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Erstaunliche Messergebnisse:Autoabgase belasten Luftqualität

In vier Metern Höhe werden verschiedene Schadstoffe gemessen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Alle Flughafenanrainer freuen sich derzeit nicht nur über die Ruhe, sondern schwärmen auch von der guten Luft. So gut wie gefühlt aber scheint sie zumindest an den Straßen gar nicht zu sein. Das jedenfalls ergeben die Daten der 35 Messstationen, an denen die Mitgliedskommunen der Nordallianz seit Oktober vergangenen Jahres die Qualität der Luft messen. Gemessen werden dort an Sensoren in vier Metern Höhe der Gehalt von Ozon, Stickstoffdioxid und zwei Arten von Feinstaub, die vor allem durch Heizungen, Verkehr und Industrieproduktionen entstehen. Ultrafeinstaub wird nicht gemessen.

Birgit Fullerton von der Firma Hawa Dawa, die die Technik der Messstationen für die Nordallianz betreut, hat sofort nach Beginn der Ausgangsbeschränkungen am 22. März bei sämtlichen Schadstoffkonzentrationen einen Abfall bemerkt, auch für Laien ist der Knick in den Kurven deutlich zu sehen. Danach aber stieg alles relativ schnell wieder an. Woran das liegt, weiß auch Birgit Fullerton nicht so genau: "Um das mit Sicherheit sagen zu können, müsste man natürlich genauere Analysen vornehmen." Auf die Frage, ob man den Stopp am Flughafen nicht genauer in den Messungen sehen könnte, empfiehlt sie einen Blick auf die Stickstoffdioxidkonzentrationen. Die nämlich hängen stark vom Verkehr ab. Wie bei allen Schadstoffen spielen aber auch hier stets andere Faktoren, zuvorderst das Wetter, eine Rolle. "Ich würde auch annehmen, dass zwar generell weniger Leute unterwegs sind, gleichzeitig aber die Leute, die unterwegs sind, deutlich häufiger das Auto nutzen, da der öffentliche Verkehr wegen Ansteckungsgefahr gemieden wird", sagt sie. Der starke Effekt am Anfang zeige vielleicht auch, dass die Maßnahme zunächst erst einmal sehr ernst genommen wurde, aber dann zumindest, was die Autofahrer anbelangte, doch nicht so streng aufrechterhalten wurde. Außerdem traf der Beginn der Ausgangsbeschränkung auf ein Wochenende. An diesem ersten Wochenende seien tatsächlich sehr wenige Leute unterwegs gewesen.

© SZ vom 11.04.2020 / av

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