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Eskalation in Eching:Vorwurf des Amtsmissbrauchs

Firmeninhaber attackiert Bürgermeister Sebastian Thaler

Parallel zum Rechtsverfahren des Echinger Bürgermeisters Sebastian Thaler wegen eines Zwischenfalls am Echinger See eskaliert die begleitende Auseinandersetzung auf politischer Ebene. Torsten Wende, der Thaler schon lange auf Internetforen zu diversen Themen attackiert, hat nun ein Schreiben an die Gemeinderäte adressiert, in dem er beklagt, "dass hier zumindest moralisch Grenzen überschritten wurden".

Thaler hat selbst berichtet, dass er vergangenes Jahr am Echinger See einen Autofahrer zur Rede gestellt habe, der auf einer gesperrten Straße unterwegs gewesen sei. Der Autofahrer habe ihn daraufhin geschlagen. Ein Gerichtsverfahren ist anhängig. Jüngst nun hatte Thaler in seiner Kolumne als Bürgermeister im Ortsnachrichtenblatt "Echinger Forum" nach Zeugen des Vorfalls gesucht.

Seither beschuldigt ihn Wende, den Vorfall falsch darzustellen und sein Amt für eine private Angelegenheit zu missbrauchen. Torsten Wende, der in Eching einen Firmensitz hat, war bis 2008 18 Jahre lang für die CSU Bürgermeister der Nachbargemeinde Haimhausen. Im Fall der tätlichen Auseinandersetzung am See findet Wende es "etwas eigenartig", dass Thaler seine Bürgermeister-Kolumne "in eigener Sache" missbrauche. Nach Wendes Auffassung, die er nicht näher belegt, sei "Herr Thaler privat unterwegs" gewesen. In dem Schreiben an den Gemeinderat fordert er Auskunft, ob Thaler in der Sache Rechtsbeistand durch die Gemeinde erhalte und was dies koste.

Thaler verwies auf Anfrage auf das laufende Verfahren, das er abwarten wolle. Auf die mittlerweile vielfachen Attacken von Wende wolle er "nicht im Detail eingehen, da er ohnehin immer neue Vorwürfe bringen würde und ich dann ständig darauf reagieren müsste". In der Sache habe er sich bei dem Vorfall vor Jahresfrist dem Autofahrer durchaus "vor dessen Angriff als Bürgermeister zu erkennen gegeben", betont er.

Zudem habe er sich mit dem Fahrrad auf dem Heimweg vom Rathaus befunden, so dass auch ein Dienstunfall geltend gemacht werden könne. Daher werde er in dem Prozess "durch den Anwalt der Gemeinde vertreten und hierfür besteht eine Rechtsschutzversicherung", sagte der Bürgermeister. "Angriffe gegen Kommunalpolitiker wie auch gegen Polizisten oder Rettungssanitäter müssen an die Öffentlichkeit getragen werden", betont Thaler.