Erste ErfahrungsberichteUnterwegs mit dem Schienenersatzverkehr

Lesezeit: 2 Min.

Facebook-Nutzer berichten von leeren Bussen und idyllischen Radfahrten.

Probleme, die Fahrkartenautomaten zu finden, haben nicht nur Ortsunkundige in Neufahrn. Dort ist die Haltestelle für den Schienenersatzverkehr nahe der Tankstelle, der Automat aber noch ein Stück versetzt. Weil die Fahrkarten nicht im Bus gelöst werden können, bleibt manch einer ohne Karte. Der ist, zumindest am späteren Samstagabend, aber so voll, dass für Kontrolleure ohnehin kein Durchkommen wäre.

In Bayern ist man ja bekanntlich nur schwer aus einem Zustand der Gemütlichkeit zu reißen. So wundert es auch nicht, dass ein etwas abgewetzter Che-Guevara-Sticker nicht allzu viel Aufmerksamkeit erregt. Unterhalb eines Fensters im SEV-Bus nach Freising angeklebt, prangt unter dem Konterfei des Revolutionärs der Slogan: "Kämpfen für eine Revolution ..." Ob dem die Fahrgäste später noch gefolgt sind, ist nicht bekannt. Zumindest in ihren Träumen werden manche still gegen den Schienenersatzverkehr aufbegehrt haben.

Auf Facebook berichtet Nutzerin Susanne Günther, dass sie mit dem Fahrrad von Freising nach München und zurück fahre - sie lässt Daumen drücken für gutes Wetter, zumindest auf der Hinfahrt. Auch Nutzerin Anne Lüters plant, mit dem Rad zumindest bis nach Garching zu fahren und von dort die U-Bahn zu nehmen. Sie kann sich vorstellen, künftig die ganze Strecke mit dem Drahtesel zurückzulegen.

Ein Anschlussbus wartet nicht, andere fahren leer ab

"Bisher der absolute Blödsinn", kommentiert Christoph Radde auf Facebook. Er sei am Freitag vom Flughafen um 21.44 Uhr am Bahnhof angekommen, der Bus nach Moosburg sei aber pünktlich um 21.45 Uhr vom Schienenersatzverkehr-Platz abgefahren. "Wie soll man das schaffen. Und warten kann man auch nicht. Aber gefühlte 20 Busse zum Flughafen fahren lassen und das leer. Bin auf morgen früh gespannt."

Facebook-Nutzerin Aemilia Payne berichtet: "Ich werde wohl den SEV von Neufahrn nach Oberschleißheim nehmen; allerdings ist die Anschlusszeit gerade mal eine Minute und auf der anderen Seite des Bahnhofs . . . ich bin auf alles gefasst . . ." Julia Wurm kommentiert ironisch: "Ich pendel am Samstag schon Moosburg - München Hbf beziehungsweise Donnersbergerbrücke. Ich muss mit den Öffentlichen, da kein Auto, und ja, ich freue mich schon."

So richtig Pech hat Melanie Sturm, wie sie via Facebook schildert: "Ich fahre seit zwei Jahren mit dem Auto von Freising bis Neuhausen. Jetzt ratet mal, wessen Auto kaputt ist und keiner findet raus, woran es liegt? Ich hab noch keine Ahnung. Werd wohl mit der S 8 über eine Stunde zum Hauptbahnhof eiern und hoffen, dass ich abends damit auch zurück komme." av,ilos

© SZ vom 31.07.2018 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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