herz gelegt.

Frieden und Freiheit: Das sind zwei Begriffe, die immer wieder fallen in Verbindung mit Europa. Dass man heutzutage reisen könne, ohne an jeder Landesgrenze seinen Pass vorzuzeigen oder die Währung zu wechseln, sei ein großes Gut in der Europäischen Union, sagte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher am Sonntagnachmittag am Freisinger Schafhof: Hier hatten die Vereine "Kultur-gut!" und Modern Studio einen Kulturtag zu Europa organisiert, in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring Freising, der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der SZ Freising.

Was Europa mit Freising zu tun hat, erklärte Eschenbacher in seinem Grußwort ebenfalls. "Es ist nicht selbstverständlich, dass wir uns mit Freunden aus anderen Ländern so leicht treffen können", sagte er über die Partnerstädte Freisings. Die Stadt unterstütze zum Beispiel Schüleraustausche, die EU wiederum fördere Projekte wie den Isarsteg Nord oder interkommunale Radwege in der Region.

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"Kultur ist die gemeinsame Wiege von Europa"

Mit dieser Veranstaltung wolle man den Besuchern im Schafhof sowohl Kultur anbieten als auch Europa näherbringen, sagte Irmgard Koch, Vorsitzende des Vereins Modern Studio: "Kultur ist die gemeinsame Wiege von Europa", findet sie. Im Laufe des Nachmittags spielte unter anderem das Klarinettenquartett der Musikschule Freising, der "Coro Latino" sang Lieder auf Spanisch, der Schauspieler Alexander Nadler las aus dem Buch "Paradox Europa" und der Kulturpreisträger des Landkreises, Philipp Potthast, präsentierte Poetry Slam.

Kerstin Vogel, Leiterin der SZ Freising, sprach in ihrem Grußwort über Populismus in Europa.

(Foto: Marco Einfeldt)

In der Rubrik "Jung und Alt im Dialog" sprach Hubert Hierl, Kulturreferent der Stadt Freising und ehemaliger Leiter der bayerischen Vertretung in Brüssel, über die Veränderungen auf dem Kontinent. Wegen der Vergangenheit Deutschlands habe er es als Jugendlicher während seiner Auslandspraktika nicht leicht gehabt. "Irgendwann hat es dann angefangen, dass man uns als Menschen gesehen hat, nicht als Deutsche", erinnerte Hierl.

Vor der Europawahl kommende Woche engagieren sich mehr Leute als sonst, findet Jana Dinter

Eine lokale Veranstaltung zum Thema Europa zu machen, schien bei den Besuchern gut anzukommen. Vorurteile abzubauen, das müsse im Kopf passieren, sagte Elisabeth Schwiebach aus Moosburg: "Und man geht vom Kleinen ins Große." Jana Dinter hat den Eindruck, dass sich vor dieser Wahl mehr Menschen engagieren als zuvor: "Nicht nur Parteien, auch Vereine und Firmen", sagte sie. Dass man mit diesen Veranstaltungen hauptsächlich Menschen erreicht, denen die EU sowieso am Herzen liegt, sieht auch sie als Problem. Nur: "Deshalb nichts zu machen, ist auch keine Option", sagte Dinters Begleiter Hjalmar Schach, der im EU-Pulli zum Schafhof gekommen ist. Für Besucherin Lisa Fitzek hat die EU ganz konkrete Auswirkungen. Als Musikerin will sie demnächst im Van durch Europa reisen. Dass sie ohne Probleme in jedes Land komme, sei praktisch. Kein einziges Visum habe sie beantragt.

Für den Kulturtag hatten die Organisatoren versucht, neue Gesichter und junge Leute anzulocken. "Wir haben gezielt lauter verschiedene Sachen im Programm", sagte die Vorsitzende von "Kultur-gut!", Stefanie Gölz. Gerade junge Menschen sind ihrer Ansicht nach trotz allem zu wenige gekommen. Einige junge Gesichter zeigten sich vom Kreisjugendring: Der präsentierte in einer Fotoausstellung Bilder, die junge Menschen aus ganz Europa eingeschickt hatten. Die Frage: "Wo zeigt sich Europa in eurem Umfeld?"

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