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Erdinger Moos:Flughafen-Chef lockt mit 100 Millionen Euro

Für den Transrapid bewilligtes Geld soll jetzt so schnell wie möglich in eine bessere Bahnverbindung gesteckt werden

Um den Ausbau der Verkehrsanbindung des Flughafens voranzutreiben, will Airportchef Michael Kerkloh 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Diese Summe hatte er bereits angeboten, um den Bau der vor einigen Jahren geplanten Magnetschwebebahn Transrapid zu verwirklichen. "Dieses Geld steht weiterhin zur Verfügung", sagte Kerkloh am Donnerstag bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2011. Allerdings sei der Freistaat aufgefordert, die Planungen - etwa für den Erdinger Ringschluss oder für eine bessere Schienenanbindung an die Münchner Innenstadt - "so schnell wie möglich voranzutreiben".

Denn obwohl sich der Airport mit knapp 38 Millionen Passagieren mittlerweile auf Rang sechs unter den größten Flughäfen Europas vorschieben konnte, sei man bei der Erreichbarkeit am Boden "noch nicht mal Regionalliga", räumte Kerkloh ein. Insbesondere auf dem Schienenweg sei die Erreichbarkeit "absolut unzureichend". Das wird auch immer wieder von den Umlandgemeinden bemängelt, die unter enormen Verkehrsbelastungen durch den Flughafen leiden.

Im vergangenen Jahr hatte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) daher den Umlandkommunen zugesagt, den Ausbau von Schienenwegen und Straßen rund um den Airport zeitgleich mit den Planungen für die dritte Start- und Landebahn voranbringen zu wollen. Insbesondere der Erdinger Ringschluss müsse, so Seehofer, "unumkehrbar auf den Weg gebracht" werden, bevor man mit dem Bau der dritten Piste beginnen könne. Das bayerische Verkehrs- und das Innenministerium treiben nun nach Aussage von Kerkloh die Projekte voran.

Offen ist allerdings deren Finanzierung; vor allem die des Erdinger Ringschlusses, der eine Verlängerung der S 2 zum Flughafen ermöglichen würde. Eng verknüpft damit ist die Walpertskirchener Spange, die eine Weiterführung von Regionalzügen nach Ostbayern erlaubt. Diese beiden Projekte kommen auf insgesamt 220 Millionen Euro - und sind angesichts knapper Kassen und aufwendiger Planung "frühestens in zehn Jahren" zu realisieren, so Kerkloh. Allerdings müsse man "irgendwann mal anfangen mit dem Thema. Ankündigungen haben wir genug gehört."

Angefangen hat Kerkloh unterdessen mit dem Bau des neuen Satelliten-Terminals auf dem östlichen Vorfeld, das 2015 in Betrieb gehen soll. Für den 23. April ist die Grundsteinlegung geplant, in den nächsten Wochen sollen die Hochbauarbeiten beginnen. Für die Einrichtung der Baustellenfläche mussten zuletzt bereits einige Abstellpositionen verlegt werden, auch der Hubschrauberlandeplatz ist umgezogen. "Auf der Zielgeraden" sei auch der Bau der neuen Frachthalle mit 16 000 Quadratmetern Grundfläche. Sie soll im Sommer eröffnet werden. Und schließlich will man am 17. Mai eine "öffentliche Geburtstagparty" feiern. Dann jährt sich zum 20. Mal der Umzug des Airports ins Erdinger Moos. (Wirtschaft)

© SZ vom 24.02.2012
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