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Etat 2021:Rücklagen schmelzen merklich

Der Kranzberger Haushalt ist geprägt von hohen Investitionen. Erstmals seit Jahren ist wieder ein Kredit nötig

Von Petra Schnirch, Kranzberg

Ohne Diskussion hat der Kranzberger Gemeinde den Haushalt für 2021 verabschiedet, im Finanzausschuss war darüber bereits ausführlich beraten worden. Mit 18,3 Millionen Euro ist das Haushaltsvolumen deutlich höher als in den vergangenen Jahren (2020: 15,2 Millionen). Grund sind die hohen Investitionen in diesem Jahr wie der Bau des Mehrgenerationenhauses oder die Sanierung des Kühnhauser Weihers. Der Vermögenshaushalt umfasst deshalb stattliche 10,1 Millionen Euro (2020: 7,1), der Verwaltungshaushalt für laufende Kosten und Einnahmen 8,2 Millionen (2020: 8,1). Erstmals seit Jahren wird die Gemeinde einen Kredit aufnehmen müssen. Auch die Rücklagen schmelzen merklich.

Die Corona-Krise schlägt sich bisher dagegen kaum in der Haushaltsplanung nieder. Bei der Gewerbesteuer rechnet Kämmerin Angelika Huber mit Einnahmen von 1,5 Millionen Euro. Mit den Vorauszahlungen sehe es gut aus, sagte sie in der Finanzausschusssitzung. Zum Vergleich: Vor der Pandemie, im Jahr 2019, waren 1,76 Millionen Euro eingegangen, 2020 nur noch 894 000 Euro. Dafür gab es eine staatliche Ausgleichszahlung in Höhe von 280 000 Euro. Beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer sind im Etat dagegen Abstriche gemacht worden. Bisher entwickelte sich dieser Haushaltsposten leicht, aber stetig nach oben. Im Jahr 2019 waren 3,46 Millionen Euro eingegangen, im vergangenen Jahr nur noch 3,31 Millionen. 2021 sind nun 3,38 Millionen eingeplant. Stetig nach oben geht auch die Umlage, die Kranzberg an den Landkreis abführen muss. In diesem Jahr werden es 2,6 Millionen sein, 200 000 Euro mehr als im Vorjahr.

Der Gesamtbetrag der Kredite wird auf 4,41 Millionen Euro festgesetzt. 4,08 Millionen sind für den Kommunalen Wohnungsbau, sprich das Mehrgenerationenhaus, vorgesehen. Dieser Betrag wird in den kommenden Jahren durch die Mieteinnahmen gegenfinanziert. Für die Baukosten fallen in diesem Jahr etwa vier Millionen an, 2022 weitere 1,4 Millionen, hinzu kommen 320 000 für die Planung.

Zweiter großer Posten ist 2021 die Neugestaltung des Kühnhauser Weihers. Mit den Arbeiten ist bereits begonnen worden. Derzeit wird das weitgehend verlandete Gewässer ausgebaggert. Wegen der Entsorgung von belastetem Aushub steigen die Ausgaben um 240 000 auf 1,04 Millionen Euro. Für die Erweiterung der Mittagsbetreuung stehen 700 000 Euro im Etat.

In diesem Jahr soll auch die mehr als 550 Seiten umfassende Kranzberger Chronik in einer Auflage von 1000 Stück erscheinen. Dafür sind 40 000 Euro vorgesehen, der Druckauftrag wird in Kürze vergeben. Die Gemeinde werde einen "gewissen Kostenanteil" beisteuern, sagte Bürgermeister Hermann Hammerl (FWG) im Finanzausschuss. Wie viel durch den Verkauf hereinkommen wird, ist offen - auch zu welchem Preis die Chronik verkauft wird.

Die Erweiterung des Kranzberger Friedhofs kostet 380 000 Euro, die Arbeiten sind bereits vergeben. Für den Bau eines Leichenhauses sind für 2022 in der Finanzplanung 400 000 Euro berücksichtigt. Für Sanierungen des Kanalnetzes sind in diesem Jahr gut 210 000 Euro eingeplant, für Straßen, etwa die Obere Zeislstraße, 700 000 Euro. Neue Geräte für Spielplätze in Hohenbercha und Ampertshausen lässt sich die Gemeinde 18 000 Euro kosten, Veränderungen am Dirtpark 12 000 Euro.

Eine hydrodynamische Kanalnetzberechnung in der Oberen Dorfstraße belastet das Konto der Gemeinde mit 7871 Euro. Diesen Auftrag vergab der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Bis August soll die Auswertung fertig sein. Dann wird sich zeigen, ob Arbeiten am Kanal notwendig sind, um Überschwemmungen im Teilstück zwischen den Hausnummern 22 und 30 bei starken Regenfällen künftig zu vermeiden. Deshalb wird auch die Sanierung der Kreisstraße inklusive Gehwegbau und Verlegung der Leerrohre für Glasfaserkabel auf 2023 verschoben.

Um die lange Projektliste finanzieren zu können, ist eine Entnahme aus den Rücklagen in Höhe von 2,53 Millionen Euro geplant, 2022 werden es knapp 1,7 Millionen sein, 2023 noch einmal 547 000 Euro - bleibt es bei diesen Zahlen, ist das Sparkonto dann endgültig abgeräumt. Die Gemeinde hofft aber, dass die staatlichen Zuschüsse für den Hochwasserschutz entlang des Thalhauser Grabens nicht erst in einigen Jahren eintreffen.

© SZ vom 21.04.2021
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