Süddeutsche Zeitung

Eröffnung diesen Freitag:Ein neuer Irish Pub für Moosburg

Andreas Mühlbacher eröffnet an diesem Freitag in Moosburg seine eigene Irish Bar. Am Straßeneck zwischen Stadtgraben und Landshuter Straße gelegen, trägt sie bezeichnenderweise den Namen "The Corner House".

Von Alexander Kappen, Moosburg

Wenn in Moosburg von einem Irish Pub die Rede war, gab es Jahrzehnte lang keine Frage, was damit gemeint war. Das Lokal von Jörgis Carl an der Herrnstraße, das schlicht "The Pub" hieß, war ein fester Bestandteil der Moosburger Gastro-Szene. Mit dem plötzlichen Tod des ebenso kauzigen wie herzlichen Kult-Wirts Ende November 2017 entstand in der lokalen Kneipen-Landschaft eine riesige Lücke, die nun wieder geschlossen werden soll. Nur ein paar hundert Meter weiter, wo einst der Pizza-Lieferservice Shefali beheimatet war, eröffnet Andreas Mühlbacher an diesem Freitag um 18 Uhr seine eigene Irish Bar. Am Straßeneck zwischen Stadtgraben und Landshuter Straße gelegen, trägt es bezeichnenderweise den Namen "The Corner House".

Mittwochvormittag, es sind noch zwei Tage bis zur offiziellen Eröffnung. Während die Helfer des Wirts im Corner House weiter fleißig arbeiten, damit zum Start alles so weit wie möglich fertig ist, sitzt Mühlbacher auf einem Barhocker an der Theke. Er nimmt sich kurz Zeit, um über sein Herzensprojekt zu reden, mit dem der gelernte Großhandelskaufmann sich gedanklich schon seit neun Jahren beschäftigt. Damals habe er erstmals die Idee gehabt, ein Lokal zu eröffnen, auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten sei er jedoch nie fündig geworden. Nach Jörgis Carls Tod spielte er auch mit dem Gedanken, dessen Pub zu übernehmen. Er verhandelte mit den Eigentümern, "aber wir haben keine Einigung erzielt", erzählt Mühlbacher. Und dann tat sich die Chance mit dem Lokal an der Landshuter Straße 5 auf. Dort hatte ein Shefali-Nachfolgepächter bereits begonnen, den Laden einzurichten - eröffnet hat er jedoch nie. Mühlbacher fiel der schön hergerichtete Biergarten auf. So wurde er auf das Lokal aufmerksam und erhielt schließlich den Zuschlag.

Beim Einrichten musste alles schnell gehen

Von der Vertragsunterschrift bis zur Eröffnung musste alles sehr schnell gehen. Die Räume waren frisch renoviert, aber komplett leer. Der neue Gastwirt muste alles einrichten. "Und wir haben erst im Mai mit dem Umbau anfangen können." Seine Frau, Eltern, Schwiegereltern und Freunde, alle packten mit an. Was dabei rausgekommen ist, kann sich sehen lassen: Ein kleines, gemütliches Pub mit viel dunklem Holz, einer Sitzecke mit Sofa, kurzer Theke und typischer Pubdeko an den Wänden. Zur Wohlfühlatmosphäre trägt zudem bei, dass Mühlbacher für die Ausstattung seines Lokals viel Gebrauchtes verwendet. "Die Möbel habe ich über Kleinanzeigen besorgt, aber ein paar Sachen sind natürlich auch neu", sagt er.

Wie so ein Pub auszusehen hat, weiß der 35-Jährige schon seit seiner Schulzeit, als er auf Sprachreisen mehrmals nach England kam. Einmal war sein Gastvater sogar Koch in einem Pub. Seit dieser Zeit hat er ein Faible für die Kneipenkultur der Britischen Inseln. Wo immer er mit seiner Frau auf Reisen ist, steuern die beiden Lokale mit dem Guinness-Schild an, weil sie wissen, dass sie sich dort wohlfühlen.

Zu essen soll es Pies und Fish and Chips geben

In seinem eigenen Pub schenkt Mühlbacher nicht nur das klassische Guinness aus, sondern auch Hop House 13, das Helle der Brauerei. Im Angebot hat er neben Antialkoholischem auch Kilkenny, Augustiner, wechselnde Craft-Biere, Whiskys sowie Cider. "Für diejenigen, die kein Bier mögen, werden wir auch immer ein, zwei Weine da haben", kündigt der Wirt an. Zudem gibt es kleine, klassische Gerichte von der Insel. Am Eröffnungswochenende startet man mit Chili, Pie und Salat. "Danach erweitern wir das Angebot um einige Pies, Burger und Fish and Chips", sagt Mühlbacher. Die Küche, so der Plan, soll bis Mitternacht geöffnet sein. Das Pub bietet drinnen Platz für bis zu 40 Gäste. Im Biergarten - für Gastronomiebetriebe nahezu unerlässlich, um auch im Sommer über die Runden zu kommen - gibt es weitere 50 bis 60 Plätze.

Obwohl der Wirt zunächst an der Übernahme des alten Moosburger Pubs interessiert war, findet er es jetzt ganz gut, in einem anderen Lokal untergekommen zu sein. So dürften sich die Vergleiche mit dem ohnehin unvergleichlichen Jörgis Carl, bei dem Mühlbacher selbst oft zu Gast war, in Grenzen halten. "Es ist schon ganz gut, dass wir hier unser eigenes Ding machen können", sagt er. Dass die Konkurrenz durch das alte Pub, so sich dort ein neuer Pächter finden sollte, ihm später das Wasser abgraben könnte, fürchtet Mühlbacher nicht. Allzu viel gebe es in der Stadt eh nicht, "Moosburg könnte schon noch zwei bis drei Kneipen mehr vertragen".

Das Corner House wird dienstags bis samstags um jeweils 18 Uhr öffnen. Unter der Woche hat es bis ein Uhr auf, freitags und samstags bis zwei Uhr. "Sonntags öffnen wir bei schönem Wetter am Mittag und werden, je nachdem, wie viel los ist, zwischen acht und zehn Uhr am Abend schließen", sagt Mühlbacher. An Montagen dagegen müssen die Moosburger auf ihr Guinness verzichten - da ist Ruhetag.

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