Erschließung ist schon gesichert Erfolgreiches Engagement für ein Hospiz

Mit ihrem Mann Werner und ihrer Tochter Sofia hat die Freisingerin Marianne Folger die MWS-Stiftung gegründet. Sie wird das Hospiz bauen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Das Freisinger Ehepaar Folger gründet mit seiner Tochter eine Stiftung, die das Haus am Erdinger Sternweg bauen wird.

Von Antonia Steiger, Erding

In Erding entsteht in naher Zukunft ein stationäres Hospiz, das bestätigt OB Max Gotz (CSU). Es sei ein Projekt, dessen Zustandekommen ihn ganz besonders freue. Errichtet wird das Hospiz mit zwölf Plätzen am Sternweg östlich der B 388-Ostumfahrung auf einem Grundstück, das der vor einigen Jahren verstorbene Karl Käser der Stadt überlassen hatte. Die Stadt Erding wiederum überlässt das Grundstück im Erbbaurecht der MWS-Stiftung, die für mehrere Millionen Euro das Hospiz bauen wird. Die MWS-Stiftung wurde kürzlich gegründet von dem Freisinger Ehepaar Marianne und Werner Folger und ihrer Tochter Sofia; die Regierung von Oberbayern hatte sie erst am 12. November als Stiftung des bürgerlichen Rechts anerkannt.

"Tolles Engagement" des Ehepaares Folger

Die Oberbürgermeister und Landräte aus Erding und Freising haben das Projekt über eine Zeitlang gemeinsam vorangetrieben, wie Freisings OB Tobias Eschenbacher bestätigt. Mit Stolz spricht er von dem "außerordentlich tollen Engagement" des Freisinger Ehepaares Folger. Ein solches Projekt könne man "nur gemeinsam" stemmen, betonte er. Dass das Hospiz in Erding und nicht in Freising gebaut wird, liege daran, dass Erding das passende Grundstück habe. Die Stadt Erding ist in dem Bebauungsplanverfahren auch schon weit vorangekommen, so dass alles nun ganz schnell gehen könnte.

Vielleicht noch im Dezember kann der Stadtrat den Bebauungsplan als Satzung beschließen. Informiert ist er ohnehin, wie Gotz sagt. "Der Stadtrat war immer eingebunden." Schon in der ersten Hälfte des kommenden Jahres könnte der symbolische Spatenstich zum Start der Bauphase erfolgen. Wichtig ist, dass die Stadt die Erschließung bereits geregelt hat. Mehrere Nachbarn haben Teile ihres Grundes abgegeben, damit eine Zufahrtsstraße zum Hospiz gebaut werden kann, barrierefrei und gut beleuchtet, wie Gotz anfügt. Ohne dieses Entgegenkommen hätte die Stadt keine Chance gehabt, diese wichtige Einrichtung zu bauen. Zügig will sich Gotz um eine Baugenehmigung kümmern.

Marianne Folger ist auch Vorsitzende des Freisinger Hospizvereins

Eingebunden in dem Verfahren waren laut Gotz auch die beiden Hospizvereine. Die Stiftungsgründerin Marianne Folger ist seit Februar 2015 auch Vorsitzende des Freisinger Hospizvereines. 17 Jahre hat Marianne Folger als Hospizbegleiterin selbst kranke Menschen in ihren letzten Tagen betreut, heute übernimmt sie vor allem organisatorische Aufgaben.

Das Hospiz in Erding soll von einer Betreibergesellschaft geführt werde, die MWS-Stiftung wird sich demnach um die Gründung dieser Gesellschaft mit einer kompetenten Geschäftsführung kümmern. Verantwortliche aus den Hospizbewegungen beider Landkreise sind jedoch eingebunden. Die MWS-Stiftung hat laut Gotz auch den Architekten ausgesucht, dessen Entwurf Grundlage des Genehmigungsverfahren ist. "Das Haus liegt wunderbar", sagt Gotz. "Ruhig und mit einem schönen Blick über die Stadt."

Eine wichtige Voraussetzung hat das Hospiz ebenfalls bereits geschafft: die Genehmigung der Kassen. Dort wurde ein Haus mit zwölf stationären Plätzen abgesegnet. Wie das Haus mit der personalintensiven Hospiz- und Palliativpflege betrieben werden kann, auch darum wird sich laut Gotz die MWS-Stiftung kümmern. Die Betreibergesellschaft müsse das Personal für die 24-Stunden-Dienste zusammenstellen und dann auch mit den Kassen abrechnen.